Leichtathletik Hallen-DM in Leipzig: "Grand mit Vieren" oder nur Quartett?
Jan Kaefer
24.02.2011
Cindy Roleder ist eine der vier LAZ-Starter - und eine große Medaillenhoffnung für Leipzig.
Foto: Jan Kaefer (Archiv)
Gerade einmal vier Leipziger Leichtathleten werden am Wochenende bei den Deutschen Hallen-Meisterschaften vor heimischem Publikum an den Start gehen. Mit welchen Aussichten Alexander John, Cindy Roleder, Max Betsch und Juliane Haußmann (alle LAZ Leipzig) in der Arena antreten, hat L-IZ.de erfragt.
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Der Chef legt die Latte hoch an. "Es wäre kein Anspruch zu sagen, wir wollen bloß dabei sein", so LAZ-Geschäftsführer Knut Iwan. Von Hürdensprinter Alexander John erwartet er deshalb die erfolgreiche Verteidigung seines Meistertitels aus dem Vorjahr. Zudem soll Johns Hürdenkollegin Cindy Roleder, als eine der Besten ihrer Zunft, für weiteres Edelmetall sorgen.
Alexander John - Erneut reif für den Titel?
Alexander John (60 Meter Hürden).
Foto: Jan Kaefer (Archiv)
Als Trainer des LAZ-Hürdenteams mochte Jan May hingegen nicht so weit vorpreschen. "Ich schraube die Erwartungen nicht so hoch", sagte er, "hoffe aber dennoch auf gute Leistungen". Beim amtierenden Meister Alexander John hat Mays kritisches Auge noch ein paar technische Schwierigkeiten beim Anlauf an die erste Hürde entdeckt. Diese resultieren daraus, dass John an Kraft zugelegt hat, wodurch sich "das System im Körper ändert". Alexander John sei im Training jedoch auf gutem Wege, dieses Problem zu lösen. "Ich bin überzeugt, dass er es kann!", unterstreicht sein Coach.
Die Deutsche Hallen-Meisterschaft ist für die Sportler auch die letzte Gelegenheit, die Norm für die Teilnahme an der Hallen-Europameisterschaft zu knacken. Bei Alexander John liegt das, laut May, "im Rahmen des Möglichen". Ein absolutes Muss ist es allerdings nicht, denn Hauptziel für den jungen Hürdensprinter bleibt die Qualifikation zur Weltmeisterschaft im Sommer.
Cindy Roleder - Medaille trotz Lernstress?
Cindy Roleder (60 Meter Hürden).
Foto: Jan Kaefer (Archiv)
Ähnlich sieht es bei Cindy Roleder aus. Auch sie hat die Norm auf dem Kasten, scheiterte in dieser Saison einmal nur um eine Hundertstel daran. Der eigentliche Fokus liegt aber ebenfalls auf dem Sommer. Ziel: Teilnahme an der U23-Europameisterschaft.
Wenn sich Titelverteidigerin Carolin Nytra in Leipzig nicht zufällig in einer Hürde verfitzt, wird ihr auch Cindy Roleder den Platz auf dem obere Treppchen kaum streitig machen können. Dahinter jedoch ist alles möglich, was Trainer Jan May zu einem fast schon euphorischen "eine Medaille ist im Rahmen des Greifbaren" hinreißt. Die latente Zurückhaltung resultiert vor allem daraus, dass Cindy Roleder in den letzten Wochen, neben dem Training, noch andere wichtige Herausforderungen zu stemmen hatte. Die 21-Jährige büffelt nämlich nebenbei für ihr Vor-Abitur und drückt deshalb momentan, trotz Ferien in Sachsen, die Schulbank. Aber "sie hat trotzdem gut trainiert", freut sich Jan May, der es gern sehen würde, wenn Roleder ihre Bestzeit von 8,11 Sekunden bestätigen könnte.
Pech für das Leipziger Hürdenteam, dass neben Erik Balnuweit und Neuzugang Jens Werrmann nun auch die ebenfalls neu ins LAZ-Trikot geschlüpfte Anne-Kathrin Elbe auf einen Start bei der Hallen-DM verzichten muss. Der Ex-Leverkusenerin setzen momentan Blessuren an den Beinen sowie ein grippaler Effekt mächtig zu. "Ich finde das vor allem für das heimische Publikum sehr schade", bedauert Jan May die Länge der Verletztenliste,"doch es gab auch schon Jahre, da haben wir mit sechs Läufern zwei Medaillen geholt - vielleicht gelingt uns das selbe diesmal auch mit nur zwei Leuten".
