RB Leipzig vs. FSV Optik Rathenow 2:1 – Psycho-Vorteil nach Hallo-Wach-Effekt
Martin Schöler
02.03.2013
Nach dem 2:1 gegen Optik Rathenow führen Frahn und Co. mit 12 Punkten Vorsprung die Regionalliga Nordost an.
Foto: GEPA Pictures
Heimsieg für RB Leipzig. Die Bullen-Elf bezwang am Samstag in einer offensiv geführten Partie Optik Rathenow 2:1 (1:1). Die Leipziger Tore erzielten Rockenbach (25.) und Frahn (61.). Dejan Kalan hatte die Gäste in der 9. Minute in Führung gebracht. Beiden Teams war anzumerken, dass sie im Jahr 2013 ihren Rhythmus noch nicht gefunden haben. Zu groß waren die vom Wettergott erzwungenen Pflichtspielpausen.
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Die Leipziger durften zuletzt zwei, die Rathenower sogar drei Wochen pausieren. Die Gäste sind zudem mit dem Makel behaftet, nicht über eine Rasenheizung zu verfügen. Trainingsbetrieb auf Rasen? Wochenlang unmöglich. Umso erstaunlicher, dass die Optiker den verwöhnten Gastgebern jede Menge Kopfzerbrechen bereiteten.
Die Rasenballer starteten mit zwei Veränderungen: Fabian Franke ersetzte Juri Judt als Linksverteidiger. Winter-Neuzugang Matthias Morys rückte für Timo Röttger ins rechte Mittelfeld. Die Anfangsminuten gehören den Bullen, die vehement auf die frühe Führung pressen. Kommen die Rathenower doch mal zum Zuge, glühen die Lampen vor dem Leipziger Sechzehner knallrot. Etwa in der 9. Minute, als Dejan Kalan, auffälligster Spieler der Gäste, aus 16 Metern zum Abschluss kommt. Sein platzierter flacher Hammer ins linke Eck lässt Coltorti keine Chance. Wie im Hinspiel (Endstand 4:2 für RB) gehen die Gäste in Führung.
Die Rasenballer agieren jetzt entschlossener. Die Gäste wissen dem Druck wenig entgegen zu setzen. Der Chancenstand nach 15 Minuten: 3:1 für Leipzig. Doch die Anzeigetafel blinkt weiterhin 0:1. Bis zur 25. Minute: Frahn köpft eine Flanke aus dem Halbfeld gegen die Latte. Rockenbach lauert wie ein Basketballer auf den Rebound und schiebt, ebenfalls per Kopf, zum 1:1 ein.
Fortan dominieren Leipziger Offensivbemühungen die Partie. Doch die Gastgeber finden über weite Strecken keine zündende Idee, um Kurs auf den nächsten "Dreier" zu nehmen. Bis zur 57. Minute, als Rockenbach aus 11 Metern um Haaresbreite rechts am Pfosten vorbeizimmert. Ein lautes "Wooow" schallt durch's schwach gefüllte Rund (4.561 Zuschauer). Der berühmte Hallo-Wach-Effekt, der Zuschauer und Spieler in euphorische Ekstase versetzen sollte: Schon in der 61. Minute klingelt's im Rathenower Kasten. Rockenbach bringt eine Ecke in den Strafraum, Franke köpft, Keeper Marcel Supke lenkt den Ball gegen die Latte. Frahn schnappt sich im Gewusel den Abpraller und netzt rotzfrech ein. Die Fans feiern bei kalten 3,4 Grad: "Steht auf, wenn ihr für Leipzig seid!"
Doch die 90 Minuten sind längs noch nicht um: Der Bullen-Kapitän köpft in der 69. Minute zum vermeintlichen 3:1 ein. Doch Schiri Jacob Pawlowski entscheidet auf Stürmerfoul. Zuvor hatte der Berliner bereits FSV-Coach Ingo Kahlisch wegen wiederholten Reklamierens auf die Tribüne verbannt (67.). Auf der anderen Seite hat Rathenow nach einer Unachtsamkeit der Leipziger Abwehr die Chance zum Ausgleich. Leon Hellwig kann seinen Hochkaräter im Sechzehner aber nur ein schwaches Schüsschen knapp neben's Tor ummünzen (78.). Niklas Hoheneder muss sich ganz lang machen, um eine gefährliche Flanke von Pelle Klötzing zur Ecke zu entschärfen (84.). Rathenow kann jedoch nicht nachsetzen, so dass die Rasenballer in der Regionalliga Nordost ihren Vorsprung auf 12 Zähler ausbauen können.
"12 Punkte sind eine Hausnummer", weiß Alexander Zorniger. "Damit lässt sich arbeiten." Doch dem RB-Coach ist freilich nicht entgangen, dass Zwickau und Jena dieses Wochenende witterungsbedingt nicht spielen werden. "Wir denken von Spiel zu Spiel", ergänzt Thiago Rockenbach. Trotz komfortablen Vorsprungs baut man am Cottagweg keine Luftschlösser. "Wir versuchen im Jetzt zu arbeiten und uns durchzusetzen", so Zorniger. Zufrieden waren auf die Gäste. "Wir haben uns gut verkauft", meint Kahlisch. "In 93 Minuten prallten zwei Fußballwelten aufeinander." Somit kann sich der Trainer trotz Niederlage mit einem Lächeln aus der Messestadt verabschieden – natürlich nicht, ohne zuvor den Rasenballern den Aufstieg gewünscht zu haben. Dies gehört im Zentralstadion mittlerweile zum guten Ton. RB Leipzig reist kommenden Sonntag zu Germania Halberstadt (Anstoß 13:30 Uhr).
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