Energie, Wasser und ein Ticketautomat: Neues Energie- und Umweltzentrum in der Katharinenstraße wird heute eröffnet
Ralf Julke
30.06.2012
Moderne Arbeitsplätze im Energie- und Umweltzentrum.
Foto: Ralf Julke
Der Termin passte. 31 Grad im Schatten. Satte Luftfeuchtigkeit. Der Damen-Combo rieselten die Lieder sommerlich aus der Kehle. Noch am Vorabend waren die Handwerker im neuen Energie- und Umweltzentrum in der Katharinenstraße 17 am Werk. Am Freitag, 29. Juni, durften geladene Gäste und die Presse schon einmal hineinschwofen ins neue Beratungszeitalter.
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Soll ja alles neu werden, von einer neuen Beratungsqualität sprach Thomas Prauße, Geschäftsführer der Stadtwerke Leipzig, zur Eröffnung. Dabei war das alte Beratungszentrum an der Pfaffendorfer Straße schlicht zu klein geworden. Und eignete sich auch nicht für das neue Alle-für-einen-Konzept der drei Kommunalunternehmen Stadtwerke, Wasserwerke und LVB. Denn das setzt nicht nur auf neue, leicht erreichbare Beratungs- und Kundenzentren in der Stadtmitte. Im Merkurhaus haben LVB und Stadtwerke das ja schon vorgemacht. Dieses Mobilitäts-Zentrum liegt wohl platziert am Ausgang der Petersstraße. Es geht um Passantenströme und fußläufige Erreichbarkeit.
Das neue Energie- und Umweltzentrum liegt in der Katharinenstraße 17, Kretzschmanns Hof heißt das Gebäudeensemble, in dem auch die Verbraucherzentrale Sachsen seit Kurzem zu Hause ist. Ein LVB-Automat empfängt die Besucher, ein Empfangstresen. Die Beratungsmitarbeiter sitzen an Schreibtischen im Raum, jeder vor sich ein paar Bildschirme.
Aber es ist auch Platz für Sitzgruppen oder Möblierung. Die ein oder andere Beratungsveranstaltung kann hier stattfinden. Prauße würde auch gern noch die Räume des benachbarten Reisebüros mit dazu nehmen. Denn das mit der Energieberatung ist ernst gemeint. Wenn Leipzig das Ziel, den CO2-Austoß pro Kopf zu halbieren, erreichen will, muss jeder einzelne Leipziger bei sich selbst anfangen. Mancher wahrscheinlich erst einmal mit kompetenter Beratung. Denn mancher weiß gar nicht, wo man anfangen kann, die eine oder andere Kilowattstunde einzusparen und den eigenen Strom- und Wärmeverbrauch zu Hause nach und nach zu senken. Dabei gibt es dazu leichte Wege. Man muss sie nur kennen.
Eröffnungsveranstaltung im Energie- unnd Umweltzentrum.
Foto: Ralf Julke
Natürlich war auch Ralf Scheler, Präsident der Handwerkskammer, der Einladung gefolgt. Denn manchmal reicht ein gezielter Einsatz der richtigen Handwerksfirma, und schon mischt man richtig mit beim Energiesparen – bei Hausbesitzern sind es die Heizsysteme, die optimiert werden können, das Thema Einsatz von Solarenergie wird jetzt langsam so richtig wichtig, die Dämmung des Hauses oder – von den SWL angeboten – eine Thermo-Untersuchung des Hauses auf Kältebrücken.
Wie bekommt man heraus, welche Geräte Stromfresser sind? Wo bekommt man bessere her? Und sollte man wirklich die eine Lampe ausmachen, wenn man sie nicht braucht?
Mancher spürt es heute schon, dass ihm die steigenden Stromkosten die Haare vom Kopf fressen. Das wird so weitergehen, wenn immer nur die Privathaushalte und kleinen Unternehmen die Lasten der Energiewende tragen sollen. „Bei uns ist die Energiewende schon da“, sagt Prauße. Und mancher säße wohl bei sich zu Hause auf dem Sofa und grübelte, wie er selbst seine Energiewende hinbekäme.
Katharinenstraße 17: das neue Energie- und Umweltzentrum.
Foto: Ralf Julke
Natürlich war der Tag von der Fußball-EM überschattet. Und es würde wieder viel über Mannschaftsspiel geredet. Was insoweit stimmt: Ab dem 30. Juni ist die Adresse neue Anlaufstelle für Kunden der SWL, der Kommunale Wasserwerke Leipzig GmbH und der Leipziger Verkehrsbetriebe GmbH (LVB). Sogar eine kleine Wasserbar gibt es.
Die Kommunale Wasserwerke Leipzig GmbH (KWL) ist im Energie- und Umweltzentrum mit einem Berater vertreten. Allgemeine und individuelle Bürgeranfragen rund um die Themen Wasser, Abwasser und Umwelt können nun auch an diesem Standort entgegengenommen und bearbeitet werden, sagt Ulrich Meyer, Geschäftsführer der KWL.
Neben dem Beratungsangebot der Stadtwerke und der KWL besteht mit einem Automaten der LVB die Möglichkeit zum Erwerb von Fahrkarten. Für die Beratungsleistungen der LVB sind freilich weiterhin das Mobilitätszentrum im Merkurhaus und das auf dem Willy-Brandt-Platz die Anlaufpunkte.
Die Berater des Energie- und Umweltzentrums werden im persönlichen Gespräch über die verschiedenen Themen rund um die Energie informieren. Hier erfahren Kunden, wie man Energie sparen und langfristig die Umwelt sowie auch den Geldbeutel schonen kann. Die aus dem Energieberatungszentrum bekannten Beratungsleistungen zu Verträgen, Produkten und Preisen werden ebenso angeboten wie Beratungen zu erneuerbaren Energien oder Elektromobilität.
Und am Samstag, 30. Juni, wird die offizielle Eröffnung des Energie- und Umweltzentrums mit den Leipzigern gefeiert.
Ein buntes Programm erwartet die Besucher zur Eröffnung am Samstag zwischen 10 und 16 Uhr. Für die Kleinen gibt es Fotoaktionen mit den Maskottchen der drei Unternehmen, eine Fernwärme-Baustelle zum Experimentieren sowie Schmink- und Bastelaktionen. An einer Kaffee- und Saftbar können die Besucher neue Energie tanken.
Das Energie- und Umweltzentrum löst das Energieberatungszentrum in der Pfaffendorfer Straße ab. Damit gehen erweiterte Öffnungszeiten einher. Um der arbeitenden Bevölkerung entgegen zu kommen, gibt es künftig die Möglichkeit, von Montag bis Freitag von 9 bis 20 Uhr und am Samstag von 10 bis 16 Uhr vorbeizuschauen.
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