SC DHfK vs. Bietigheim 39:32 - Schnelles Spiel, schnelle Punkte, schnell nach oben?
Marko Hofmann
12.12.2011
Spielgestalter Philipp Seitle.
Foto: Jan Kaefer (Archiv)
Vor zwei Monaten noch Dreizehnter, erklettert der SC DHfK nun im Sauseschritt die Tabelle der neuen eingleisigen 2.Liga. Nach einem 39:32 (20:15)-Heimerfolg gegen den Tabellen-Elften Bietigheim-Bissingen vor 1.210 Zuschauern, sind die Handballer nun schon Vierter. Bis zu einem Aufstiegsrang sind es noch genau drei Punkte.
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Schnell, energisch, erfolgreich. Wenn man das Spiel des SC DHfK derzeit mit drei Worten beschreiben sollte, würden diese drei Adjektive ganz oben auf der Liste auftauchen. „Wir wollten aggressiv rausgehen und unser Spiel machen“, diktierte Uli Streitenberger nach dem Heimerfolg gegen die Spielgemeinschaft Bietigheim-Bissingen-Metterzimmern. „Das war das schnellste Handballspiel, was ich je gespielt habe“, japste Philipp Seitle. Und die Tabelle sagte: Nur noch drei Punkte bis zu einem Aufstiegsplatz, den allerdings keiner bei den Grünweißen auf dem Zettel haben dürfte. Zu oft betont vor allem Trainer Uwe Jungandreas die Ausgeglichenheit der Liga – mit Recht. Vor zwei Monaten waren die Grünweißen nach drei sieglosen Spielen bis auf den dreizehnten Platz gefallen und hatten nur einen Punkt Vorsprung auf einen Abstiegsrang. Acht Spiele und sechs Siege später nun also Tabellenrang vier, weil auch die Gäste aus Baden-Württemberg kein Gegenmittel gegen flinke und zupackende Leipziger fanden.
Thomas Oehlrich mit guter Partie am Kreis.
Foto: Jan Kaefer (Archiv)
Besonders offensichtlich am späten Sonntagnachmittag in der Grube-Halle: Der SC DHfK hat keinen Schwachpunkt, weder im Rückraum, noch am Kreis, noch außen. Die Mannschaft ist ausgeglichen, kann sich in der Offensive und Defensive durchaus sehen lassen. Gegen die SG BBM ging oft etwas über den zurückgekehrten, agilen Kapitän Thomas Oehlrich, aber eben auch über Steve Baumgärtel, Philipp Seitle oder René Boese. Boese ließ vor allem im Konterspiel kaum eine Gelegenheit aus.
„Wir haben heute 39 Tore gemacht, davon viele nach Kontern. Das sagt alles über unsere Deckung aus“, lobte in diesem Zusammenhang Spielgestalter Philipp Seitle, der selbst hin und wieder einen starken Wurf auspackte. Gerade in den letzten zwei Spielminuten waren seine beiden Tore zum 38:32 und zum 39:32 wichtig, denn drei Minuten vor dem Ende hatte zunächst Uli Streitenberger nach der dritten Zeitstrafe die rote Karte kassiert und Sekunden später auch René Wagner nach einer Disziplinlosigkeit gegen den anschließend aufgebrachten Pierre Freudl, der von zwei Mannschaftskollegen gestoppt werden musste. Er hätte so gern Wagner noch einmal einen „Besuch“ abgestattet“. Die Grünweißen schonten erneut weder sich noch ihre Gegner, gingen hart ran und rein und entnervten damit auch ein Stück weit die Gäste, deren 3:2:1-Deckung wirkungslos blieb.
Nur die ersten sechzehn Minuten hatten sie Freude und Spaß am Spiel. Nach acht Minuten war das Spiel ausgeglichen. Zwar hatten Streitenberger und Boese ihr Team nach zwei Krechel-Paraden zu Beginn in Front geworfen, aber ein Fehlwurf und ein Fehlabspiel später standen die blau-weißen Bietigheimer wieder auf der Matte und blieben auch dort, führten teilweise sogar mit zwei Toren. Erst als Jochen Zürn zur Auszeit gerufen hatte, schlug das Pendel dauerhaft in die grünweiße Richtung aus. Die Gastgeber trafen anschließend dreimal binnen hundert Sekunden und hatten sogar durch Seitle und Baumgärtel Chancen auf eine höhere Führung, aber Latte und Pfosten ließen ihre Würfe nicht passieren. Trotzdem hielt die Führung, die sich ausbauen ließ. Mitte der zweiten Halbzeit waren es acht Tore geworden. Jungandreas hatte zu dem Zeitpunkt den zunehmend glücklosen Oliver Krechel aus dem Tor genommen und den jungen Sebastian Schulz gebracht, der nach ein wenig Anlaufzeit – und Kritik seines Trainers - auch seine Leistung abrief.
Weil bei eigener Unterzahl ebenfalls kein Schwachpunkt zu erkennen war, umschifften die Jungandreas-Schützlinge auch vermeintlich brenzlige Situationen und fuhren verdient die nächsten zwei Punkte ein.
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