Hallenhockey-EM: Auch die Herren holen den Titel zurück
Gernot Borriss
15.01.2012
Auch die deutschen Hockey-Männer genossen das goldige Gefühl des EM-Titelgewinns.
Foto: Jan Kaefer
Erstmals seit 2006 sind die deutschen Hockey-Herren wieder Hallen-Europameister. Im Finale am Sonntag in der Arena Leipzig besiegten sie das tschechische Team am Ende deutlich mit 4:0. Der Hamburger Tobias Hauke wurde zudem zum wertvollsten Spieler des Turniers gewählt. Titelverteidiger Österreich holte die Bronzemedaille.
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Aus „Hockey is coming home“ wurde am Ende „Titles are coming home“. Bei der doppelten Heim-EM in Leipzig holten neben den deutschen Damen und auch die Herren im Trikot des Deutschen Hockey-Bundes den Titel. Und wie das dann im Überschwang der Gefühle bei erfolgsverwöhnten Verbänden so ist, war oft vom Zurückholen des Titels die Rede. So ist nun Hallen-Weltmeister Deutschland erstmals seit 2006 auch wieder Hallen-Europameister.
Kapitän Tobias Hauke eröffnete den Torreigen.
Foto: Jan Kaefer
Im Herren-Finale hielten sich beide Teams nicht lange mit taktischem Abtasten auf. Die Zuschauer in der erneut mit 5.000 Zuschauern bestens gefüllten Arena sahen von Anbeginn ein dynamisches Spiel auf hohem Niveau. Tschechen und Deutsche suchten engagiert ihre Chancen, fanden aber eingangs gegen die erneut hervorragend aufgelegten Torhüter Filip Neusser (Tschechien) und Nicolas Jacobi (Deutschland) keine Mittel. In der 16. Minute dann eine kurze Ecke für Deutschland. Pilt Arnold passte in die Mitte auf Matthias Witthaus. Dann kam der Ball zu Mannschaftskapitän Tobias Hauke. Der zog ab und traf zum 1:0. So stand es dann auch zur Halbzeit. Während die frisch gebackenen Europameisterinnen zu den Pausenklängen von DJ Tim schon mal kurz im Zuschauerbereich tanzten, legte sich Leipzigs Sportbürgermeister Heiko Rosenthal auf Deutschland als neuen Herren-Europameister fest. Es bleibe beim 1:0, prognostizierte der erste Sportwart der Stadt via Hallenmikrofon.
Matthias Witthaus trug sich ebenfalls in die finale Torschützenliste ein.
Foto: Jan Kaefer
Auch im nun folgenden zweiten Durchgang schenkten sich beide Teams nichts. Allein die Gastgeber fanden die Mittel zum Torerfolg. In der 32. Minute drang Matthias Witthaus über links fast bis zur Grundlinie durch und erzielte mit sehenswertem Schuss aus spitzem Winkel das 2:0. Nachdem Thilo Stralkowski nach einer kurzen Ecke zum 3:0 für Deutschland traf, stellten die Tschechen auf sechs Feldspieler um. Zählbares gab es aber nur noch auf der deutschen Seite. Benjamin Wess traf in der 38. Minute in das entblößte Gästetor. Dann war Feiern angesagt. Ein Titel ging dabei an die tschechischen Silbermedaillen-Gewinner. Filip Neusser wurde für seine überragenden Leistungen zum besten Torhüter des Turniers gewählt. Dessen Leistungen hatten es auch Frank Mäusert, Präsident des HC Lindenau Grünau angetan. Zwar sah er die Hausherren im Finale als das bessere Team, doch zog er auch vor der Leistung der Tschechen den Hut. „Ich bin fasziniert von der gesamten Endrunde“, so Mäusert weiter. Das sei, auch wegen der Leistungen aller Mannschaften, eine „super Hockey-Werbung“ gewesen.
Jubel-Tag: Benjamin Wess freute sich gemeinsam mit Oskar Deecke über die Entscheidung.
Foto: Jan Kaefer
Eine „Riesen-Leistung“ bescheinigte Uwe Gasch, der hiesige Stadtsportbund-Präsident, dem deutschen Herren-Team. Von der Atmosphäre begeistert war auch Norbertas Sieber, der beim Leipziger Sport-Club in der Regionalliga Hallenhockey spielt. Vor allem die „geistige Fitness der Spieler“ habe ihn beeindruckt. Hockey-Bundestrainer Markus Weise lobte die „geschlossene Mannschaftsleistung“ seines Teams. „Wir waren hier offensiv und defensiv eine der besten Mannschaften und haben uns aus kritischen Spielsituationen befreit“, bilanzierte Weise, „von daher ist der EM-Titel durchaus verdient.“
Die Ergebnisse des Tages
um Platz 3:
Österreich - Niederlande 5:3 Finale:
Tschechien - Deutschland 0:4
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