Datenleck bei Unister: Über 4.700 Ryanair-Buchungen bei Urlaubstours.de für Dritte einsehbar + Stellungnahme Urlaubstours GmbH
Martin Schöler
04.01.2013
Unister im Leipziger Barfußgässchen
Foto: L-IZ.de (Archiv)
Erneut steht Unister im Zusammenhang mit Datenfragen in der öffentlichen Kritik. Das zumindest legt ein Bericht der "Computer Bild" vom heutigen Tage nahe. So seien beim Portal "Urlaubstours.de" tausende Kundendaten einsehbar. Der Leipziger Internetdienstleister hat das Sicherheitsleck nun am Freitag, 4. Januar selbst eingeräumt.
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Betroffen waren Kunden, die über das Portal einen Flug mit Ryanair gebucht hatten. Laut "Computer Bild" besteht bei dem Billigflieger die Möglichkeit, mit einer gültigen Reservierungsnummer und einer registrierten E-Mail-Adresse alle getätigten Buchungen einzusehen, die mit diesem Konto getätigt wurden. Dies ist in der Reisebranche nichts Ungewöhnliches.
Allerdings kooperiert Unister nicht offiziell mit Ryanair, sondern kaufte in hoher Stückzahl Flüge zu den Dumping-Konditionen der irischen Airline ein, um sie mit Aufschlägen versehen an seine Kunden weiter zu reichen. Freilich mit der immer selben E-Mail-Adresse. Kunden hätten, so "Computer Bild", die Buchungen anderer Kunden einsehen können. Offenbar waren über 4.700 Datensätze betroffen.
„Urlaubstours ändert gerade die allgemeine E-Mail-Adresse bei allen Vorgängen um. Dies sollte bis 12 Uhr erledigt sein“, erklärte Unternehmenssprecher Konstantin Korosides am heutigen Vormittag. Das Angebot solle "in Kürze" wieder erreichbar sein.
Bereits gestern hatte Unister bekannt gegeben, dass Firmengründer Thomas Wagner seinen Chefposten räumen wird. Der 34-Jährige wechselt in den kommenden Wochen in die Position eines Direktors für "Strategie und Entwicklung". Die Entscheidung steht möglicherweise im Zusammenhang mit dem Ermittlungsverfahren, dass die Dresdner Generalstaatsanwaltschaft gegen acht Manager des Web-Dienstleisters führt. Ihnen wird illegaler Versicherungshandel und Steuerhinterziehung in Millionenhöhe vorgeworfen. Parallel führt der Sächsische Datenschutzbeauftragte ein Verfahren wegen Verstößen gegen Datenschutzbestimmungen.
Die Datenpanne kommt also zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt für das Leipziger Unternehmen und die Berichterstattung reißt auch im neuen Jahr nicht ab.
Stellungnahme des Unternehmens Urlaubstours GmbH vom 4. Januar 2013
Der Reiseveranstalter Urlaubstours hat Produkte mit Ryanair-Flügen vom Markt genommen, unmittelbar nachdem man informiert wurde, dass es ein Datenproblem geben könnte. Die Schwachstelle ist mittlerweile überwiegend sowohl für bestehende Buchungen, als auch für Neubuchungen behoben und soll im Laufe des Freitags, dem 4. Januar, komplett behoben sein.
Einsehbar waren im Reservierungssystem von Ryanair wenige Daten für Reisende, die bei Urlaubstours in einem bestimmten Zeitraum eine Ryanair-Reise gebucht hatten. Falsch sind Medienberichte, wonach alle Daten von allen einsehbar gewesen wären.
Ob diese Möglichkeit unbefugt genutzt wurde, kann Urlaubstours im Nachhinein nicht nachvollziehen. Betroffen war nur eine geringe Anzahl an Buchungen für einen kurzen Zeitraum.
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