Neues Modulkonzept auf der Automeile: Volkswagen Automobile Leipzig eröffnet neues Autohaus
Ralf Julke
09.04.2011
VW Autohaus in der Richard-Lehmann-Straße.
Foto: Ralf Julke
Zwei Jahre wurde gebaut. 8,3 Millionen Euro wurden investiert. Die Nachbarn spendieren Parkplätze. Am heutigen Samstag, 9. April, eröffnet das neue Volkswagen Autohaus an der Richard-Lehmann-Straße. Die Automeile wächst um ein weiteres Schwergewicht. Und es ist auch noch ein Prototyp.
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„Der neue Standort an der Automeile ist das erste Volkswagen Autohaus im Osten Deutschlands, das nach dem neuen architektonischen Volkswagen Modulkonzept gebaut wurde. Mit unserem neuen Standort sind wir in Leipzig nun in allen vier Himmelsrichtungen vertreten und innerhalb von 15 Minuten erreichbar – egal wo man sich gerade befindet“, sagt Erwin Nowotny, Geschäftsführer der Volkswagen Automobile Leipzig GmbH.
Seit September leitet er das Tochterunternehmen der Volkswagen AG, das den Vertrieb der Fahrzeuge in Leipzig organisiert. Damit ist er gleich für drei Autohäuser zuständig, die in Leipzig aufgemöbelt wurden - der Betrieb in der Merseburger Straße wurde nach denselben Prinzipien ausgebaut wie jetzt an der Richard-Lehmann-Straße, im Norden zog man aus dem alten VW-Autohaus im alten Straßenbahndepot in der Delitzscher Straße in eine komplett umgebaute ehemalige Tankstelle. Insgesamt 13 Millionen Euro hat die Volkswagen Automobile Leipzig 2010 und 2011 in ihre nun vier Leipziger Standorte investiert.
Im östlichen Standort in der Torgauer Straße 331 wurde ein neuer 10-Jahres-Vertrag abgeschlossen. Hier wird noch nicht umgebaut, sagt Nowotny, denn das Haus wurde erst vor 14 Jahren nach dem Plaza-Konzept neu gebaut. Auch im Segment der Autohäuser sind Investitionsvorläufe länger als die normale Laufzeit eines Autos. Oder auch die Vorlaufzeit zur Entwicklung eines neuen Modells.
Wird heute eröffnet: VW Autohaus in der Richard-Lehmann-Straße.
Foto: Ralf Julke
Das sind sechs Jahre, sagt Nowotny. 500 Millionen Euro Entwicklungskosten. Er kennt seine Zahlen. Was er jetzt für das neue Haus an neuen Modellen ordert, hat die Tour über die Messen hinter sich. 6.500 Fahrzeuge verkauft VW jedes Jahr in Leipzig. Ab Herbst zum Beispiel ein Modell, auf das auch Nowotny gespannt ist: der Up!, der in der Modellpalette von VW der Nachfolger des Lupo werden soll. Ein Kleinstwagen, den es auch mit "1-Liter-Motor" geben wird. Es gibt auch eine VW-Studie, die ihn mit E-Auto konzipiert.
Ein Thema, das Nowotny ebenfalls beschäftigt. "Die Zukunft gehört dem Elektromotor, da bin ich mir sicher", sagt er. Sieht aber die Übergangszeit in das neue Motorzeitalter etwas länger. Denn den Trend bestimmen die Kunden. "Und mal so gesehen haben wir mit dem Golf das ideale Auto im Angebot", sagt Erwin Nowotny, der im neuen Autohaus auch ein neues gläsernes Büro bezieht. Gläsern sind auch die Büros der Vertriebsmitarbeiter. Glas bestimmt auch den "Showroom".
Zum Eröffnungstag können die Besucher sich kleine Hörsets über die Ohren stülpen und in einer kleinen Audioführung durch das Gebäude führen lassen. Vom "Showroom" über die Auslieferung bis zur Werkstatt, wo man durch große Glasscheiben auf das Gewimmel der Mechatroniker schauen kann. Zum Presserundgang am Freitag wimmelte es noch nicht. Man hatte ja eigentlich noch gar nicht geöffnet.
Blick in die Werkstatt.
Foto: Ralf Julke
"Aber die ersten waren schon da und wollten ihre Reifen gewechselt haben. Haben wir natürlich gemacht", sagt der Geschäftsführer. Ostern naht, da müssen die Winterreifen, die diesmal eigentlich alle Autofahrer brauchten, wieder durch Sommerreifen gewechselt werden. Bis zum Oktober kommen sie hier in ein "Reifen-Hotel": 3.400 Kunden haben hier ihre Wechselreifen gelagert. Das Lager ist gleich neben dem Ersatzteillager zu finden, zu besichtigen durch Türen mit großen Glasscheiben.
150 Arbeitsplätze will Volkswagen Automobile Leipzig mit seinen aktuellen Großinvestitionen schaffen. In der Richard-Lehmann-Straße sind bislang 84 entstanden. "Ich geb's zu, uns fehlen noch ein paar Leute", sagt Novotny. Etwa 30 an der Zahl, vorrangig im Vertrieb. "Aber wir bilden ja auch selber aus. Wir werden das schaffen", sagt er.
Wichtige Neuerungen sieht der Besucher nicht auf den ersten Blick - die Wasseraufbereitungsanlage etwa, die in der Waschanlage das Seifen- und Ölwasser wieder zu Brauchwasser aufbereitet. Oder das Blockheizkraftwerk, mit dem sich das Autohaus selbständig mit Energie versorgt. "Energiesparend", verrät der kleine Audio-Guide.
Geschäftsführer Erwin Nowotny.
Foto: Ralf Julke
Für die Eröffnung sind große Filmscheinwerfer rund ums Autohaus montiert. Ein blauer Teppich ist ausgerollt. Wer will, kann am heutigen Samstag, 9. April, von 10 bis 18 Uhr das neue Haus erkunden und sich mit Hilfe der Audioguides das innovative Modulkonzept erklären lassen.
Außerdem erleben kann man das hier:
Erstmals können Besucher den bei der Rallye Dakar eingesetzten, originalen Volkswagen Race Touareg bestaunen. Es besteht die Möglichkeit, sich vor einer Wüstenkulisse mit dem Geländewagen fotografieren zu lassen und das Erinnerungsfoto anschließend mit nach Hause zu nehmen.
In Zusammenarbeit mit dem Leipziger Modehaus Fischer werden Modenschauen mit der neuesten Sommermode organisiert. Die drei Modenschauen finden um 11, 14 und 16 Uhr statt. Und fürs leibliche Wohl gibt es leckere Spezialitäten aus der Region.
Außerdem kann man einen nagelneuen Polo gewinnen. Bei der Eröffnungsveranstaltung gilt es dazu einfach, die Teilnahmekarte auszufüllen und abzugeben, und schon ist man dabei.
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