Alles ist Musik: arcona Living Bach14 am Thomaskirchhof eröffnet
Ralf Julke
04.12.2011
Das arcona LIving Bach14 am Thomaskirchhof.
Foto: Ralf Julke
Suchte man vor ein paar Jahren noch vergeblich nach einem Hotelbett in der Leipziger City, entsteht nun so nach und nach eine durchaus spannende Mischung - von ganz nobel bis hin zu "ideal für Rucksacktouristen". Seit Ende November hat nun auch das ganz spezielle Haus für Musikliebhaber geöffnet - das Hotel und Boardinghaus arcona Living Bach14.
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Gelegen ist es direkt am Thomaskirchhof, hätte auch Thomas14 heißen können. Aber der überlebensgroße Thomaskantor auf dem Platz spricht für sich. So überragt er ja auch das gegenwärtige Leipziger Musik-Marketing. Und der Thomaskirchhof steht exemplarisch für diesen Teil der Musikstadt. Die geschichtsträchtigen Gebäude Thomaskirche, Thomashaus und Bosehaus, dem heutigen Bach-Archiv, zählen zu den berühmten benachbarten Häusern. Und: Der Thomaskirchhof gehört zu den frühesten Ansiedlungen in Leipzig. Als hier vor Kurzem das Bacharchiv saniert wurde, stießen die Archäologen auf 5.000 Jahre alte Siedlungsspuren.
Bei der Sanierung des Gebäudeensembles Thomaskirchhof 13/14 kamen die Überreste des wohl ältesten Fachwerkbaus in Leipzig zum Vorschein. Das nun eröffnete Boardinghouse bietet 52 Apartments, Zimmer und Suiten, ein „Wohnzimmer“ als kommunikativen Rückzugsraum für alle Hotelgäste, einen Freizeitbereich mit Sauna und Fitness sowie das Restaurant Weinwirtschaft.
Frisch eröffnet: das arcona Living Bach14.
Foto: Ralf Julke
„Mit dem Konzept unseres Hauses bieten wir für die Kernzielgruppe der Langzeitgäste aus Wirtschaft und Kultur als auch für Freizeit-Reisende eine interessante und stilvolle Alternative zu klassischen Hotels an“, erklärt Hoteldirektor Markus Buchhagen. „Ästhetisch anmutende Wohnkultur und ein stets präsenter Service gehören zur Philosophie der arcona Living Boardinghäuser.“
In dem Leipziger Haus gibt Johann Sebastian Bach den Ton vor. Der Thomaskantor lebte von 1723 bis zu seinem Tod im Jahr 1750 in Leipzig. Die Architekten des Bach14 ließen sich von dem bedeutungsvollen Ort und dem Wirken des Komponisten inspirieren, griffen Formensprache, Notenbänder und Töne auf und konzipierten aus der Leipziger Schaffensphase des Kantors eine einzigartige Wohnsinfonie.
Neu eröffnetes Boardinghouse am Thomaskirchhof.
Foto: Ralf Julke
Das vielfach ausgezeichnete Leipziger Architekturbüro Fuchshuber & Partner schuf die Bühne dafür. Die Architekten entwickelten aus dem der Thomaskirche zugewandten gründerzeitlichen Kaufmannshaus „Lindwurm“ von 1887, dem um 1590 erbauten Renaissancehaus im Ostflügel des Ensembles und dem zum Garten ausgerichteten modernen Neubau ein anspruchsvolles Raumkonzept. Dabei haben sie die urbanen Strukturen des ehemaligen kleinen Innenhofes aufgenommen und als Empfang und Lobby konzipiert.
Von hier verzweigen sich die inneren Wege: Das Restaurant Weinwirtschaft, das Wohnzimmer und das Renaissancehaus liegen nur wenige Schritte entfernt. Letzteres ist das Herzstück des Stadthotels und beherbergt drei Suiten. Die reichhaltig bemalten originalen Holzdecken aus der Erbauungszeit sind kunstvoll restauriert und schaffen eine einzigartige Raumatmosphäre. Die weiteren 49 Apartments und Zimmer verteilen sich über das Gründerzeithaus mit Aussicht auf das Bachdenkmal vor der Thomaskirche und im Neubau mit Blick auf den Garten.
Die Zimmer sind in fünf Kategorien eingeteilt und tragen die musikalischen Namen: Fuge (20 qm), Kantate (21 - 25 qm), Motette (28 - 33 qm), Partita (21 - 25 qm) und Sonate (22 - 23 qm). Modernste Kommunikationstechnik, Flatscreen-TV, DVD-Player und teilweise Kitchenetten zählen zu den Basics der komfortablen Raumausstattung.
Gästezimmer mit Notentapete.
Foto: arcona Hotels & Resorts
Die bekannten Innenarchitekten SeegerMüller aus Berlin verfolgten konzeptionell die Idee, die Sinne zu beleben, den Geist von Bach zu erwecken und dem Gast für kurze Zeit einen kleinen Einblick in das Leben des großen Künstlers zu geben. Der in der Barockzeit lebende Bach schrieb sehr moderne und revolutionäre Kompositionen, die später zahlreiche berühmte Komponisten beeinflussten. Als Thomaskantor schrieb er jede Woche eine Kantate, insgesamt 300 Werke. Aus seiner Leipziger Schaffensperiode stammen die berühmten Werke Johannes- und Matthäuspassion sowie das Weihnachtsoratorium.
„Seine Musik verbreitet spirituellen Optimismus über konfessionelle und kulturelle Grenzen hinweg“, sagt die Architektin Susanne Seeger. Sie verbindet Licht und Klang miteinander und interpretiert so seine Schaffenszeit zu einem neuen stimmungsvollen Zusammenspiel. Aus dem wichtigsten Instrument der Kirchenmusik entwickelte sie einzigartige Beleuchtungsobjekte: In der Lobby und im Restaurant symbolisiert ein “Kronleuchter” aus vernickelten Stahlrohren die Konturen einer Orgel. Diese moderne Klangskulptur begegnet dem Gast auch als Pendelleuchte und Leselicht in den Wohnbereichen der Zimmer und Suiten. Hier begrüßen die Notenbänder der Bach Kantate „Jauchzet Gott in allen Landen“ als Wandtapete den Anreisenden. Sie schaffen einen Spannungsbogen zu der modernen Unterhaltungselektronik in den Räumen.
Die Etagenfarben taubenblau, olivgrün, ocker, himbeerrot und lila betonen die musikalischen Konturen farbig.
Im Restaurant Weinwirtschaft blickt der als Genießer bekannte Bach aus einem Barockrahmen heraus auf die Showküche und die daran angrenzenden farbigen „Kirchenbleiglasfenster“. Mit einer großen Auswahl offener Weine, feiner, herzhafter und regionaler Küche, einer großen Auswahl Tapas und täglich wechselndem Businesslunch präsentiert sich die Weinwirtschaft den Gästen. Für die Gaumenfreuden zeichnet der 26-jährige Junior-Küchenchef Thomas Till verantwortlich. Der gebürtige Leipziger stand nach seiner Ausbildung in der Schweiz in bekannten Gourmetrestaurants am Herd. Hoteldirektor Markus Buchhagen: „Wir möchten unser Restaurant mit dem erfolgreichen arcona Gastronomie Konzept Weinwirtschaft als neuen kulinarischen Treffpunkt in Leipzig etablieren.“
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