Zum Start in die dritte Liga hatten die Handballer der SG LVB letzte Woche mit ihrem Sieg gegen Dessau-Roßlau aufhorchen lassen. Heute Abend um 19:00 Uhr müssen die Leipziger in Aschersleben ran. Welche Chancen sich Trainer Jens Große ausrechnet, erfragte L-IZ.de im Interview.
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Herr Große, ich erwische Sie gerade auf dem Weg von der Arbeit nach Hause. Sind Sie mit Ihrem Tagwerk zufrieden?
Natürlich immer.
Was machen Sie genau?
Ich bin technischer Mitarbeiter und kümmere mich um den gesamten Fuhrpark einer Leipziger Servicefirma.
Nach dem Überraschungserfolg gegen Dessau-Roßlau am vergangenen Samstag hatten Sie sicherlich eine entspannte Woche ….
Die war wirklich entspannt, ich konnte gut schlafen. Wir sind wirklich gut gestartet, was uns keiner zugetraut hätte.
War der Erfolg auch überraschend für Sie?
Etwas überraschend schon. Wir wollten gewinnen, hatten eine gute Vorbereitung und gute Vorbereitungsspiele gemacht. Ich hatte die Hoffnung, dass wir gewinnen und das ist zum Glück auch eingetreten.
Dessau-Roßlaus Coach Swiridenko kündigte nach der Niederlage Lauftraining für seine Burschen an. Ist das auch eine Kategorie Denkzettel, die Sie für solche Fälle in petto hätten?
Das ist von Spiel zu Spiel unterschiedlich. Wenn wir verloren hätten, hätten die Jungs nicht die Laufschuhe rausholen müssen. Wir sind Aufsteiger, wir wollen die Klasse halten, das wird einfach schwer. Wenn die Mannschaft gekämpft und alles gegeben hat, dann kann auch mal zufrieden sein.
Ist so ein Überraschungssieg wie gegen Dessau-Roßlau eigentlich förderlich für die Motivation oder eher schädlich?
Schädlich nicht. In meinen Augen ist es schon sehr förderlich, weil wir ein sehr, sehr schweres Auftaktprogramm haben. Wir spielen gleich am Anfang gegen alle drei Zweitligaabsteiger. Da hätten wir mit 0:6 Punkten starten können, durch die Punkte sieht es besser aus. Die Jungs wissen jetzt, dass sie in der Klasse bestehen können. Jetzt haben wir erstmal ein Ausrufezeichen gesetzt, aber mehr ist nicht passiert. Der Sieg reicht noch lange nicht, um die Klasse zu halten.
Gegen die Alligators Aschersleben sind sie trotzdem Außenseiter. Sehen Sie in der Liga Gegner, denen Sie ganz offen auf Augenhöhe begegnen können?
Da wir Aufsteiger sind, wird das selten der Fall sein. Höchstens bei den Mannschaften, die auch aufgestiegen sind. Aber wenn wir so weiter spielen und wirklich verletzungsfrei bleiben, hoffe ich, dass wir unser Ziel so schnell wie möglich erreichen.
Was müsste denn ihre Mannschaft in Aschersleben zeigen, um überhaupt an einem Sieg schnuppern zu können?
Es ist eigentlich andersrum: Wir dürfen uns nicht viel erlauben, also wenige Fehler. Die Abwehrarbeit muss passen, wir brauchen schnelle Beine und auch die Torhüter spielen auswärts eine große Rolle. Wenn wir keine einfachen Tore fangen, dann haben wir eine Chance am Sieg zu schnuppern.
Wie viele Punkte müssen es am Ende sein, damit sie drin bleiben?
In unserer Staffel spielen 16 Mannschaften, drei steigen ab. Das ist viel. Ich denke, wir brauchen 34 Punkte. Dafür müssen wir alle 15 Heimspiele gewinnen und auswärts zwei Siege einfahren.
Sie haben im Februar einen neuen 2-Jahres-Vertrag unterzeichnet. Als langfristiges Ziel gilt die Etablierung in der 3.Liga Ost. Wie viele Jahre haben Sie dafür eingeplant?
Am Besten schon in dieser Saison. Der Klassenerhalt ist der erste Schritt. Wir haben dazu eine gute Mannschaft, die Neuzugänge sind gut integriert. Im Laufe der Saison werden wir dann sehen, ob wir den ersten Schritt geschafft haben und wie wir darauf aufbauen können.
Ihr Vertrag bei Concordia Delitzsch sollte einst unter Uwe Jungandreas nicht verlängert werden. Wie stehen Sie heute zueinander?
Als Spieler hat man es nicht einfach bei Uwe Jungandreas. Da muss man konditionell, läuferisch und kräftemäßig topfit sein. Als Trainer sieht man das anders. Da sieht man nur, was er als Trainer leistet. Er ist ein guter seines Fachs, der immer das Ziel vor Augen hat, eine Mannschaft zu perfektionieren. Er setzt hohe Anforderungen an die Mannschaft, damit war er bisher sehr erfolgreich.
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