SC DHfK vs. Düsseldorf 29:23 - "Ich bin so voll mit Emotionen!"
Jan Kaefer
28.05.2012
Die DHfK-Fans gaben am letzten Heimspieltag ihres Teams noch einmal Vollgas.
Foto: Jan Kaefer
Vieles geschah am Samstag bei den Handballern des SC DHfK zum letzten Mal. Abschied von mehreren Akteuren, Abschied von der Ernst-Grube-Halle, Abschied von der Saison. Doch eines soll sich auch im nächsten Jahr möglichst oft wiederholen: Heimsiege. So wie der gegen die HSG Düsseldorf.
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Der Tag des großen Abschieds schrieb eine Geschichte, der durchaus ein Stück bestes Hollywood-Kino anhaftete. Nach sieben Jahren Vereinstreue - und einem Durchmarsch von der Oberliga bis in das obere Tabellendrittel der 2. Bundesliga - bestritt Maik Wolf gegen Düsseldorf sein letztes Spiel im DHfK-Trikot. Gleichzeitig war es die letzte Partie der Leipziger in der alten Heimstätte Ernst-Grube-Halle. Wolf, der zum Sachsen-Anhalt-Ligisten Spergau wechselt, bekam seine letzte Bühne ab der 38. Spielminute, als ihn Trainer Uwe Jungandreas auf die Platte schickte. Klar, dass der Rotschopf nicht ohne eigenes Tor abtreten wollte. Dieses Vorhaben schien ihm zunächst nicht gelingen zu wollen. Zwei Chancen setzte Wolf an den Pfosten und kam bei einer Kontermöglichkeit nicht in Wurfposition. Anderthalb Minuten waren noch auf der Uhr, als der 28-Jährige seine vierte Chance bekam - in den gegnerischen Kreis schwebte und zum 29:13 verwandelte. Es war das allerletzte Tor des Spiels - es war das allerletzte Tor des SC DHfK in der "Grube-Hölle".
Maik Wolf erzielte das letzte Tor in der Grube-Halle.
Foto: Jan Kaefer
"Es war wie im Film", zeigte sich Maik Wolf kurz nach dem Schlusspfiff innerlich aufgewühlt. "Ich habe eine Leere im Kopf, bin noch so voll mit Emotionen, das kanst du dir gar nicht vorstellen". Völlig geplättet hatte ihn bereits vor dem Anpfiff eine feine Aktion seines Vereins. Seine langjährige Trikot-Nummer 7 wird vorerst auf Eis gelegt und nicht an mögliche Nachfolger vergeben. Maik Wolf ist damit der erste Spieler in der Geschichte des SC DHfK, der in die "Handball Ruhmeshalle" des Klubs aufgenommen wird. "Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet, das ist eine Ehre für mich", sagte er gerührt. "Ich weiß noch gar nicht so richtig, wie ich damit umgehen soll. Ich habe es noch nicht so richtig realisiert".
René Boese mit einem seiner 4 Treffer.
Foto: Jan Kaefer
Wolfs Verabschiedung war ohne Frage die emotionalste, aber längst nicht die einzige des Abends. Außer ihm sagten auch Co-Trainer Sven Strübin (Abschluss Studium) und die Spieler René Wagner (SG LVB), Sebastian Schulz (SG LVB) und Philipp Seitle (Neuhausen) "Adieu". Seitle geht für die nächsten zwei Jahre zum TV Neuhausen und war bis zum Abpfiff in einer seltsamen Situation. Denn wenn sein zukünftiger Verein die letzten beiden Saisonspiele verloren und der SC DHfK seine gewonnen hätte, wäre Leipzig statt Neuhausen aufgestiegen. Damit hätte sich Seitles Traum von der 1. Bundesliga vorerst nicht erfüllt. "Wenn man als Sportler so früh eine Entscheidung für sich trifft, muss man dann auch mit den Konsequenzen leben", kommentierte Seitle diese Zwickmühle. "Ich hätte auch damit leben können, wenn ich hier mit Leipzig aufgestiegen wäre, das wäre auch cool gewesen". Doch Neuhausen gewann sein Spiel in Saarlouis und ist kommende Saison erstklassig.
Künftig ein Erstligist: Philipp Seitle.
Foto: Jan Kaefer
Auch der SC DHfK blieb im Heimspiel gegen die HSG Düsseldorf Sieger. Gegen den Tabellenletzten, der zudem mit gerade einmal neun Spielern in die Messestadt reiste, musste allerdings erst wieder die Schlussviertelstunde zur endgültigen Entscheidungsfindung herhalten. Anfänglich komfortable Führungen vermochten die Gastgeber nicht frühzeitig in Stein zu meißeln. Trotz der Stationen 3:0 (6. Minute), 9:5 (14.) und 11:7 (19.) landete man kurz vor der Halbzeit doch wieder bei einem 13:13 (26.). Ein Tor von Eric Jacob sorgte wenigstens noch für eine knappe 14:13-Pausenführung.
In der zweiten Hälfte ähnelte sich die Szenerie. Selbst eine zwischenzeitlich herausgespielte Fünf-Tore-Führung (20:15/ 38.), vermochte den Willen des "letzten Düsseldorfer Aufgebots" nicht zu brechen. Sieben Minuten später hatten die Gäste beim 22:21 den Anschluss wieder hergestellt. Doch war das auch genau der Zeitpunkt, an dem die "magische" Schlussphase des SC DHfK begann. Zehn Minuten reichten den Leipzigern nun aus, um mit einem unwiderstehlichen 5:0-Run den Deckel auf das Spiel zu machen (27:21/ 54.). Die dann doch recht deutliche Differenz konnte nun bis zum Schluss (29:23) gehalten werden. "Wir hatten uns ein bisschen mehr vorgenommen", bekannte DHfK-Coach Uwe Jungandreas, "wir wollten nochmal eine beeindruckende Vorstellung abliefern und es besonders gut machen. Dabei standen wir uns aber manchmal selbst im Weg".
DHfK-Keeper Michael Galia hat einen Siebenmeter vereitelt und feiert dies auf seine Art.
Foto: Jan Kaefer
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