Franziska van Almsick in Leipzig: Jedes Kind, das ertrinkt, ist eins zu viel!
Jan Kaefer
17.03.2009
Franziska von Almsick.
Foto: Jan Kaefer
Als "Gold-Franzi" begeisterte sie mit ihren großen Erfolgen ganz Deutschland. Vor vier Jahren hing Vorzeigeschwimmerin Franziska van Almsick schließlich ihren Badeanzug an den Nagel. Seit dem engagiert sie sich u. a. dafür, dass Kinder schwimmen lernen können. Dabei hilft nun auch ihr Kinderbuch "Paul Planschnase am Meer".
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Auf der Leipziger Buchmesse stellte sie ihr Werk vor und kritisiert die deutschen Schulen für ihr geringes Interesse am Schwimmunterricht.
"Schwimmen ist das Stiefkind der Schulen!", bemängelt van Almsick.
Foto: Jan Kaefer
Paul Planschnase ist ein kleiner Junge, der mit seinen Eltern ans Meer fährt. Doch da er nicht schwimmen kann, traut er sich nicht ins Wasser und wird von den anderen Kindern ausgelacht. Doch als Paul den Seestern Anton, das Treibholz Karl und die freche Krabbe Frieda trifft, helfen die ihm, die Angst vorm Wasser zu verlieren. "Die Übungen aus dem Buch kann man wirklich nachmachen", unterstreicht die prominente Autorin. Dennoch sollten die jungen Leser unbedingt einen Schwimmkurs belegen.
Betroffen zeigte sich Franziska van Almsick davon, dass im letzten Jahr in Deutschland 11 Kinder ertrunken sind. "Jedes Kind, das ertrinkt, ist eins zu viel!" mahnte die 30-Jährige. Laut einer Studie kann ein Drittel aller Kinder, die hierzulande die Grundschule verlassen, nicht richtig schwimmen. Das bringt van Almsick auf die Palme: „Schwimmen ist das Stiefkind der Schulen – niemand bemüht sich darum. Ich finde, dass man dagegen etwas tun muss!"
Franziska signiert ihr Kinderbuch "Paul Planschnase am Meer".
Foto: Jan Kaefer
Mit dem Tun hat die Mutter eines 2-jährigen Sohnes bereits begonnen. In ihrer Wahlheimat Heidelberg initiierte sie das Projekt "Heidelberger Kids auf Schwimmkurs". Das vernetzt die Grundschulen der Stadt untereinander und gibt ihnen Hilfestellung für den Schwimmunterricht. Darüber hinaus mischt die ehemalige Welt- und Europameisterin bei der bundesweiten Initiative "Kinder lernen Schwimmen" mit. Unterstützt durch C&A Deutschland konnten so 1.000 Schwimmkurse an bedürftige Kinder verschenkt werden.
Doch die größte Herausforderung für Franziska van Almsick wird es bleiben, den Stellenwert des Schwimmunterrichts an den Schulen zu erhöhen. „Da muss man oben anfangen – das dauert.", weiß die Vize-Chefin der Deutschen Sporthilfe. „Mein Traum ist, dass jeder Schüler, der die Grundschule verlässt, eine Grundschwimmart technisch sauber beherrscht." Angst davor, dass diese Vision eine Nummer zu groß sein könnte, hat Franziska van Almsick nicht. „Das ist ein hoher Anspruch", sagt sie kämpferisch, „aber ich hatte in meinem Leben immer hohe Ansprüche!".
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