Wovon Leipziger träumen: Rechtsanwalt Christoph Hempel "Einfach das nehmen, was da ist und kommt"
Marko Hofmann & Christoph Hempel
31.12.2011
Christoph Hempel
Foto: Marko Hofmann
Mit seinem Basketballprojekt Leipzig Lakers wollte er dieses Jahr von der Playstation in die Basketball-Regionalliga durchstarten. Doch daraus ist für Christoph Hempel nichts geworden. Es gab Enttäuschungen. Trotzdem war es für den 30-Jährigen ein sehr gutes Jahr und seine Träume sind ihm erhalten geblieben – auch was den Basketball betrifft.
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Träumen Sie derzeit gut?
Im Moment träume ich gar nicht, jedenfalls nichts, woran ich mich bewusst erinnern könnte. Vielleicht weil die Nächte einfach zu kurz für Träume sind. In meiner Kanzlei geht es zum Jahresende schon grundsätzlich wegen der vielen Fristen hoch her, in diesem Jahr dies jedoch wegen einiger Besonderheiten im Verjährungsrecht besonders wild. Also bin ich froh, wenn ich kurzen und erholsamen intensiven Schlaf finde. Ich schlafe aber gut. Das ist mir auch wichtiger, als gut zu träumen.
Welche Träume haben Sie persönlich und beruflich?
Beruflich habe ich den Traum, meine Kanzlei noch weiter voranzubringen und vor allem meine Kompetenz im Wirtschaftsrecht bekannter zu machen. Praktisch zum Greifen nah ist der Traum des Fachanwaltstitels im Bank- und Kapitalmarktrecht, weil ab Februar der entsprechende Kurs ansteht. Das ist etwas, worauf ich mich schon seit langem freue.
Zudem startet im neuen Jahr ein sehr interessantes Projekt in Liberia, welches ich mit dem Honorarkonsul der Republik Liberia, Michael Kölsch, gemeinsam verwirklichen werde und für das ich auch noch viele Träume habe, die es zu erfüllen gilt.
Persönlich träume ich davon, etwas mehr Zeit für das Klavierspielen, Taijiquan, Yoga und Fitnessstudio zu finden. Die ersten Schritte für ein besseres Zeitmanagement habe ich noch in diesem Jahr angestoßen, und die Früchte sollten im neuen Jahr zu ernten sein.
Abschließend gibt es natürlich noch den Traum, dass die Leipzig Lakers nach zwei verpatzten Fusionen im nächsten Jahr endlich in der Bezirksliga anfangen. Ich verrate noch nicht viel, aber es sieht sehr gut aus.
Christoph Hempel "Geht man konsequent Schritt für Schritt den Weg, der vor einem liegt, kann alles wirklich sehr traumhaft sein und man kann Dinge verwirklichen, die einem wie ein Traum vorkommen."
Foto: Marko Hofmann
Welche Träume haben Sie sich dieses Jahr erfüllt, und war es ein zufriedenstellendes Jahr für Sie?
Mein Jahr war ausgezeichnet und ich bin mehr als sehr zufrieden, wenn das überhaupt geht. Es hatte alle Höhen und Tiefen, also alles, was man sich nur wünschen kann.
Nach langer Suche nach einem Geschäftspartner für meine Kanzlei bin ich fündig geworden - beziehungsweise wurde ich gefunden, wie das eben immer so ist. Nun sind wir dann zum Jahresende sogar mit einem Mal drei Anwälte geworden. Aus einer Einzelkanzlei in einem kleinen Zimmer wurde eine Kanzlei mit vier Mitarbeitern auf zwei Etagen in einer schönen Villa. Die Kanzlei ist nämlich Mitte des Jahres in sehr viel schönere Räume gezogen und hat sich auch in Bezug auf die Anzahl und Qualität der Mandate weiter entwickelt. Das ist schon traumhaft.
Andererseits gab es gerade in Bezug auf mein Basketballprojekt, die Leipzig Lakers, zwei herbe Enttäuschungen durch geplatzte Fusionen. Da sind Träume wirklich wie Seifenblasen zerplatzt. Freundschaften sind dabei zu Bruch gegangen und ich habe sogar Geld verloren. Andererseits waren das zwei Situationen, aus denen ich noch weiter gewachsen und letztlich fokussierter, konsequenter und damit stärker geworden bin. Ich habe diese Herausforderungen auch dankbar angenommen und das Beste daraus gemacht.
Musiker und Rechtsanwalt Christoph Hempel weiß, wie und was das Leben so spielt.
Foto: Marko Hofmann
Ich bin dem Zen-Buddhismus verbunden und dort gibt es ein schönes Sprichwort von Taisen Deshimaru, dem Zenmeister, der den Zen-Buddhismus nach Europa brachte: „Mit schiefgetretenen Schuhen, wenn man Berge und Flüsse durchschritten hat und endlich angekommen ist, kann man verstehen, dass unsere Augen uns irregeführt haben.“
Ich finde, das passt gut zum Thema Träume. Träume nach unserem herkömmlichen Verständnis sind doch in der Regel Illusionen. Sie können inspirieren, aber wenn man stur daran festhält, kann man auch ziemlich in die Irre gehen. Geht man aber konsequent Schritt für Schritt den Weg, der vor einem liegt, kann alles wirklich sehr traumhaft sein und man kann Dinge verwirklichen, die einem wie ein Traum vorkommen, die man sich nie zu träumen gewagt hätte.
Gibt es einen Traum, dem Sie seit Jahren hinterherjagen?
Ja, endlich konsequenter mehr Musik zu machen.
In Leipzig ist auch sehr viel passiert. Was erträumen Sie sich für die Leipziger Zukunft?
Letztlich gab es doch einen tollen Artikel in der FAZ „Dieser Ort ist kein Traum“, der mit dem Satz schloss: „Es ist ein Disneyland des Unperfekten.“ Das bringt auf den Punkt, warum ich und wahrscheinlich auch so viele andere Leipzig einfach lieben. Träume für größere komplexe Einheiten wie Orte, Städte und so weiter habe ich nicht. Träume sind doch nur Illusionen, die enttäuscht werden. Ich nehme einfach das, was da ist und kommt. Leipzig ist schon traumhaft. Deswegen liebe ich Leipzig und bin und bleibe ich hier.
Auch unser Land kommt nicht zur Ruhe. Haben Sie im Bezug auf Deutschland noch irgendwelche Träume?
Da ist es wie mit Leipzig. Sich in Bezug auf ein Land etwas zu erträumen ist mir etwas zu weit weg.
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