Max Betsch - Ohne Druck zur Bestzeit?
Max Betsch (1.500 Meter).
Foto: Jan Kaefer (Archiv)
Der Stern von Max Betsch ging in der letztjährigen Hallensaison auf. Damals holte sich der Mittelstreckler über die 1.500 Meter überraschend den Sächsischen Landesmeistertitel, lief bei den Süddeutschen Meisterschaften auf Platz 2 und erkämpfte sich bei den Deutschen Hallen-Meisterschaften einen respektablen 5. Platz. Doch über den Sommer war Betsch verletzt und musste sich erst wieder zurück kämpfen. Nach verhaltenem Saisonstart, fühlt sich der 21-Jährige nun aber gut in Form.
Eine bestimmte Platzierung hat sich Max Betsch für das Wochenende aber nicht vorgenommen. "Ich werde am Wettkampftag mein Bestmögliches geben und versuchen, aus meiner Situation das Beste zu machen", beschreibt er seine Marschroute. Ein schöner Erfolg für den jungen Leipziger wäre die Verbesserung seiner persönlichen Bestzeit von 3:51 Minuten: "Ich würde gerne eine Zeit unter 3:50 Minuten anstreben". Für seinen 1.500-Meter-Lauf ist Max Betsch guter Dinge und hofft, sich nicht selbst zu sehr unter Druck zu setzen.
Auch LAZ-Geschäftsführer Knut Iwan denkt gern an das taktisch sehr gute Rennen aus dem Vorjahr zurück und glaubt, dass Max Betsch unter den Besten 8 ins Ziel kommen kann.
Juliane Haußmann - Zwischenlauf mit dickem Knöchel?
Juliane Haußmann (60 Meter und 200 Meter).
Foto: Jan Kaefer (Archiv)
Gleich zwei Wettkämpfe wird Sprinterin Juliane Haußmann bestreiten. Die 20-Jährige geht über 60 Meter und 200 Meter ins Rennen. Dabei hat sie es ganz klar auf ihre persönlichen Bestzeiten (7,62 Sekunden und 24,65 Sekunden) abgesehen. Und: Sie will über 60 Meter in den Zwischenlauf einziehen. Vor zwei Jahren blieb ihr dieser Erfolg an gleicher Stelle noch versagt. Eine hundertstel Sekunde gab damals den Ausschlag.
Die bisherige Hallensaison ließ sich für Juliane Haußmann auch recht vielversprechend an. Zwei dritte Plätze bei der Landesmeisterschaft hinterließen ein gutes Gefühl. Doch letzte Woche knickte sie mit dem Fuß um, der nun bläulich anschwoll. Die Zeiten im Training stimmen trotzdem noch. "Ich muss den Fuß einfach ausblenden", sagt Juliane Haußmann, die am Wochenende mit Wut im Bauch Vollgas geben will.
Auf eine prominente Konkurrentin freut sich die LAZ-Sprinterin schon ganz besonders, denn über 60 Meter wird auch die Titelverteidigerin, Europameisterin und Top-Favoritin Verena Sailer über den Tartan flitzen. "Es macht mich schon ein bisschen stolz, gegen Verena Sailer antreten zu können", so Haußmann, "vielleicht laufen wir im Vorlauf ja sogar direkt gegeneinander".
Die Startzeiten der Leipziger Athleten
Samstag, 26. Februar 2011:
10:20 Uhr - Max Betsch (1.500 Meter - Vorlauf)
13:05 Uhr - Juliane Haußmann (60 Meter - Vorlauf)
14:55 Uhr - Juliane Haußmann (60 Meter - Zwischenlauf), bei Qualifikation
Sonntag, 27. Februar 2011:
12:10 Uhr - Alexander John (60 Meter Hürden - Vorlauf)
12:25 Uhr - Cindy Roleder (60 Meter Hürden - Vorlauf)
12:40 Uhr - Juliane Haußmann (200 Meter - Vorlauf)
13:30 Uhr - Alexander John (60 Meter Hürden - Finale), bei Qualifikation
13:45 Uhr - Cindy Roleder (60 Meter Hürden - Finale), bei Qualifikation
15:30 Uhr - Max Betsch (1.500 Meter - Finale), bei Qualifikation
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