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Cottbus II vs. Lok Leipzig 1:1 - Die Schmerzkur geht weiter

Marko Hofmann
Patrick Grandner rutscht im Cottbusser Schlamm aus. Unsanfte Landung auch für sein Team, das in den Schlussminuten zwei Punkte liegen ließ.
Patrick Grandner rutscht im Cottbusser Schlamm aus. Unsanfte Landung auch für sein Team, das in den Schlussminuten zwei Punkte liegen ließ.
Foto: Bernd Scharfe
Trotz einer kämpferisch starken Leistung und einer Führung bis in die Schlussphase hat der 1. FC Lok wieder keinen Auswärtssieg geholt. Vor 435 Zuschauern trafen die Gastgeber von Energie Cottbus II fünf Minuten vor dem Ende mit ihrem einzigen Torschuss zum Ausgleich. Lok bleibt nach den verlorenen zwei Punkten nur der Drei-Punkte-Abstand auf die Abstiegsränge, die Erinnerung an eine gute Leistung, aber auch reichlich Schmerz.


„Irgendwann wird es meinen Jungs so weh tun, dass sie bis zum Schluss alles raushauen, um den Sieg zu retten.“ Kurz nach dem enttäuschenden 1:1 bei Energie Cottbus II hatte Lok-Trainer Marco Rose schon einen ersten Ausblick auf die Zukunft parat. Nein, nicht Reden und Erklären an jedem Montagmorgen helfe der Mannschaft bei der Bewältigung seines Schlussphasenproblems, nur die eigene Erfahrung. Und die war nach der hergeschenkten 2:0-Führung gegen Plauen vor vier Wochen schon grausig, am Sonntag beim Tabellen-Vorletzten nicht minder.

Lok tat über weite Strecken viel mehr fürs Spiel, spielte den besseren Fußball und schoss aus allen Lagen, trotzdem reichte es wieder nicht zum ersten Auswärtssieg seit dem 19. Mai 2012 (2:0 bei Fortuna Chemnitz). Die biederen Gastgeber, ohne Verstärkung aus der ersten Mannschaft angetreten, brachten wenig auf den grünen Rasen, verlegten sich aufs Verteidigen und hofften vorne auf den lieben Gott. Lok brauchte bis zur 67. Minute ehe der Bann gebrochen war. Winter-Neuzugang Ronny Surma nickte nach einer Ecke freistehend ein. Der zweite Treffer im zweiten Spiel für den Innenverteidiger, der nun genauso viele Saisontore wie Stürmer Rico Engler hat. „Wenn wir am Ende nicht gewinnen, bringt mir das alles nichts“, so der Abwehr-Schrank, der im Verbund mit Theodosiadis lange Zeit zuverlässig abräumte und das Aufbauspiel in die Hand nahm.

Steve Rolleder sorgt für Gefahr vor dem Energie-Kasten.
Steve Rolleder sorgt für Gefahr vor dem Energie-Kasten.
Foto: Bernd Scharfe
Die Blau-Gelben um Surma wirkten konzentriert und zeigten einen enormen Willen, allen Zweiflern zu beweisen, dass nichts dran ist an der Formel Halbes Gehalt gleich halbe Leistung. Kapitän Jens Werner ging voran, entschied defensiv genauso wie Tino Oechsner und Raik Hildebrandt fast jeden Zweikampf für sich. Wäre der seit Freitag 30-jährige Werner offensiv genauso stark: Lok hätte eine grandiose Philipp-Lahm-Kopie. Aber weil Werner offensiv eben Werner ist und bleibt und weil auch kaum ein anderer durch ein Dribbling in der Lage war, im Angriff Überzahl zu schaffen, musste Lok immer wieder durch schnelles Spiel und zeitige Balleroberung Überraschungsmomente schaffen.

Ein Tor durch einen Standard hatte sich schon in der ersten Halbzeit angekündigt, als Theodosiadis eine von Rolleder verlängerte Ecke nicht ins Tor drücken konnte. Der Cottbuser Ausgleich fünf Minuten vor dem Ende fiel dafür umso überraschender. Lok-Torhüter Christopher Gäng hätte an diesem Sonntagnachmittag auch zum Sonnenbaden in den benachbarten Park gehen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen können - zumindest bis zur 85. Minute. Danach musste er nicht einmal abtauchen, hatte insgesamt lediglich drei Bälle gefangen - und war beim Gegentor machtlos:

Ein weiter Freistoß von Cottbus-Torhüter Gladrow rutschte bis zum Leipziger Elfmeterpunkt durch. Dort schob Djamal Ziane ein. Der ehemalige Nachwuchsspieler des FC Sachsen feierte dann selbst Schiedsrichter Max Burda zu exzessiv vor dem gut gefüllten Gästeblock (350 Fans aus Leipzig waren mit) und kassierte Gelb. „Beim Gegentor springt Tino Oechsner unter dem Ball durch und dann hat sich einer auf den anderen verlassen. Das ist bitter“, so Surma. Und die Frage bleibt: Wie oft will die Lok-Mannschaft noch enttäuscht nach einer verspielten Führung vom Platz gehen?

Kommenden Samstag, 13:30 Uhr, kommt erstmal der Tabellen-Dritte FSV Zwickau ins Plache-Stadion. Gegen die klaren Favoriten hat Lok diese Saison immer besser ausgesehen – vor allem zu Hause.

Die Statistik zum Spiel

Energie Cottbus II vs. 1. FC Lok Leipzig 1:1 (0:0)

Energie Cottbus II: Gladrow - Schulze, Kaiser, Steinhauer, Trehkopf, Bönigk, Aduro-Agyemang (54. Jakob), Lindner (74. Iles Cruz), Ziane, Krahl, Miriuta. Trainer: Vasile Miriuta.
1. FC Lok Leipzig: Gäng - Werner, Surma, Grandner (74. Seipel), Theodosiadis, Oechsner, Hildebrandt, Walthier (84. Schulz), Seifert, Spahiu (90. Stratmann), Rolleder. Trainer Marco Rose.

Torfolge: 0:1 Surma (67.), 1:1 Ziane (85.). Schiedsrichter: Max Burda. Gelbe Karten: Surma, Theodosiadis (beide Lok). Zuschauer: 434 im Stadion der Freundschaft, Cottbus.

Die Tabelle der Regionalliga Nordost (19. Spieltag)

1. RB Leipzig (16 Spiele /42 Punkte/ +26 Tore)
:
9. Hertha BSC II (14/ 16/ +1)
10. TSG Neustrelitz (14 /16/ -1)
11. VfB Auerbach (16/ 16/ -5)
12. 1. FC Lok Leipzig (16/ 15/ -9)
13. Union Berlin II (13/ 13/ -5)
14. VFC Plauen (15/ 13/ -7)
15. Energie Cottbus II (16/ 12/ -8)
16. Torgelower SV Greif (14/ 6/ -22)


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