Leichtathletik-Hallen-EM: Erik Balnuweit ist Europas Nummer 5
Jan Kaefer
02.03.2013
Erik Balnuweit (LAZ) war bei der Hallen-EM in Göteborg der einzige Leipziger Teilnehmer.
Foto: Jan Kaefer (Archiv)
Mit Hürdensprinter Erik Balnuweit konnte Leipzig nur ein einziges Eisen ins Feuer der Hallen-Europameisterschaft (1. bis 3. März) entsenden. In der Scandinavium Arena Göteborg (Schweden) überzeugte der LAZ-Athlet über 60m-Hürden mit zweimaliger persönlicher Bestzeit und kam in einem hochklassigen Finale nach 7,58 Sekunden als Fünfter ins Ziel. Den EM-Titel sicherte sich der Russe Sergej Shubenkov, der mit Jahresweltbestzeit von 7,49 Sekunden aufhorchen ließ.
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Als eine "außergewöhnliche Leistung auf Weltniveau" bezeichnete Erik Balnuweit das EM-Finale über 60m-Hürden, das am Freitagabend eine Weltjahresbestleistung von Shubenkov (Russland) sowie zwei Landesrekorde von Dal Molin (Italien) und Baji (Ungarn) hervor brachte. Auch Balnuweit war im Endlauf so schnell wie nie zuvor und schraubte seine persönliche Bestzeit aus dem Halbfinale (7,59 Sekunden) um ein weiteres Hundertstel nach unten. "Ich kann sehr zufrieden sein", bilanzierte der Leipziger, "es war ungefähr das, was ich mir vorgenommen hatte".
Doch völlig aus dem Häuschen geriet der 24-Jährige mit Blick auf seinen 5. Platz dennoch nicht. "Mit einem optimalen Lauf wäre auch eine 7,54 drin gewesen", sieht er bei sich selbst weiteres Entwicklungspotential. Vor allem der Rennbeginn bis zur ersten Hürde hatte ihm in den letzten Monaten zu schaffen gemacht. Das sei in Göteborg nun zwar besser gelungen, so Balnuweit im L-IZ-Interview, "aber ich kann noch mehr und werde weiter daran arbeiten".
Neue persönliche Bestzeit: 7,58 Sekunden.
Foto: Jan Kaefer (Archiv)
Bei aller Selbstkritik, auf seine EM-Leistung darf Erik Balnuweit zu Recht stolz sein, denn der Wettkampftag verlangte dem Athleten alles ab. Bereits um 6:00 Uhr war der Sportsoldat auf den Beinen, denn um 10:30 Uhr musste er fit sein für den Vorlauf. In 7,61 Sekunden erledigte er diesen Job souverän und qualifizierte sich als Viertbester für das Halbfinale. Das wiederum stand erst um 18:12 Uhr auf dem Programm. Balnuweit war hellwach, knackte seine eigene Bestzeit und war mit 7,59 Sekunden insgesamt Drittschnellster.
Doch der Rekordlauf ließ seinen Körper ächzen. "Nach dem Halbfinale war ich schon sehr, sehr platt", gab der Leipziger zu. "Ich hatte einige muskuläre Probleme und erste Wehwehchen haben sich gemeldet". Da das Finale auf 19:45 Uhr terminiert war, blieb nur eine gute Stunde zur Regeneration. Viel zu wenig für Erik Balnuweit, der eigentlich fix und fertig war. "Bei der Erwärmung für's Finale konnte ich gar nichts machen", verriet er. Und trotzdem ging noch was. "Im Finale habe ich mich nochmal zusammengerissen", sagte der Deutsche Hallenmeister - und wurde prompt mit einer weiteren Bestzeit belohnt.
Nun beginnt für den Mann vom LAZ Leipzig das Wochenende. Ganz entspannt kann er sich bis Sonntag die Wettkämpfe seiner Teamkollegen anschauen. Ein besonderes Augenmerk wird Erik Balnuweit auf Sprintkumpel Julian Reus (Wattenscheid) haben. Beide hatten eine Wette laufen - wer schafft bis Saisonende die kleinere Zahl hinter dem Komma. Reus legte bei den Deutschen Meisterschaften mit 6,56 Sekunden ein ordentliches Pfund vor. Balnuweit konnte jetzt "nur" mit 7,58 Sekunden kontern. Die Wette ist für den Leipziger damit schon verloren, im anstehenden Trainingslager in Orlando wird er seinen Wattenscheider Wettpartner darum auf ein Essen und ein Bierchen einladen müssen.
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