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Auf Schienen durch Hannover: Neuer Wagen für den üstra-“Silberpfeil“ wird in Leipzig gebaut

Ralf Julke
Innenraum des "Silberpfeils".
Innenraum des "Silberpfeils".
Foto: üstra
Der Name wird den Leipzigern vertraut vorkommen: Silberpfeil. So benannte Mercedes seine Busse, die zur EXPO 2000 in Hannover zum Einsatz kamen und seitdem auch durch Leipzig rollen. Künftig werden neue Silberpfeile durch Hannover rollen. Gebaut unter anderem in Leipzig in der Heiterblick GmbH.

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Die produziert schon seit einigen Jahren erfolgreich den Leoliner. Für den "Silberpfeil", der künftig für die üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG durch Hannover rollen soll, haben mehrere Unternehmen eine Kooperation gestartet. Für die Gestaltung sind PanikRuhdorfer Designpartner aus Stuttgart verantwortlich.

Ein Konsortium aus der Vossloh Kiepe GmbH und der Alstom Transport Deutschland GmbH baut die neuen Stadtbahnen für Hannover. Der Spezialist für Stadt- und Straßenbahnfahrzeuge HeiterBlick ist als Lieferant für das Konsortium Vossloh Kiepe/Alstom für den wagenbaulichen Teil verantwortlich. Die modernen Stadtbahnen werden überwiegend im Leipziger Werk gebaut und die ersten Fahrzeuge voraussichtlich im Sommer 2013 geliefert.

Die üstra-Vorstände André Neiß (re.) und Wilhelm Lindenberg (li.) im "Silberpfeil"-Modell.
Die üstra-Vorstände André Neiß (re.) und Wilhelm Lindenberg (li.) im "Silberpfeil"-Modell.
Foto: üstra
Den Vertrag über die Herstellung von 50 Fahrzeugen des neuen Stadtbahnwagentyps TW 3000 haben üstra und das Konsortium am 8. April 2011 in Hannover unterzeichnet. Beauftragt wurde das Konsortium von üstra mit der Lieferung von 50 Stadtbahnfahrzeugen mit der Option, weitere 96 Fahrzeuge gleichen Typs im Zeitraum 2015 bis Mitte der zwanziger Jahre zu bestellen. Der Auftrag über die 50 Fahrzeuge hat ein Volumen von rund 126 Millionen Euro.

"Bei Fahrgästen, Medien, Mitarbeitern und dem üstra Vorstand hat das 1:1-Modell, das sogenannte Mock-up, das Ende Januar vorgestellt wurde, Begeisterung ausgelöst", teilt die HeiterBlick GmbH mit. Zuvor hatte sich auch die üstra ähnlich geäußert, nachdem Ende Januar das 1:1-Modell in Hannover vorgestellt worden war.

Der Gesamtentwurf des TW 3000 - des "Silberpfeils" für Hannover.
Der Gesamtentwurf des TW 3000 - des "Silberpfeils" für Hannover.
Foto: üstra

„Mit diesem originalgetreuen Modell gewinnen wir nun erstmals einen realen Eindruck, wie das neue Stadtbahnfahrzeug von außen und innen aussieht, das uns die nächsten rund 40 Jahre begleiten und maßgeblich das Stadtbild Hannovers prägen wird“, freute sich der üstra Vorstandsvorsitzende André Neiß.

Das acht Meter lange und rund fünf Tonnen schwere Modell veranschaulicht den Fahrzeugkopf bis zur ersten Fahrgasttür und dient als Entscheidungshilfe dafür, ob alle ergonomischen und gestalterischen Anforderungen an das neue Fahrzeug ausreichend umgesetzt worden sind.

In die Entwicklung des Designs sind maßgeblich auch die Befragungsergebnisse von Fahrgästen und Mitarbeitern der üstra sowie Interessenverbänden eingeflossen. „Mit den neuen Stadtbahnwagen werden wir unseren Kunden einen deutlich verbesserten Komfort bieten und gleichzeitig energiesparender und damit umweltfreundlicher unterwegs sein“, betonte üstra-Betriebsvorstand Wilhelm Lindenberg.

Hier ist nicht die Halteschlaufe der Hingucker - sondern das beruhigende grüne Licht, ideal für Messezeiten.
Hier ist nicht die Halteschlaufe der Hingucker - sondern das beruhigende grüne Licht, ideal für Messezeiten.
Foto: üstra
Grund für das große Bestellungspaket: Die ältesten in Hannover im Einsatz befindlichen Stadtbahnfahrzeuge des Typs TW 6000 haben mittlerweile - so wie Leipzigs Tatra-Bahnen - ein Alter von über 30 Jahren erreicht. "Dadurch nehmen Störungen zu, Ausfälle häufen sich, Ersatzteile sind immer schwerer zu beschaffen und die Akzeptanz der Kunden für das in die Jahre gekommene grüne Modell nimmt ab. Langfristig benötigt die üstra insgesamt 146 neue Stadtbahnwagen bis Mitte der zwanziger Jahre als Ersatz für die Wagen des Typs TW 6000", erklärt die üstra das Problem.

Die Außengestaltung der neuen „Silberpfeile“ wird durch die Farben Grün, Silber und Schwarz sowie hochstehende Fenster, Lichtstreifen über den Türen und einen Fahrzeugkopf mit Aufprallschutz geprägt. Erstmals gibt es einen Innenraum mit farbigem Licht. Das Beleuchtungskonzept sieht neben Weiß drei zusätzliche Farben vor, die abhängig vom gewünschten Effekt eingeschaltet werden können: Gelb für ein Gefühl der Wärme an kühlen Tagen, kühlendes Blau für warme Tage und ein beruhigendes Grün, zum Beispiel während der Messen. Für mehr Sitzkomfort im Innenraum sorgen eine freischwebende Längs- und Querbestuhlung für die Fahrgäste sowie ein Fahrersitz mit Memoryfunktion.

Das Fahrzeug soll 54 Sitz- und 114 Stehplätze bieten, 25,16 Metern lang und 2,65 Meter breit sein. Bei einem Gewicht von 39,8 Tonnen erreicht das Fahrzeug mit einer Antriebsleistung von 4 mal 125 kW eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h.

Die bei der HeiterBlick GmbH hergestellten Straßenbahn-Produktlinien beruhen auf der bewährten Drehgestelltechnik, die dem Betreiber einen kostengünstigen Betrieb gewährleistet und dem Fahrgast gleichzeitig höchstmöglichen Fahrkomfort bietet. "Die Fahrzeuge von HeiterBlick sind individuell auf die Kundenbedürfnisse zugeschnitten und verbinden gleichzeitig formschöne Gestaltung mit robuster Technik. Die Stadt- und Straßenbahnen sind daher auch auf anspruchsvollen Strecken problemlos einsetzbar", erklärt das Leipziger Unternehmen. "Die Wagenkästen der Fahrzeuge von HeiterBlick sind besonders langlebig, da ausschließlich geschweißte Stahlkonstruktionen zum Einsatz kommen."

www.heiterblick.de

www.uestra.de


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