Schenker schafft 600 neue Arbeitsplätze: Ehemaliges Quelle-Gelände wird neues Logistikzentrum
Matthias Weidemann
12.02.2011
Pressekonferenz zur Ankündigung der Schenker-Ansiedelung.
Foto: Matthias Weidemann
Es gibt Tage, da ist es einfach kuschelig im Neuen Rathaus, da ist man gerne Bürgermeister, mit sich und der Welt und überhaupt im Reinen. Und weil solche Tage allzu schnell vergehen, werden sie entsprechend gewürdigt und genossen. So ein Tag war der gestrige Freitag.
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Da wurde offiziell verkündet, dass die Deutsche-Bahn-Tochter Schenker (DB Schenker) eines ihrer größten Logistikzentren in Leipzig errichten wird. Schon Ende August sollen für das Leipziger BMW-Werk Bauteile für den chinesischen und afrikanischen Markt per Schiff und später per Bahn geliefert, 600 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.
Einen Mitnahmeeffekt, der ein klein wenig von dem Schaden, der entstanden war, heilen mag, ist die Tatsache, dass man das Logistikzentrum auf dem ehemaligen Quelle-Gelände erbauen will. Für die jetzt arbeitslosen einstmaligen Quelle-Mitarbeiter vielleicht ein geringer Trost. Alles könnte aber für manchen von ihnen zu einem guten Ende kommen, wenn Ende August das Unternehmen DB Schenker bei der Arbeitsplatzsuche in die Vollen geht. Schließlich werden jede Menge Verpacker und Logistiker gesucht, arbeitsverwandt zu dem, was viele schon bei Quelle gemacht haben.
Der Staffelstab geht von OBM Burkhard Jung an Dr. Michael A. Kluger.
Foto: Matthias Weidemann
Aber der Reihe nach. In dem rund 63.000 Quadratmeter großen Logistikzentrum werden laut Dr. Michael Kluger, seines Zeichens Vorstand Logistik der Schenker Deutschland AG, etwa 8.000 verschiedene Bauteile im sogenannten Datenverbund in Empfang genommen, verpackt und bedarfsgerecht in Container verstaut. Datenverbund, klingt wie Fachchinesisch, ist aber ganz einfach, erklärt Günther Rotter von Schenker Deutschland: „Das heißt nichts anderes, als dass die gesamte Logistik via E-Mail und somit ohne den ganzen Papierkram abgewickelt wird. Ist effektiver, wesentlich schneller und natürlich auch umweltfreundlich.“
OBM Burkhard Jung überreicht die Baugenehmigung an Andreas Fleischer, Landesleiter von Deutschland Goodman.
Foto: Matthias Weidemann
Zurück zu den harten Fakten. Täglich sollen etwa 50 Container von Leipzig aus vorwiegend auf dem Seeweg ihre Reise ins südafrikanische Rosslyn und ins chinesische Shenyang antreten. Letzteres soll später zum Teil auch per Schiene geschehen. In Shenyang errichtet BMW gerade ein neues Produktionswerk für den in Leipzig produzierten BMW X1, der sich im fernen Osten so nach und nach zu einem echten „Renner“ gemausert hat. Dort ist DB Schenker bereits in die Versorgung des Werkes eingebunden. Auch in anderen Ländern ist das Unternehmen im Bereich der Ersatzteilversorgung, wie zum Beispiel in Südafrika, tätig.
Bürgermeister Uwe Albrecht war die Freude über den Wirtschafts-Coup anzusehen: „Das ist ein wunderbares Ereignis. Besonders freue ich mich, dass wir in Vorbereitung des neuen Logistikzentrums auch wieder erfolgreich mit dem Goodman-Konzern zusammenarbeiten konnten. Dieses Projekt folgt der Schaffung des 70.000 Quadratmeter großen Lagerhauses für Amazon im Jahre 2006. Es zeigt auch, dass unsere Bemühungen, Leipzig zu einem Logistikstandort mit ausgezeichnetem Ruf zu machen, erfolgreich sind.“
Günther Rotter und Dr. Michael A. Kluger von Schenker.
Foto: Matthias Weidemann
Andreas Fleischer, Landesleiter Deutschland von Goodman, pflichtete dem naturgemäß bei und lobte den schnellen und unbürokratischen Weg zu einer Baugenehmigung, die Oberbürgermeister Burkhard Jung ihm übergab: „Das war schon einzigartig, wie schnell das ging. Das hat die guten Erfahrungen, die wir mit dem Amazon-Projekt hier machen durften, bestätigt.“
Das speziell für die Automobilindustrie konzipierte Logistikzentrum wird über eine Gesamtmietfläche von 81.000 Quadratmetern verfügen, die sich aus 52.400 Quadratmetern Lagerfläche und 2000 Quadratmetern Bürofläche zusammensetzen. Dazu kommen 8.600 Quadratmeter für die Verladung sowie 18.000 Quadratmeter Außenfläche. Die Übergabe der Immobilie mit einem Investitionsvolumen von rund 33 Millionen Euro soll schrittweise von Juli bis November 2011 stattfinden. Die 600 Arbeitsplätze werden sich zu Teilen aus festen Arbeitsverträgen und aus auf 24 Monate befristeten Arbeitsverträgen zusammensetzen.
Aus Anlass der Vertragsabwicklung übergab Oberbürgermeister Burkhard Jung an Dr. Michael Kluger einen Staffelstab. Der soll spätestens bei Einstellung der 600 neuen Mitarbeiter wieder an das Stadtoberhaupt zurückgegeben werden. Dr. Michael Kluger: „Ich betrachte das mal als einen Wanderpokal, den man angesichts des positiven Anlasses im Herbst dann gerne wieder zurückgibt.“
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