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Mitteldeutsche Meisterschaft: Böige Winde machen Athleten das Leben schwer

Sebastian Beyer
Über 100m musste sich Juliane Haußmann (vorn) nur Rebekka Haase geschlagen geben.
Über 100m musste sich Juliane Haußmann (vorn) nur Rebekka Haase geschlagen geben.
Foto: Sebastian Beyer
Flaggen wehten waagerecht, statt zu hängen und viele Sportler sagten einhellig: „Es war wie gegen eine Wand zu laufen.“ Fast unberechenbare Windböen machten es den Läufern, Werfern und Springern nicht leicht, ihre Bewegungsabläufe optimal und auf den Punkt abzurufen.


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Christina Schwanitz (mi.) mit starkem Auftritt.
Christina Schwanitz (mi.) mit starkem Auftritt.
Foto: Sebastian Beyer
Dennoch gab es beachtliche Leistungen zu bestaunen, von denen zwei auf dem Nebenplatz erreicht wurden. Christina Schwanitz vom LV 90 Thum erfüllte alle Erwartungen, die in sie gesetzt worden waren und verwies Josephine Terlecki auf den zweiten Platz. Für ihre bei der Veranstaltung herausragende Leistung von 18,72 Metern bekam sie von Veranstaltungsleiter Horst Matzke einen Sonderpokal. Ebenso wurde bei den Männern Martin Wierig für seine Bestweite von 61,13 Meter geehrt.

Doch auch im Stadion selbst waren die Wettkämpfe, bedenkt man die Bedingungen, auf einem guten Niveau. Vier Titel konnte das LAZ Leipzig mit heim in die Messestadt nehmen. Zunächst durfte sich Stabhochspringerin Cassandra Hennig über gemeisterte 3,40 Meter freuen. Eine Leistung die bei einem Regenguss zu Stande kam.

Dann war die Reihe an Juliane Haußmann, sie blieb über 100 Meter knapp hinter der Siegerin Rebekka Haase zurück, konnte sich dafür aber wenig später über 200 Meter durchsetzen, auch wenn sie ihre Siegerzeit von 25,22 Sekunden bei 2,2 Meter Gegenwind nicht wirklich freute. „Ab dem Kurvenausgang war es der reinste Kampf. Julia Kohser war knapp vor mir und ich bin einfach nur froh, dass ich noch gewinnen konnte. Auch wenn die Zeit nichts taugt.“

Tino Häber wartet weiter auf einen 80m-Wurf.
Tino Häber wartet weiter auf einen 80m-Wurf.
Foto: Sebastian Beyer
Ähnlich mit dem Wind zu ringen hatte Speerwerfer Tino Häber. Die Böen von der Seite trugen so manches Sportgerät aus dem Sektor, ungültige Versuche waren daher im Teilnehmerfeld keine Seltenheit. „Mit dem Ergebnis bin ich nicht zufrieden, ein Achtziger hätte trotz des Windes dabei sein sollen.“ Er gestaltete seinen Wettkampf besonders spannend, übertraf erst mit dem letzten und sechsten Wurf auf 76,66 Meter seinen Widersacher Björn Lange vom SC Magdeburg. Der hatte seit dem ersten Durchgang mit 76,06 Metern in Führung gelegen. Um weiter an seiner Technik zu arbeiten zieht er einen Start am Sonntag bei der Lipsiade auf der Nordanlage des Olympiastützpunktes in Erwägung. „Wenn ich nach dem Einwerfen ein gutes Gefühl habe, bin ich dabei.“

Und dann war da noch das Rennen, dass das LAZ einfach gewinnen musste. Außer den drei Leipzigerinnen ging nämlich über die 400 m Hürden der Frauen niemand an den Start. Erste wurde Sabrina Webert mit einer Zeit von 67, 65 Sekunden, vor Karolin Dahlenburg und Franziska Grolms, die beide auch mit der B-Jugend Staffel des LAZ über 4x100 Meter einen guten zweiten Platz belegten und dabei die Norm für die Deutschen Jugendmeisterschaften in Chemnitz erfüllten. Dann sollen, wenn es nach dem Willen der Mädels geht, die Wechsel noch ein Stück besser klappen und eine neue Bestzeit für die Besetzung herausgelaufen werden. Zu der gehörten außerdem Colette Gutte und Isabell Freymond.

Melanie Apitzsch - allein im Regen mit guter Zeit.
Melanie Apitzsch - allein im Regen mit guter Zeit.
Foto: Sebastian Beyer
Da aber nicht nur Siege zählen, soll das Abschneiden weiterer Leipziger Starter und Starterinnen nicht unerwähnt bleiben. Toni Patke wurde im Weitsprung der Männer Fünfter und blieb damit hinter seinen Erwartungen wie auch hinter Christian Thomas (TSG Markkleeberg) zurück. Trainer Wolfgang Köhler sagte: „Der Anlauf hat die ganze Zeit nicht ganz gestimmt, einen Sprung über sieben Meter hätte eigentlich dabei sein müssen, das hätte vielleicht auch zum Sieg gereicht.“ Diesen konnte Alexander Surma vom Dresdner SC mit 7,09 Meter erringen. Weitere Erfolge aus LAZ-Sicht waren der dritte Platz von Jakob Aurin über 1.500 Meter, den auch Peter Förster über 400 Meter erreichte. Melanie Apitzsch lief über 1.500 Meter auf den zweiten Platz. „Es kam für mich sehr überraschend, dass wir kurzfristig bei den Männern mit starteten. Außerdem bin ich im Regen alleine gelaufen, da sind 4:48,69 Minuten nicht so schlecht.“ Weiterhin gelang Kevin Küttler vom LAZ ein sechster Platz über 800 Meter, wobei er Marcel Lohse von der LG Taucha Nordwest auf dem 10 Platz hinter sich ließ.

Die Zeit spielte hingegen keine Rolle für Sandra Boitz vom SC DHfK Leipzig. „Ich bin schon einen Marathon gelaufen dieses Jahr, da waren die 5.000 Meter ein Test, wie es schon bei schnelleren Läufen wieder geht.“ Sie wird sich eher auf die 10.000 Meter konzentrieren und bedauerte, dass es über diese Strecke wenig Wettkämpfe in Ostdeutschland gebe. „Deshalb finde ich die Idee ganz gut Landesmeisterschaften zu einer Mitteldeutschen zusammenzulegen.“

Das fand auch Horst Matzke vom Veranstalter LAC Dessau: „Aus meiner Sicht haben wir eine gute Veranstaltung mit starken Ergebnissen gesehen. Schade nur, dass der Thüringer Landesverband das boykottiert hat. Dadurch kamen dann doch ein paar Startfelder mit nur 3 Leuten zu Stande, das ist einfach nicht sportlich.“ Und tatsächlich hätte der gut organisierte Tag mehr Zuschauer verdient gehabt, schließlich war der Eintritt frei und die überdachte Tribüne schirmte gegen die Hauptwindrichtung und den zeitweisen Regen ab. Vielleicht finden ja bei der nächsten Leichtathletik-Veranstaltung mehr Menschen den Weg ins Paul-Greifzu-Stadion, das unter Umständen Ende Juli Austragungsort für den DFB-Pokal werden könnte, da der Hallesche FC überlegt dorthin auszuweichen.


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