Solar ist eine echte Alternative: Heute ist Baubeginn für weltgrößtes Photovoltaik-Kraftwerk in Brandis
Redaktion
23.04.2007
Foto: juwi
Christian Hinsch. Am heutigen Montag, 23. April, wird in Brandis das erste Solarmodul für das größte Photovoltaik-Kraftwerk der Welt montiert. Auf einer Fläche von etwa 200 Fußballfeldern entsteht östlich von Leipzig eine 40 Megawatt-Anlage der juwi solar GmbH. Für die juwi solar GmbH aus Bolanden (Rheinland-Pfalz) ist der Bau des Photovoltaik-Kraftwerk auf dem ehemaligen Militärflughafen östlich von Leipzig der Vorstoß in eine neue Dimension. 2009 soll die 40-Megawatt-Anlage mit modernster Dünnschichttechnologie fertig sein.
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Zum Vergleich: Heute hat die weltweit größte installierte Photovoltaik-Anlage eine Leistung von rund zwölf Megawatt. Die Anlage im sächsischen Muldentalkreis wird auf der Hälfte der 220 Hektar großen Fläche in den Gemeinden Brandis und Bennewitz gebaut. Um dieses rund einen Kilometer breite und etwa zwei Kilometer lange Areal zu umwandern braucht man über eine Stunde. "Die Grundfläche der Anlage entspricht dabei in etwa 200 Fußballfeldern", erläutert juwi-Geschäftsführer Matthias Willenbacher die Dimensionen des Projektes.
Das Kraftwerk in Brandis liegt mit einem spezifischen Preis von rund 3.250 Euro pro Kilowatt etwa 20 bis 40 Prozent unter dem üblichen Marktpreis. "Solche Großprojekte tragen immens dazu bei, dass Solarstrom immer günstiger wird", sagt juwi-Gründer Willenbacher. "Weltweit gibt es kein größeres und günstigeres Solarkraftwerk als das juwi-Projekt in Brandis"
Brandis vor Baubeginn. Foto: juwi
Philosophie der juwi-Gruppe ist es, so schnell wie möglich unabhängig von Fördersystemen Solarstrom zu wettbewerbsfähigen Preisen zu produzieren. "Schon in wenigen Jahren wird der Solarstrom vom eigenen Dach günstiger sein als der von den Energiekonzernen angebotene Strom.", sagt Willenbacher. "Dann wird die Photovoltaik in ganz neue Dimensionen vorstoßen, weil jeder eine Anlage haben will. Das wird einen Boom wie nie zuvor auslösen. In acht bis zehn Jahren wird es soweit sein", lautet die juwi-Prognose.
"Mit der Anlage in Brandis und Bennewitz zeigen wir, dass der Photovoltaik keine Grenzen mehr gesetzt sind. Bald kann jeder den Ausstieg aus der Atomenergie und der klimaschädlichen fossilen Stromversorgung selbst verwirklichen - einfach auf Solarenergie umsteigen", betont Willenbacher. "Das macht unabhängig, sichert lokale Arbeitsplätze, schont die Umwelt und den Geldbeutel."
Das Investitionsvolumen für den Solarpark "Waldpolenz" beträgt rund 130 Millionen Euro. Der Juwi-Gruppe gelang es gemeinsam mit der Sachsen LB Gruppe zeitlich parallel zur Projektierungsund Genehmigungsphase des Projektes, die Eigenkapital- und Fremdkapitalfinanzierung professionell zu strukturieren. Die SachsenFonds GmbH - ein Unternehmen der Sachsen LB Gruppe - wird das Eigenkapital des Projektes voraussichtlich im Sommer diesen Jahres als geschlossenen Fonds interessierten Anlegern anbieten. Die strukturierte Projektfinanzierung wird durch die Sachsen LB zur Verfügung gestellt. "Die Expertise der Sachsen LB Gruppe in ihrem strategischen Geschäftsfeld für Projektfinanzierungen von alternativen Energien war für uns eine wesentliche Motivation, das Finanzierungsmandat an die Sachsen LB Gruppe zu vergeben" sagt Fred Jung, ebenfalls Geschäftsführer und Gründer der juwi-Gruppe.
