Zukunft für Sporttalente: Projekt "Sport und Ausbildung" gestartet
Jan Kaefer
07.09.2010
14 Leipziger Leistungssportler starten in die Berufsausbildung zum Bürokaufmann/ -kauffrau.
Foto: Jan Kaefer
Die sportlichste Berufsschulklasse des Freistaates ist in Leipzig zum Lehrbeginn angetreten. Das Besondere daran: Die Ausbildungszeit der 14 jungen Leistungssportler beträgt 4,5 Jahre - statt nur drei. So kann parallel intensiv weiter am Traum von Olympia gearbeitet werden.
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Sachsens Kultusminister Roland Wöller.
Foto: Jan Kaefer
Der sächsische Kultusminister Roland Wöller war persönlich angereist, um gestern in der IHK Leipzig seine besten Wünsche zum Start des Projektes "Duale Höchstleistungen: Sport und Ausbildung" zu überbringen. Erstmals in Deutschland erhalten ambitionierte Leistungssportler nun die Gelegenheit, neben dem Erlernen des Berufes Bürokaufmann/ Bürokauffrau noch genügend Zeit für die sportliche Weiterentwicklung zur Verfügung zu haben. "Bitte begreifen Sie das als große Chance. Sie sind Pioniere und können für nachfolgende Generationen Maßstäbe setzen.", appellierte der Minister an die anwesenden Sportler.
Behindertenschwimmer Martin Schulz.
Foto: Jan Kaefer
Für die neun Frauen und fünf Männer, die alle zum Olympiastützpunkt Leipzig gehören, steht bis zum Ende des Jahres der erste Theorieblock auf dem Programm. Am Beruflichen Schulzentrum der Gutenbergschule können sich die Ringer, Behindertenschwimmer, Schwimmer, Ruderer, Kanurennsportler, Leichtathleten, Handballer, Fußballer und Sportschützen dabei genauer kennenlernen. Ab Januar geht es dann in die Praxis und damit in die Ausbildungsbetriebe. Zwölf Leipziger Firmen konnten für das Projekt gewonnen werden, die einen oder zwei Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen.
"Wir werden unser Bestes geben - im Sport und im Betrieb", versprach Behindertenschwimmer Martin Schulz im Namen aller Aktiver. "Viele von uns haben das Ziel, einmal an Olympia teilzunehmen oder sogar eine Medaille zu gewinnen. Dafür werden wir weiter Höchstleistungen bringen und uns noch steigern."
Vertreter der Ausbildungsbetriebe wurden mit einer Urkunde gewürdigt.
Foto: Jan Kaefer
Der Grundstein für das innovative Projekt wurde im Mai vergangenen Jahres auf einer Sitzung des Fachausschusses Sport gelegt. Dieser ging der Frage nach, wie Leipziger Unternehmen durch die Bereitstellung von Ausbildungsplätzen zur Förderung des Leistungssports beitragen können. Bald war klar, dass kein Weg daran vorbei führt, eine gesonderte Sportlerklasse einzurichten und die Dauer der Berufsausbildung auf 4,5 Jahre zu strecken. Eine Projektgruppe aus Sächsischer Bildungsagentur, IHK, Olympiastützpunkt und Gutenbergschule kümmerte sich anschließend darum, den Lehrplan den besonderen Bedürfnissen der Sportler anzupassen und Ausbildungsplätze in den ansässigen Betrieben zu finden.
Nach erfolgreichem Projektstart ist vorgesehen, alle zwei Jahre eine neue Sportler-Klasse in die Berufsausbildung zu schicken.
Die Sportler und ihre Ausbildungsbetriebe
Jan Richtsteig (Ringen): Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft mbH Kirk Haupt (Ringen): Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft mbH Nicole Hauptmann (Ringen): Leipziger Aus- und Weiterbildungsbetriebe GmbH Norman Flemming (Behindertenschwimmen): Leipziger Aus- und Weiterbildungsbetriebe GmbH Jacqueline Görner (Schießen): Ausbildungsverbund Udo Lerz und Henrik Dantz Christin Fernitz (Rudern): VNG Verbundnetz Gas AG Martin Schulz (Behindertenschwimmen): Stadtwerke Leipzig GmbH Sophia Haas (Kanurennsport): Kommunale Wasserwerke Leipzig GmbH Stephanie Meyer (Schwimmen): Wohnungsgenossenschaft Pro Leipzig eG Juliane Haußmann (Leichtathletik): Leipziger Messe GmbH Christoph Sittig (Leichtathletik): ARQ Immobilienverwaltungsgesellschaft mbH Viktoria Armann (Leichtathletik): Medica-Klinik Kim Julia Brettschneider (Handball): Konsumgenossenschaft Leipzig eG Anne Richter (Fußball): Mitteldeutsche Airport Holding.
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