Ole Dietzmann steuerte zwei Tore zum Remis am Rhein bei.
Foto: Rainer Justen
Während andere sich zu weiterer Bewegung unfähig, nach der dritten Gänsekeule am Essenstisch rekelten, liefen die Handballer des SC DHfK bei der HSG Düsseldorf einmal mehr um ihr Leben und um Punkte. Lohn der harten Arbeit: Ein Punkt tief im Westen und Rang fünf zum Jahreswechsel.
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Irgendwie ist es schon gemein, dass sich in Düsseldorf 765 Zuschauer an den Rand eines Handballparketts setzen dürfen, die Gänsekeule teilweise noch wie weiland Max & Moritz aus dem Halse guckend, um mindestens 14 Spielern beim Sport zuzusehen. Man könnte auch meinen, es sei selbstgewähltes Leid der Sportler, aber ist es nicht unfair, dass sich Studenten und Arbeitnehmer, also gewiss keine Profis, selbst zur Weihnachtszeit nicht mal ein paar Tage Ruhe gönnen können, sondern sogar am 2. Weihnachtsfeiertag ran müssen? Hätte man nicht für diese Tage wenigstens Nachbarschaftsduelle ansetzen können? DHfK Leipzig gegen den VfL Potsdam oder ThSV Eisenach gegen den SC DHfK? Musste es unbedingt HSG Düsseldorf gegen den SC DHfK sein?
Nun, aus sportlicher und aus Leipziger Sicht sicher keine schlechte Ansetzung in dieser Zeit, die Düsseldorfer haben erst kürzlich Insolvenz beantragt, könnten vielleicht gerade an Weihnachten wenig Lust auf Handball haben. Logistisch war es aber keine angenehme Aufgabe. Gute fünf Stunden fährt man allein mit dem PKW bis nach Düsseldorf, mit dem Bus noch länger.
Uli Streitenberger verwertete den einzigen 7-Meter für den SC DHfK.
Foto: Rainer Justen
Trotz aller Widrigkeiten präsentierten sich die Leipziger jedoch im Düsseldorfer Castello zunächst in guter Verfassung, kamen besser ins Spiel als letzte Woche im Heimspiel gegen Bietigheim, ließen allerdings auch wieder nach. Wurfpech sorgte mit Sicherheit in der ersten Hälfte der ersten Hälfte auch dafür, dass die Gäste nicht dauerhaft in Führung gehen konnten, sondern es aufgrund zahlreicher Blechtreffer nur unentschieden stand (8:8/15.). Nach einer zehnminütigen Schwächephase wären die Grünweißen darüber sogar froh gewesen, denn die „klammen“ Gastgeber nutzten ihre Schwächen aus. „Wir hatten uns vorgenommen, vor allem das Zentrum eng zu machen. Das haben wir in den zehn Minuten nicht geschafft und sind weiter ins Hintertreffen geraten“, so Jungandreas, dessen Team zur Pause mit fünf Toren (11:16) und nach Wiederanpfiff sogar mit sechs Toren hinten lag. Alexander Feld und der 57-malige Nationalspieler Michael Hegemann waren warmgelaufen.
Bis zur Schlussphase hatte sich das Bild allerdings geändert. Durch Tore von Kapitän Thomas Oehlrich, Philipp Seitle, Steve Baumgärtel und Lukas Binder waren die Weitgereisten acht Minuten vor dem Ende gar in Führung gegangen, hatten sich zuvor quasi angepirscht und dann zugeschnappt. Weil Michael Galia kurz nach der Führung noch einen Rückraumwurf parieren konnte und René Wagner bei seinem Ex-Verein die Führung ausbaute, schien den Düsseldorfer Fans zwischenzeitlich die Keule im Halse stecken zu bleiben. Sie hatten sowieso schon Bauchschmerzen, weil die ausgelaugten Düsseldorfer am 27. Dezember eine Fusion mit dem „Klassenkameraden“ DHC Rheinland verkünden wollen. Passt vielen Fans überhaupt nicht.
Trotz dieser Misstöne aus dem Umfeld, lieferte die Sieben von Trainer Ronny Rogawska auch Richtung Spielende den Leipzigern noch einen guten Kampf. In der letzten Minute, nachdem Baumgärtel eine abermalige Führung der Rheinländer ausgeglichen hatte, war sogar ein Sieg möglich, aber Jungandreas’ Team verhinderte einen allerletzten Treffer und kann so zufrieden an die Fleischtöpfe der Weihnachtszeit zurückgehen – so es sie wirklich noch gibt. Je nach dem, wie es um die Fleischtöpfe in Düsseldorf und Dormagen bestellt ist, könnte es in der zweiten Liga eine Veränderung geben. Bei einer Fusion beider Teams würde ein Termin im Spielplan frei. Dann hätten die Handballer des SC DHfK auch mal zwischendurch Zeit für ihre Familien.
Erstmal geht es allerdings in den wohlverdienten Urlaub, am 4. Februar wird es mit einem Heimspiel gegen den HC Erlangen gleich mit einem Spitzenspiel weitergehen. Der Fünfte empfängt dann den Sechsten, der noch besser dastehen könnte, aber „wir haben sicherlich drei, vier Punkte liegengelassen“, so Uwe Jungandreas, der allerdings genauso wie seine Spieler zufrieden ausspannen wird.
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