Leichtathletik-DM Kassel - Tag 1: Doppelsieg und Rangeleien
Jan Kaefer
24.07.2011
Cindy Rolder nimmt die letzte Hürde vor dem Meistertitel. Anne-Kathrin Elbe macht den Leipziger Doppelsieg perfekt.
Foto: Jan Kaefer
Mit drei Hürdenmedaillen beendeten die Leipziger Leichtathleten den ersten Tag der Deutschen Meisterschaften in Kassel. Cindy Roleder und Anne-Kathrin Elbe sorgten mit ihrem Doppelsieg dabei für den größten Glanzpunkt. Bei den Hürden-Männer, sprintete Erik Balnuweit auf den 2. Platz.
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Doppelsieg der Leipziger Hürden-Frauen
Spaß am Siegen: Roleder (li.) und Elbe.
Foto: Jan Kaefer
Im Ziel hatte Cindy Roleder gut lachen. Mit einem klaren Sieg im Finale, bestätigte sie ihre bestechende Form auf der 100 Meter Hürdenstrecke. Mit 0,33 Sekunden Vorsprung gewann sie das Rennen, in das sie bereits als Vorlauf-Schnellste gegangen war. Nur der starke Gegenwind von 2,3 Metern pro Sekunde vermasselte eine durchaus mögliche WM-Norm. "Das ist ein bisschen schade, denn ich bin gut rein gekommen und war richtig gut drauf. Ich denke, ohne den Wind wäre die Zeit gekommen", so Roleder, für die am Ende 13,10 Sekunden zu Buche standen. Alles unter 13 Sekunden hätte faktisch das WM-Ticket nach Daegu bedeutet. "Aber es ging hier um den Titel, den habe ich geholt, und deswegen bin ich auch ganz zufrieden", freute sich die LAZ-Sportlerin, die dennoch optimistisch ist, die geforderte Norm noch rechtzeitig knacken zu können. Für ihre dafür noch zur Verfügung stehenden Rennen hat sie vor allem einen Wunsch: "Ein bisschen Rückenwind wäre ganz freundlich!".
Den Leipziger Doppelsieg perfekt machte Anne-Kathrin Elbe, die sich im Schlussspurt gegen EM-Teilnehmerin Nadine Hildebrand (Kornwestheim) durchsetzte. Mit ihrer Zeit von 13,43 Sekunden war Elbe zwar nicht zufrieden, bekam mit der Silbermedaille aber ein durchaus adäquates Trostpflaster. Neben dem Gegenwind plagten die Neu-Leipzigerin im Finallauf gleich drei Wadenkrämpfe. "Ich wusste vorher, ich kann nur um den Sieg mitlaufen, wenn ich fit bin", sagte sie - fügte aber gleich hinzu: "Hauptsache eine Medaille!".
Rangeleien unter Männern
Alex John (li.) und Erik Balnuweit im Finale.
Foto: Jan Kaefer
Im Finale der Hürden-Männer kochten die Emotionen über. Kaum im Ziel, gerieten sich Alexander John (LAZ Leipzig) und sein einstiger Teamkollege Willi Mathiszik (Wattenscheid) in die Haare - warfen sich gegenseitig Schubserei vor. Gleich beide gingen bei der Medaillenvergabe leer aus. John kam als Vierter (13,73 Sekunden) über die Linie, Mathiszik als Fünfter (13,74 Sekunden). Titelverteidiger Matthias Bühler (Offenburg) ließen diese Kappeleien kalt, er wurde in 13,66 Sekunden erneut Deutscher Meister über 110 Meter Hürden. Zwei Hundertstel hinter ihm stürmte der Leipziger Erik Balnuweit ins Ziel, der damit seine persönlich beste Meisterschaftsplatzierung erreichte. Allerdings brauchte auch er einige Momente der individuellen Besinnung, um die Aufregungen des Rennens zu verdauen. "Es war wieder ein knapper Lauf, und es gab ein paar Berührungen der einzelnen Läufer. Dadurch ist es etwas schwieriger geworden, den Lauf sauber durchzukriegen", analysierte Balnuweit, "natürlich wäre es schöner gewesen, wenn Alex noch eine Medaille geholt hätte, aber wenn man die Umstände betrachtet, kann man ganz zufrieden sein". Sowohl Balnuweit (Leisten-Operation) als auch John (Muskelfaserriss) hatten im Jahresverlauf mit körperlichen Beeinträchtigungen zu kämpfen. Der Traum von der WM bleibt trotzdem aktuell. "Wir haben noch ein bisschen Zeit, die WM-Norm zu laufen. Von daher werden wir uns weiterhin kämpferisch geben und nach vorne schauen", so Balnuweit.
Häber und Förster früh ausgeschieden
Speerwerfer Tino Häber schüttelte nur den Kopf. Über sich selbst. Körperlich in erstaunlich guter Verfassung, schoss er beim ersten Versuch übers Ziel hinaus - übergetreten. "Der Trainer sagte, es wären 77 Meter", so Häber. Dann wollte er auf Sicherheit spielen und verlängerte seinen Anlauf, um genügend Luft zur Abwurflinie zu haben. Das erwies sich als Fehler. Mit zwei verkorksten Würfen von 71,17 Meter und 70,84 Meter, schaffte er es als Zehnter nicht mehr in den Endkampf. "Zwei Fehler, raus bin ich", brachte es der Leipziger auf den Punkt. "So etwas passiert, wenn man versucht, einen Sicherheitswurf zu machen, das darf man eben nicht machen, sondern muss voll durchziehen". Die WM-Teilnahme hat er nun abgehakt, versucht sich fortan in Schadensbegrenzung und daran, in dieser Saison die 80-Meter-Marke vielleicht doch noch zu packen. Sieger im Speerwurf-Wettkampf wurde - wie im letzten Jahr - der Favorit Matthias de Zordo (Saar) mit 81,06 Meter.
Peter Förster fehlen noch die "Körner".
Foto: Jan Kaefer
Auch für 800 Meter Läufer Peter Förster war früh Schluss. Er musste nach dem Vorlauf (1:53,03 Minuten) die Segel streichen. "Nach so langer Pause ist es schwer, wieder rein zu kommen", sagte er, für den es nach mehrjähriger Verletzungspause die erste Freiluftsaison ist. "Die letzten Körnchen Kraft fehlen noch, und auch das Gefühl für die Strecke ist noch nicht wieder richtig da", merkte Förster und weiß, dass dem nur durch viele weitere Läufe abzuhelfen ist. Seine nächsten beiden Wochenenden sind sportlich jedenfalls bereits verplant.
Als letzte Leipziger LAZ-Starterin geht heute Melanie Apitzsch über 3.000 Meter Hindernis ins Rennen (16:35 Uhr). Sie selbst betrachtet den Wettkampf lediglich als zusätzliche Lern-Erfahrung und Vorbereitung auf die Jugend-Meisterschaft im August. Deshalb hat sie sich auch "nur" eine Verbesserung ihrer persönlichen Bestzeit (10:43,77 Minuten) vorgenommen. Von den Teilnehmerinnen des Laufes haben nur neun eine bessere Meldezeit vorzuweisen. Wie weit wird es für Melanie Apitzsch nach vorn gehen können?
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Der Wald steckt voller Zeichen: Hinweisschilder für Gasleitungen, Wanderwege, Graffiti oder Markierungen an Bäumen. Alles hat – meistens – seinen Sinn. Die erleb-bar hat viele dieser Symbole entschlüsselt und die Ergebnisse in einer neuen Geocaching-Tour zusammengestellt. mehr…
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