Illegale CDO-Geschäfte: Schweizer Berater verhaftet
Ralf Julke
19.03.2010

Illegale CDO-Geschäfte.
Immer deutlicher zeichnet sich ab, was da im Zusammenhang mit den irrsinnigen CDO-Geschäften bei den Leipziger Wasserwerke abgelaufen ist. Während die involvierten Banken der Stadt die letztlich unverschämte Erst-Forderung von 84 Milionen Euro präsentierten, gab's die nächsten beiden Verhaftungen.
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Nach dem ehemaligen kaufmännischen Geschäftsführer der Kommunalen Wasserwerke Leipzig (KWL) Klaus Heininger, der augenscheinlich im Wesentlichen verantwortlich war für die jenseits der kommunalen Kontrollorgane eingefädelten CDS- und CDO-Geschäfte, wovon Letztere eine Gesamtrisikomasse von 290 Millionen Euro ausmachen, wurden nun auch die beiden Mitarbeiter der Schweizer Firma Value Partners festgenommen.
Sie hatten die hochbrisanten Geschäfte mit eingefädelt.
Und nicht nur das: Die beiden Berater Jürgen Blatz und Berthold Senf sollen - damit die Sache in Schwung kam - dem KWL-Geschäftsführer eine Bestechungssumme von 3 Millionen Euro gezahlt haben. Also klickten - nach Auskunft der sächsischen Generalstaatsanwaltschaft in Dresden - schon am Mittwoch die Handschellen an den Wohnorten der beiden Finanz-Jongleure in Heidelberg und Küssaberg-Dangstetten am Bodensee. Demnächst sollen sie aus Baden-Württemberg nach Sachsen verlegt werden. Anklage: Bestechung.
Für einen Manager eines Kommunalunternehmens mögen 3 Millionen durchaus viel Geld sein - auf das Gesamtrisiko betrachtet ist es ein fast lächerlicher Betrag: ein Hundertstel des Risikos.
Und das ist noch zu tief gegriffen, denn von den 40 Millionen Euro aus den CDS-Geschäften, die mit den CDOs eigentlich abgesichert werden sollten, ist praktisch auch kaum noch etwas auf dem Konto. Rund 10 Millionen Euro wurden schon ausgegeben, um die Geschäfte aus den Jahren 2006 und 2007 bis zum Dezember 2009 zu "schaukeln". 28 Millionen US-Dollar genehmigten sich die beiden Berater selbst als Honorar. Drei Millionen Euro an Heininger. Da staunt der Bürger nur, wie sich da bedient wurde an Geldern, die keinem der Akteure gehörten, und die jetzt die Stadt und die Wasserwerke bedrohen.
Gegen die Rechtmäßigkeit der derart abgeschlossenen Verträge hat der Aufsichtsrat der Wasserwerke im Februar Klage eingereicht. Die federführende Schweizer Großbank UBS hat schon im Januar in London geklagt, um die Rechtmäßigkeit der Verträge zu ermitteln.
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