Neue Ausstellung öffnet am Mittwoch: Wir gegen uns. Sport im geteilten Deutschland
Redaktion
23.11.2009
Endspielball der Fußball-WM 1954.
Foto: Stiftung HdG/ CDS Gromke
Das legendäre Tor von Jürgen Sparwasser bei der Fußballweltmeisterschaft 1974, der Zieleinlauf von Heide Rosendahl und Renate Stecher bei den Olympischen Spielen 1972 in München – Ereignisse, die sinnbildlich für deutsch-deutsche Sportgeschichte stehen.
Anzeige
Die neue Ausstellung „Wir gegen uns. Sport im geteilten Deutschland“, die am Mittwoch, 25. November, im Zeitgeschichtlichen Forum eröffnet wird, beschreibt die unterschiedliche Entwicklung des Sports in der Bundesrepublik und der DDR und fragt nach dessen Bedeutung im deutsch-deutschen Wettstreit der Systeme. Gleichzeitig veranschaulicht die Ausstellung die Faszination des Sports, seine Strahlkraft auf den Einzelnen und die Gesellschaft, indem sie an fest im kollektiven Gedächtnis der Deutschen verankerte glanzvolle Höhepunkte, an Wettkämpfe, Siege und Rekorde erinnert.
Unter den mehr als 1.100 Exponaten finden sich das Rennrad von Täve Schur, ein Modell des Münchener Olympiaparks sowie die Fahne der gesamtdeutschen Olympiamannschaft. Die Förderung des Spitzensports in Ost und West wird u. a. durch Trainingsgeräte aus dem DDR-Hochleistungszentrum in Kienbaum sowie einen Spind aus einer Bundeswehrsportschule veranschaulicht. Persönliche Erinnerungsstücke wie die Schwimmflossen von Axel Mitbauer, mit denen der DDR-Schwimmer 1969 durch die Ostsee in die Freiheit schwamm, verdeutlichen die Zwänge, die Sportlern in der DDR auferlegt wurden. Die Ausstellung erinnert gleichzeitig an herausragende Sportereignisse wie den Sieg der Bundesrepublik bei der Fußballweltmeisterschaft 1954, das deutsch-deutsche Duell bei der Fußballweltmeisterschaft 1974 sowie die Olympischen Spiele von 1952 bis in die Gegenwart.
Mobilisierung der Massen: Das Leipziger Turn- und Sportfest 1956.
Foto: Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland/ CDS Gromke
In der DDR betonte die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) die politische Bedeutung des Sports. Er sollte beim Aufbau der neuen Gesellschaft helfen und die Bevölkerung für den neuen Staat begeistern. Seine Organisationen, vor allem der 1957 gegründete Deutsche Turn- und Sportbund (DTSB), wurden von der SED gelenkt.
In der Bundesrepublik sind die Sportverbände demokratisch verfasst und legen Wert auf ihre politische Unabhängigkeit. Der 1950 gegründete Deutsche Sportbund (DSB) unterstützte die Bundesregierung gleichwohl in ihrem Anspruch, die alleinige Vertretung Deutschlands zu sein.
Der Kalte Krieg zwischen Ost und West prägte auch die deutsch-deutschen Sportbeziehungen. Beide Seiten begegneten sich mit großem Misstrauen, betonten aber auch die Bedeutung des Austauschs.
Ab Mitte der 1960er Jahre verstärkte die DDR die Förderung des Leistungssports. Talente wurden schon im Kindesalter trainiert und einzelne Sportarten besonders unterstützt. Medaillen bei Olympischen Spielen galten als Prestigegewinn für die DDR. Staatlich gelenktes Zwangsdoping erhöhte die Leistungsfähigkeit der DDR-Athleten. Technische Innovationen und neue Trainingsmethoden führten vor allem in den 1980er Jahren zu einer schier unglaublichen Erfolgsserie. Das SED-Regime räumte den Spitzensportlern besondere Vergünstigungen ein, setzte sie gleichzeitig aber unter starken politischen Druck und trieb viele in die Flucht.
Auch die Bundesrepublik ging seit Mitte der 1960er Jahre neue Wege in der Nachwuchsförderung im Sport. Ziel war ein gutes Abschneiden bei den Olympischen Spielen 1972 in München. Gemeinsam sorgten Politik und Wirtschaft für eine bessere Ausstattung des Leistungssports. Die Orientierung am „Sportwunderland DDR“ machte selbst vor der Anwendung von Doping nicht halt.
