Leichtathletik-Hallen-DM: Weltjahresbestleistung von Sebastian Ernst über 200 Meter
Sebastian Beyer / Jan Kaefer
28.02.2011
Erst mal sacken lassen: Sebastian Ernst genießt seine gerade erlaufene Weltjahresbestzeit.
Foto: Jan Kaefer
Sebastian Ernst verbesserte am Sonntag in Weltjahresbestzeit den Deutschen 200-Meter-Rekord in der Halle von 20,53 auf 20,42 Sekunden und sorgte damit für beste Stimmung in der ausverkauften Arena. Der Dresdner Raùl Spank siegte erwartungsgemäß im Hochsprung. Überraschend hingegen gewann Weitspringerin Michelle Weitzel (Regensburg) den Titel und knackte dabei mit 6,61 Metern auch die EM-Norm.
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Einfach nur glücklich: Michelle Weitzel.
Foto: Jan Kaefer
„Für Paris nehme ich mir einfach vor, jede Menge Spaß zu haben, Erfahrung zu sammeln und mir von den anderen Athleten etwas abzuschauen“, freute sich Weitzel bereits auf die Europameisterschaft. Die eigentliche Weitsprung-Favoritin Nadja Käther (Hamburg) sprang mit 6,42 Metern in Leipzig nur auf den dritten Platz.
Den Glanzpunkt des Tages setzte Sebastian Ernst (Wattenscheid) über die 200 Meter der Männer. Nachdem im ersten Finaldurchgang Vereinskollege Alexander Kosenkow mit 20,65 Sekunden eine Deutsche Jahresbestleistung vorgelegt hatte, war Ernst herausgefordert. Seine Antwort war eindrucksvoll: Mit seiner Endlaufzeit von 20,42 Sekunden pulverisierte er nicht nur Kosenkows gerade aufgestellten Rekord, sondern stürmte auch zu einer neuen Weltjahresbestleistung. Auf die Reise nach Paris muss Sebastian Ernst dennoch verzichten, da bei der EM die 200 Meter nicht im Programm sind. „Die Funktionäre, die meinen, dass 200 Meter in der Halle unfair sind, sollen mal nach Leipzig kommen und sich vom Gegenteil überzeugen“, machte der Sieger via Hallenmikrofon seinem Ärger Luft.
Mit 4,65 Meter sprang Lisa Ryzih zum Sieg.
Foto: Jan Kaefer
Anna Battke, Martina Strutz, Lisa Ryzih und Kristina Gadschiew lieferten sich im Stabhochsprung ein spannendes Finish. Nachdem Battke (Mainz) die 4,50 Meter geschafft hatte, pokerte sie ein Stück zu hoch. Sie ließ die 4,55 Meter aus, versuchte sich nur einmal vergeblich an den 4,60 Meter und scheiterte mit ihren letzten beiden Sprüngen schließlich auch an den 4,65 Metern. Das kostete sie sogar den Platz auf dem Siegertreppchen, da Martina Strutz (Hagenow) ohne taktisches Geplänkel an ihr vorbei zog (4,55 Meter) und auf dem Bronze-Rang landete. Gold und Silber machten Ryzih (Ludwigshafen) und Gadschiew (Zweibrücken) unter sich aus. Mit übersprungenen 4,65 Meter hatte die EM-Dritte Lisa Ryzih letztlich die Nase vorn und stellte damit gleich noch einen Meisterschaftsrekord auf.
Ganz zufrieden war auch Hochspringer Raùl Spank vom Dresdner SC nicht mit den Regeln. „Man könnte mal über eine Qualifikationsnorm zur Deutschen Meisterschaft von 2,15 Metern nachdenken. Dann müssen die, die am Ende die wirklichen Höhen springen, nicht so lange warten.“ Nach seiner Wartezeit leistete sich Spank bei 2,25 Meter einen Fehlversuch, nahm die Höhe dann aber im zweiten Anlauf sicher. Damit stellte er den einzig verbliebenen Konkurrenten Tim Riedel (Wattenscheid) vor die Aufgabe, die EM-Norm von 2,27 Meter zu meistern. Das jedoch gelang Riedel trotz Anfeuerung des Leipziger Publikums nicht.
Raùl Spank - ungefährdet zum Hochsprung-Gold.
Foto: Jan Kaefer
Raùl Spank hatte somit den Titel bereits sicher, ließ aber noch - wie bei einer Pressekonferenz im Vorfeld angekündigt - die 2,30 Meter auflegen. Im zweiten Versuch gelang ihm dieser Satz auch. Um zu sehen, wie er im europäischen Vergleich steht, versuchte sich der Dresdner auch noch an 2,34 Meter. Das war dann aber selbst für ihn zu hoch. „Ich habe ein kleines Problem an der Ferse, das bremst mich ein wenig aus", erklärte Spank, "Das ist schade, weil ich eigentlich neue Bestleistung springen wollte. Die hätte gereicht, um in der europäischen Bestenliste auf den dritten Platz vorzurücken. So hätte mein Heimtrainer mit nach Paris gedurft und da nach der Verletzung noch nicht jeder Anlauf ist wie der andere, wäre das Gold wert gewesen.“ Das Ziel "Bestleistung" steht nun für die EM in Paris auf dem Plan. Raùl Spank hoffte, dass diese Leistung auch für eine Medaille reichen wird.
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