Laufend gegen Krebs 2011: Schneller rennen als die Polizei
Gernot Borriss
30.06.2011
Laufend gegen Krebs, Start 2010.
Foto: Gernot Borriss
Die Charity-Aktion „Laufend gegen Krebs“ erlebt am 17. September 2011 seine zweite Auflage. Zum einen wolle man die Situation der Betroffenen verbessern, zum anderen den Prophylaxegedanken stärken, nennt Barmer-Landesgeschäftsführer Paul-Friedrich Loose die Anliegen der Aktion. Der Erlös soll auch 2011 dem Projekt „Friesennest“ zugute kommen.
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Eine „Herzensangelegenheit“ sei ihm die Unterstützung der Aktion „Laufend gegen Krebs“, bekannte Barmer-Landesgeschäftsführer Paul-Friedrich Loose am Dienstag beim Pressefrühstück. Deshalb sitzt die Krankenkasse auch in diesem Jahr als Partner wieder mit im Boot, wenn die Sächsische Krebsgesellschaft am 17. September zum zweiten Mal zum Spendenlauf bittet.
Jährlich erkranken in Sachsen gut 25.000 Menschen an Krebs in einer seiner Formen. Und jährlich verlieren gut 12.000 Menschen den Kampf gegen diese Krankheit. „Diese erschreckenden Zahlen sind Anlass und Grund für die Sächsische Krebsgesellschaft e.V., gemeinsam mit verschiedenen Partnern auch auf neuen Wegen den Kampf gegen die Krankheit und deren Begleiterscheinungen aufzunehmen“, so die Veranstalter.
Früherkennung sei deshalb ganz wichtig, geht die Botschaft insbesondere an den Vorsorgemuffel Mann. Und Vorbeugung natürlich auch. Mit Bewegung beispielsweise, womit Barmer-Mann Loose wieder den Bogen zum Laufen schlägt. Pro Woche 30 Minuten Bewegung würden schon reichen.
Dann gibt es die andere Seite der Realität Krebs. „Krebs chronifiziert sich“, sagt Dr. Ralf Porzig, Geschäftsführer der Sächsischen Krebsgesellschaft. Etwa 60 Prozent der Betroffenen überleben die ersten fünf Jahre nach der Erstdiagnose. Diese erfreuliche Situation erfordere Hilfen für den Umgang mit der Krankheit. Dazu zählt für Ralf Porzig auch die Frage „Wie sag ich’s meinem Kind“.
Laufend gegen Krebs, Start 2010.
Foto: Gernot Borriss
So sieht es auch Paul-Friedrich Loose. „Wir waren bisher fokussiert auf Eltern, die ein krebskrankes Kind haben“, sagt er. Nun wolle man den Schutzreflex auch einschalten, wenn Eltern Krebs haben.
Deshalb unterstützt die Barmer das Projekt „Friesennest“ im ehemaligen Krankenhaus an der Friesenstraße. Hier wird versucht, Kindern einen Teil des Familienalltags zurückzugeben, wenn ein Elternteil an Krebs erkrankt ist. Das Angebot ist „richtig und unverzichtbar“, so der Barmer-Mann.
Um die Arbeit des Friesennestes erneut mit zusätzlichen Spenden zu unterstützen, bitten die Veranstalter von „Laufend gegen Krebs“ die Leipziger erneut auf das Stadionoval der SG Olympia 1896 an der Waldstraße 177. Nach der Eröffnung um 10.00 Uhr folgt um 11.00 Uhr ein Stundenlauf. Pro gelaufener Runde wird ein selbst gesetzter Betrag fällig.
Im Vorjahr kamen am Ende insgesamt rund 8.500 Euro zusammen. Bei 1.000 Teilnehmern, wie Andreas Habicht vom ehrenamtlichen Organisationskomitee erinnert. „Gut doppelt so viel“ erwartet er in diesem Jahr. Die Gespräche mit Schulen, Vereinen und Unternehmen liefen. „Wir würden uns freuen, wenn Leute, die gerade am Leipziger Firmenlauf teilgenommen haben, das T-Shirt erneut überstreifen würden“, appelliert Paul-Friedrich Loose.
Den sportlichen Höhepunkt des Nachmittags bildet ab 13.00 Uhr der Staffellauf. Ein Team der Genesenen, im Vorjahr läuferisch nicht zu schlagen, sucht erneut viele Herausforderer.
Andreas Habicht und Volker Große.
Foto: Gernot Borriss
„Wir Überlebenden fordern andere Staffeln heraus, mehr Runden in dieser Stunde zu schaffen als wir“, erläutert Volker Große das Prinzip. Es sollten maximal zehn Läufer je Staffel sein, wobei jede Staffel wechseln könne, wann und wie oft sie will.
Gerade als laufende "Überlebende" wolle man Hoffnung machen und „zeigen, dass es ein Leben und auch ein sportliches Leben nach einer derartigen Krankheit geben kann“, so Volker Große weiter.
Die Diagnose Krebs ereilte den Unternehmer 2005. „Mir hat der Sport geholfen, die Krankheit zu überleben und den Krebs zu besiegen“, lautet die Botschaft des ehemaligen Leistungssportlers Außerdem habe er während der Krebsbehandlung sehr viel Leid gesehen. „Es war mir sehr bald klar, dass ich mich engagieren würde, um anderen zu helfen, die Krankheit zu überstehen“, begründet Volker Große sein Engagement für das Lauf-Event.
Herausgefordert wird sein Team übrigens von einer Polizei-Staffel. Wer sich also für den Staffellauf anmeldet, kann auf dem Stadionrund für einen guten Zweck auch schneller als die Polizei sein.
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