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VfL Oldenburg vs. HC Leipzig 23:28 - "Ganz großes Kino!"

Jan Kaefer
Wie schon im Hinspiel (Foto) war der HCL auch in Oldenburg fünf Tore besser.
Wie schon im Hinspiel (Foto) war der HCL auch in Oldenburg fünf Tore besser.
Foto: Jan Kaefer (Archiv)
Deutschlands Spitze rückt zusammen. Der 19. Spieltag hat es in der Handball-Bundesliga der Frauen noch ein bisschen spannender gemacht. Als Tabellendritter liegt der HC Leipzig jetzt nur einen Zähler hinter dem punktgleichen Führungsduo aus Thüringen und Buxtehude in Lauerposition. Am Sonntag hatten die Leipzigerinnen in Oldenburg einen überzeugenden Sieg einfahren können und damit ihre Titelambitionen untermauert.


Nach der viel zu deutlichen Pleite vor zwei Wochen beim Thüringer HC (23:31), konnte man sich auf Leipziger Seite beim Vierten aus Oldenburg keinen Fehltritt mehr erlauben, wollte man im Kampf um die Tabellenspitze noch ein Wörtchen mitreden. Das hatten die Spielerinnen offenbar verstanden. Vor immerhin 2.200 Zuschauern in der Oldenburger Arena wollte der HCL erst gar keine Zweifel aufkommen lassen. Gerade einmal 50 Sekunden waren gespielt, als die ganz in Weiß gekleideten Leipzigerinnen durch Anne Hubinger und Maura Visser bereits 0:2 führten.

Damit nicht genug. Ehe sich die Gastgeberinnen versahen, hatten ihnen die agilen Sachsen bereits einen respektablen 2:7-Rückstand eingebrockt (9. Minute). Schon in dieser Anfangsphase zeigte HCL-Keeperin Katja Schülke, dass sie den Titel "Handballerin des Jahres" völlig zu Recht verliehen bekam. Nach sechs Minuten parierte sie einen Siebenmeter - im Laufe der Partie sollten noch zwei weitere Strafwürfe zur Beute der Nationaltorhüterin werden.

Oldenburg musste reagieren, nahm eine Auszeit und Korrekturen in der eigenen Abwehr vor. Das Mittel zeigte Wirkung. Der HCL nun plötzlich mit Ladehemmung, braucht ganze sieben Minuten, um die kleine Kugel wieder in die Maschen zu jagen (4:8/ 16.). Die Partie war nun ausgeglichener, in Sachen Tordifferenz tat sich nicht viel. Leipzig blieb in Front - mal mit mehr (7:12/ 21.) und mal mit etwas weniger (10:13/ 30.) komfortablen Vorsprung.

Mit Beginn der zweiten Hälfte kam wieder Bewegung auf die Anzeigetafel. Nur kurz musste sich die Leipziger Fan-Seele Sorgen darüber machen, dass die Gastgeberinnen nun auf zwei Tore heran kamen (11:13/ 33.). Denn Hubinger und zweimal Müller erinnerten sich daran, dass man ja zum Siegen hergekommen sei (11:16/ 39.). In Abwehr wie in Angriff gab sich die Madsen-Sieben nun keine Blöße mehr. Den Rest besorgte Katja Schülke. Zehn Minuten vor dem Ende stand somit zum ersten Mal ein Sieben-Tore-Plus auf dem Tableau (17:24). Spätesten da war die Entscheidung zu Gunsten des HCL gefallen, bei dem Maura Visser mit 7 Toren die erfolgreichste Werferin war.

"Das war ganz großes Kino!", frohlockte HCL-Manager Kay-Sven Hähner nach dem wichtigen Sieg. "Starke Abwehr, starker Angriff, eine überragende Katja Schülke - wir haben das Spiel von der ersten bis zur letzten Minute kontrolliert". Jetzt drückt Hähner dem besiegten Konkurrenten fest die Daumen, denn Oldenburg könnte im Kampf um die Tabellenführung das Zünglein an der Waage sein. An den drei noch verbleibenden Hauptrunden-Spieltagen treten sie noch gegen den Thüringer HC und den Buxtehuder SV an. Aus Leipziger Sicht dürfen die Punkte aus diesen Begegnungen gern nach Oldenburg gehen...

Die Statistik zum Spiel

VfL Oldenburg: Renner, Wester - Bitter, Birke (3), Hetmanek, Schirmer (5/3), Wenzel (2), Abbingh (3/1), van der Heijden (1), Kethorn (2), Neuendorf (6/2), Winter (1). Trainer: Leszek Krowicki.
HC Leipzig: Schülke, Plöger - Visser(7/1) Augsburg (3), Müller (4), Reiche, Kramer, Bont (1), Schulze, Luisa, Kudlacz (5/2), Lang (4), Hubinger(4), Windisch. Trainer: Stefan Madsen.

Schiedsrichter: Christian Moles/ Lutz Pittner. Siebenmeter: Oldenburg 6/9 (Schirmer 3/3, Abbingh 1/3, Neuendorf 2/3), HCL 3/6 (Visser 1/3, Kudlacz 2/3), Zwei-Minuten-Strafen: Oldenburg 1x (Neuendorf), HCL 2x (Müller, Visser). Zuschauer: 2.200 in der Arena Oldenburg.

Die Ergebnisse des 19. Spieltages

Koblenz/ Weibern - TuS Metzingen 29:28
FHC Frankfurt/Oder - HSG Blomberg-Lippe 35:27
Buxtehuder SV - Thüringer HC 16:24
HSG Bad Wildungen - Bayer Leverkusen 25:32
Frisch Auf Göppingen - DJK/MJC Trier 23:16
VfL Oldenburg - HC Leipzig 23:28

Blick auf die Bundesliga-Tabelle

1.) Thüringer HC (19 Spiele/ 31 Punkte/ +155 Tore)
2.) Buxtehuder SV (19/ 31/ +82)
3.) HC Leipzig (19/ 30/ +98)
4.) VfL Oldenburg (19/ 27/ +68)
5.) Bayer Leverkusen (19/ 22/ +32)
6.) Frisch Auf Göppingen (19/ 22/ +18)
:

Das nächste Spiel:
Mittwoch, 6. März um 19:30 Uhr
Bensheim-Auerbach vs. HC Leipzig
DHB-Pokal, Viertelfinale.


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