Brandis nach Fertigstellung. Foto: juwi
Möglich wurde das Projekt durch die hervorragende Unterstützung vor Ort. "Es gibt in Deutschland nur sehr wenige zusammenhängende Flächen dieser Art und dieser Größe. Unser Dank gilt der Stadt Brandis und ihrem Bürgermeister Andreas Dietze sowie der Gemeinde Bennewitz und ihrem Bürgermeister Werner Moser. Außerdem natürlich allen Beteiligten, die das Projekt mit großem Idealismus und Engagement ermöglicht haben", ergänzt Willenbacher.
Pro Jahr werden in dem Solarstrom-Kraftwerk rund 40 Million Kilowattstunden sauberer Strom erzeugt. "Das ist deutlich mehr als in Brandis und Bennewitz verbraucht wird", erläutert Willenbacher. Das Solarkraftwerk wird zudem jährlich rund 25.000 Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) einsparen. Der in den Solarmodulen erzeugte Gleichstrom wird in Wechselrichtern umgewandelt und komplett in das Stromnetz eingespeist. Bereits nach einem Jahr wird das Solarkraftwerk zudem die Energie erzeugt haben, die für Herstellung und Montage der Anlage benötigt wird.
Während des Baus, der nun unmittelbar beginnen wird, werden rund 100 Personen - überwiegend aus der Region - im Solarpark "Waldpolenz" mit der Montage der Anlage beschäftigt sein. Nach der Inbetriebnahme werden mehrere juwi-Mitarbeiter für die Betriebsführung sowie den Service und die Wartung des Solarparks tätig sein.
Die juwi solar GmbH, das auf Solarenergie spezialisierte Unternehmen der juwi-Gruppe, wird daher ihre Niederlassung Ost auf dem Gelände in Brandis errichten und personell in den nächsten Jahren kontinuierlich aufstocken. "Gerade im Hinblick auf weitere Projekte in der Region werden wir auch in den nächsten Jahren ständig neue Mitarbeiter einstellen", betont Lars Falck, Geschäftsführer der juwi solar GmbH.
"Zur Realisierung weiterer Projekte ist die juwi solar daher immer an geeigneten Dach- und Freiflächen in sonnenreichen Gegenden interessiert", sagt Falck. Bis zum Jahr 2012 plant die juwi solar GmbH die Realisierung von Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 1.000 Megawatt in Deutschland, Spanien, Italien, Frankreich, den USA, Ruanda, Korea sowie zahlreichen anderen Ländern.
Ein wichtiger Partner wird dabei der weltweit führende Dünnschicht-Spezialist First Solar sein, der ebenso wie juwi die Philosophie einer schnellen Markteinführung von Solarstrom verfolgt. First Solar liefert die Solarmodule für den Solarpark Waldpolenz. Die rund 550.000 Module werden dabei überwiegend in Frankfurt an der Oder produziert, dem Standort der weltweit größten und modernsten Fertigung für Dünnschichtmodule. "Dünnschichtmodule haben längst Serienreife erreicht, lassen sich kostengünstiger produzieren als kristallineModule, bringen mehr Ertrag und sind vor allem nicht durch Engpässe und Abhängigkeiten beim Rohmaterial betroffen", betont Falck.
"Wir brauchen in Zeiten des Klimawandels und der immer knapper werdenden Ressourcen keine neuen Kohlekraftwerke und auch keine verlängerten Atomlaufzeiten - Wind, Sonne & Co können Deutschland versorgen: sofort, sicher, unabhängig und auf Dauer preiswert", betont juwi-Geschäftsführer Willenbacher.
Um beispielsweise zehn Prozent des jährlichen Strombedarfs von Sachsen durch Photovoltaik-Anlagen decken zu können, müssten jährlich rund zwei Milliarden Kilowattstunden Solarstrom erzeugt werden. Der Flächenbedarf für diese Strommenge würde bei rund 4.000 Hektar liegen. Das entspricht lediglich rund zwei Prozent der Siedlungs- und Verkehrsfläche von Sachsen. "Diese Zahlen zeigen,dass Solarstrom einen hohen Beitrag zur Gewinnung von klimafreundlicher Energie leisten kann.", sagt Falck.Zusammen mit den anderen regenerativen Energiequellen wie Wind- und Wasserkraft, Bioenergie und Geothermie lässt sich somit schon in wenigen Jahren ein umweltfreundliches, sicheres, unabhängiges und preisstabiles Energieversorgungssystem auch in einer Industrienation wie Deutschland aufbauen.
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