SC DHfK vs. Empor Rostock 28:24 - Zurück in die Zukunft
Marko Hofmann
23.12.2012
Die Freude über den lang ersehnten DHfK-Sieg platzte förmlich aus Michael Galia heraus.
Foto: Elmar Keil
An alter Heimstätte hat der SC DHfK am Samstag vorerst in die Erfolgsspur zurückgefunden. Gegen Mit-Kellerkind Empor Rostock siegten die Grünweißen in fast schon vergessener DHfK-Manier mit 28:24 (15:12). Das starke Trio der Vorsaison Streitenberger, Galia und Seitle trug die Last. Wobei Rückkehrer Philipp Seitle den Gegner regelrecht „kaputt“ spielte.
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So kurz nach der Niederlage war es für Empor Rostock-Coach Rastislav Trtik schwer, das Geschehene in medienkompatible Worte zu fassen. Salopp gab der ehemalige tschechische Nationaltrainer auf die Frage nach dem besten Gegner zu Protokoll: „Die Nummer 23, Philipp Seitle. Der hat uns heute einfach kaputt gemacht.“ Fünf Seitle-Tore in den letzten zwölf Minuten hatten den Weg zum ersten DHfK-Sieg seit dem 17. November geebnet. Die Seitle-Show am Ende des Spiels war allerdings nur ein Abschnitt der grünweißen Reise zurück in die Zukunft.
Von Beginn an legte das komplette Team große Leidenschaft an den Tag, Ulrich Streitenberger bot eine zweifellos ansprechende Leistung auf links, Seitle (und Feld) zogen zentral die Fäden und natürlich boxte auch Galia in Hälfte zwei zahlreiche Bälle raus - Konterspiel, wenn auch nicht immer erfolgreich, inklusive. Ob es am Auftritt in der geliebten Ernst-Grube-Halle lag, in der 1.438 Zuschauer für vorgezogene Festtagsstimmung sorgten? Ein DHfK-Sieg, das hatte sich die letzten zwei Spiele angekündigt, war auch einfach fällig. Mit Seitle hat das Team wieder die Überraschungsmomente und die Durchschlagskraft aus dem Rückraum, die es seit der Verletzung von Erik Jacob so sehr vermisst hatte.
Als wäre er nie weg gewesen - Philipp Seitle zeigte an alter Wirkungsstätte vollen Einsatz.
Foto: Elmar Keil
Auch Feld (6 Tore) und Boese (5 Tore) trugen sich reichlich in die Spielstatistik ein. Boese hätte noch mehr Treffer erzielen können, doch eine umstrittene Disqualifikation hinderte Boese am Mitwirken in der Schlussphase und stellte die Gastgeber vor Probleme. Sowieso war die Souveränität der ersten Hälfte spätestens zur 46. Minute dahin, als die Gäste, die seit Oktober nicht mehr auswärts gewonnen hatten, zum 19:19 ausgleichen konnten. Eine Minute später verabschiedete sich Boese, der dem fallenden René Gruzka unabsichtlich an den Kopf gefasst hatte, und das Spieltempo nahm rapide ab. Die Gastgeber nutzten die Unterstützung ihrer Anhänger, um die letzten Prozente zu generieren. Die starke Deckung erwies sich in der Folge als selten bezwingbar, gleichzeitig konterten die Hausherren. So wie früher eben.
„Wir waren heute nicht fehlerfrei und hatten uns eigentlich vorgenommen, nicht wie in den letzten Spielen in so eine brenzlige Situation während der Partie zu kommen. Leider ist dies wieder so eingetreten, aber durch eine starke Abwehr und unsere tollen Fans konnten wir das Spiel am Ende gewinnen“, analysierte schlussendlich Trainer Uwe Jungandreas. Für sein Team und ihn sind die Weihnachtspause und die anschließende WM-Pause allerdings noch nicht erreicht. Am zweiten Weihnachtsfeiertag muss das Team noch zum derzeitigen Tabellenvierten TV Bittenfeld. Ein Sieg in Stuttgart und der Abstand zu den Abstiegsrängen würde die etwas aufgewühlten grünweißen Gemüter beruhigen. Erstmal rangiert der SC DHfK auf dem 13. Tabellenplatz mit - noch immer - nur zwei Punkten Abstand zum roten Bereich.
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