Die Ausstellung schließt mit einer Betrachtung der Entwicklung seit der Wiedervereinigung. Sie erinnert an die Freude über neu gewonnene Möglichkeiten und erste gemeinsame Erfolge – etwa bei den Olympischen Spielen in Albertville und Barcelona 1992 –, sie zeigt aber auch die Probleme beim Zusammenwachsen von Ost und West. Der 1990 einsetzende Streit um das DDR-Erbe im Sport hält bis in die Gegenwart an.
Der Präsident der Stiftung Haus der Geschichte, Prof. Dr. Hans Walter Hütter, merkt zur neuen Ausstellung an: „Der Kalte Krieg prägte auch die deutsch-deutschen Sportbeziehungen. Der Sport ist ein aussagekräftiger Spiegel politischer Ereignisse und zeitgeschichtlicher Entwicklungen. Diese Ausstellung lädt dazu ein, die Geschichte seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs in neuen Perspektiven zu betrachten.“
Die Ausstellung ist vom 25. November 2009 bis 5. April 2010 im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig zu sehen. Der Eintritt ist frei.
Öffnungszeiten: Dienstag – Freitag von 9 – 18 Uhr, Samstag/Sonntag von 10 – 18 Uhr.
Begleitpublikation: 19,90 Euro in den Museumsshops der Stiftung in Bonn und Leipzig (im Buchhandel 24,90 Euro).
„Pro Organo“ - eine Konzertreihe zugunsten der Orgel in der Emmauskirche Sellerhausen - beginnt am Freitag, 10. Februar, mit einem Familienkonzert. „Pro Organo“ heißt die Konzertreihe mit der die evangelische Kirchgemeinde Sellerhausen Spenden für die notwendige Reparatur und Erneuerung ihrer Orgel in der Emmauskirche (Wurzner Straße 160) sammelt. mehr…
Am Mittwoch, 8. Februar, um 19:00 Uhr lädt Das Fundbuero ein zur Diskussion unter dem Thema „Freiheit und Demokratie – Eine offenen Debatte.” - Freiheit und Demokratie, das waren die zentralen Forderungen im Herbst 1989. Mit dem Ende der SED-Herrschaft, den Runden Tischen und den ersten freien und geheimen Wahlen zur Volkskammer im März 1990 waren diese Forderungen erfüllt. mehr…
Nel Arta alias Cornelius Artjens hat ein Problem. Sie ist ein bisschen außer Rand und Band. Verständlich nach ihrem recht turbulenten Ausflug nach Brasilien, wo sie ihre Geschlechtsumwandlung eigentlich perfekt machen lassen wollte. Aber billig ist auf dem Markt der Geschlechtsumwandlungen mordsgefährlich. Und das Abenteuer endet keineswegs mit der geglückten Rückkehr nach Deutschland. mehr…
Sein Opfer wird den 11. Juli 2008 nie vergessen: Bei sommerlichen Temperaturen soll Andreas S. in der Nähe des Mockau Centers einen jungen Fan der BSG Chemie Leipzig angegriffen haben. Der Lok-Fan, der von seinen Freunden "Bowale" genannt wird, schlug laut Anklage mehrfach auf sein wehrloses Opfer ein. Der 16-Jährige erlitt eine Platzwunde, entkam aber zunächst seinem Peiniger. mehr…
Am Donnerstag, 2. Februar, und Freitag, 3. Februar, kam die SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag zu ihrer Jahresauftaktklausur in Radebeul zusammen. Neben dem diesjährigen Schwerpunktthema „Starke Wirtschaft. Faire Arbeit. In Sachsen.“ wurden auch aktuelle parlamentarische Initiativen beraten. So diskutierten die Abgeordneten die weitere Vorgehensweise bezüglich eines Untersuchungsausschusses rund um das Thema der Zwickauer Terrorzelle. mehr…
Was für ein wichtiger Sieg für die Uni-Riesen. Die Grünweißen besiegten in ihrem Heimspiel am Freitagabend die zuvor fünfmal siegreichen White Wings Hanau mit 80:68 (49:36) und sicherten sich damit die Playoff-Teilnahme um den Aufstieg in die ProA. Doch die Schlussphase geriet zur Nervenschlacht. Spielentscheidend waren insgesamt sechs dunkelgrüne Streifen. mehr…
