Antiprivatisierungsinitiative (APRIL) kritisiert: Peinliches Gefeilsche um HL komm
Redaktion
01.02.2012
Sitz der HL komm am Martin-Luther-Ring.
Foto: Ralf Julke
"Nach dem Stadtratsbeschluss vom letzten Mittwoch scheint es nicht mehr die Frage zu sein, ob auch die Stadtwerke-Tochter HL komm verkauft werden soll, sondern nur noch zu welchem Preis und zu welchen Bedingungen", erklärt Wolfgang Franke für das Leipziger Anti-Privatisierungs-Netzwerk.
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Die aktuellen Meldungen über Gespräche mit Versatel und deren offenbar nachgebessertes Angebot für die Komplettübernahme würden nach seinen Worten den Eindruck erwecken, dass sich das weitere Verfahren zu einem "peinlichen Gefeilsche" entwickeln könnte.
"Um die Verunsicherung bei der Belegschaft, den Kunden der HL komm und den interessierten Leipzigern zu beenden, wäre es gut ,das letzte Angebot der Versatel an den Oberbürgermeister und die LVV offen zu legen", so Franke weiter. Die Ankündigungen von Versatel-Chef Bellinghoven in einem LVZ-Interview vom 31. Januar, nach einer HL-komm-Übernahme in Leipzig den Standort zu entwickeln, könne man nur mit Erstaunen zur Kenntnis nehmen. In anderen Städten wie Berlin, Dresden, Chemnitz, Jena sei auf die Übernahme durch Versatel stets ein drastischer Arbeitsplatzabbau gefolgt, zum Teil um weit mehr als die Hälfte.
Noch letztes Jahr seien bei Versatel die Bereiche Wartung, Instandhaltung, Kundenanschaltungen und Logistik an Ericsson abgegeben und die Regionalgesellschaften juristisch zu einer operativen Gesellschaft zusammengefasst worden. Nach Informationen aus der Belegschaft soll es Pläne zum Abbau von etwa 300 Arbeitsplätzen geben.
"Und da soll es nun in Leipzig durch die Übernahme von HL komm zu einer völlig anderen strategischen Entscheidung kommen?", fragt Mike Nagler, ebenfalls vom APRIL-Netzwerk. "Oder sucht hier ein angeschlagenes Unternehmen Futter für die eigene Sanierung?"
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