Gutti getortet! Hahahaaha! Hä? Das könnte man einen klassischen Zielkonflikt nennen. Oder schlicht ein Zeichen für galoppierende Hirnschmelze durchs "24-Stunden-Netzen". Eigentlich hätte die Torten schmeißende "Hedonistische Internationale" einen Aufnahmeantrag für den Gockel dabei haben sollen. Oder wär gleich zu Hause geblieben. Aber eitle Menschen unter sich im hippen Berlin - da konnte man schlecht widerstehen, da musste man hin. mehr…
Die Handballer des SC DHfK Leipzig müssen die kommende Saison ohne Spielgestalter Philipp Seitle planen. Das 26-jährige Kraftpaket wechselt im Sommer zurück in seine Heimatregion und wird dort für den Noch-Ligakonkurrenten TV Neuhausen auflaufen. mehr…
Jim Cantona nennt sich der Gitarrist der Rocker aus Altenburg. Er nahm sich Zeit, um etwas aus dem Nähkästchen zu plaudern. "Daniel Orange" hat 2012 einiges vor. Der Klampfer stellt viele Live-Auftritte in Aussicht, schaut zurück und nach vorne. Wie aber alles am Ende klingen wird, verrät Jim noch nicht. mehr…
Lok Leipzigs Präsident Michael Notzon ist nicht mehr Geschäftsführer beim Lok-Hauptsponsor goldgas. Zusammen mit den anderen drei bisherigen Anteilseignern hat der Geschäftsmann seine Anteile am Gasversorger an den Finanzinvestor Fonds bluO verkauft. Auswirkungen auf den FCL soll das jedoch nicht haben, würde also weiterhin eingeplanten Verstärkungen nicht im Weg stehen. mehr…
Die Leipziger Polizei ist nicht müde auf eine wichtige Verhaltensregel hinzuweisen. Es geht nicht ums Radfahren ohne Licht, oder um Geisterfahrten mit dem Auto oder Schwarzfahren mit der Tram. Anscheinend gibt es ein paar Leipziger, die so vertrauensselig sind, dass sie ihre Wohnung unverschlossen verlassen. Erneut kommt ein Hinweis aus dem Pressebüro der Polizei zum Verlassen der eigenen Häuslichkeiten: "Schließen Sie Ihre Hütte ab!" mehr…
Gero Künzel wird 50. Seit 1990 gehört der Erfurter Maler zum Künstlerstamm der 1989 gegründeten Galerie Schwind. Es ist in Leipzig das Zuhause der "Leipziger Schule" geworden. Der einstige Meisterschüler von Bernhard Heisig ist einer ihrer Vertreter. Die Galerie Schwind ehrt ihn im Februar und März im Tübkehaus in der Springerstraße mit einer Geburtstagsausstellung. mehr…
Noch 2001 endete eine Wagner-Aufführung von Dirigent Daniel Barenboim in Israel mit einem Eklat. Eigentlich wird Richard Wagner in Israel boykottiert. Der Leipziger Sohn galt selbst als "anti-jüdisch". Sogar Philosoph Friedrich Nietzsche wendete sich mit Grausen von ihm ab. Adolf Hitler soll aufgrund des Hörens von Wagner-Opern "erleuchtet" worden sein. Israelis setzten Wagner als Soundtrack für den Holocaust gleich. Es gibt viele Gründe, Wagner nicht zu mögen. Jetzt scheint es anders zu werden. mehr…
Ende August dieses Jahres wird das Pflegewohnstift Gohlis in Leipzig fertiggestellt. Das teilt die Wohnungsbaugesellschaft Th. Semmelhaack GmbH mit. Mit einem Investitionsvolumen von rund 13,5 Millionen Euro entsteht an der Ecke Lindenthaler/Georg-Schumann-Straße derzeit eine Pflegeeinrichtung mit 122 Einzelzimmern auf einer Fläche von insgesamt rund 6.765 Quadratmetern. mehr…
Dass sich die Kooperation mit der Justiz lohnen kann, beweist der Prozess gegen Tom M. Das Landgericht verurteilte den 23-jährigen Colditzer am Freitag wegen räuberischer Erpressung und Körperverletzung zu 14 Monaten auf Bewährung. Er hatte am 7. März 2010 offenbar aus Liebe zusammen mit seiner damaligen Partnerin deren Ex-Freund abends auf dem Aldi-Parkplatz in der Essener Straße in einen Hinterhalt gelockt, angegriffen und ausgeraubt. Die magere Beute: Ein Handy und 110 Euro. mehr…