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Zustand des sächsischen Waldes hat sich verbessert: Klimawandel zwingt zum Umbau der Wälder

Redaktion
Leipziger Auenwald.
Leipziger Auenwald.
Foto: Ralf Julke
Der Kronenzustand der sächsischen Waldbäume hat sich im Jahr 2008 gegenüber dem Vorjahr verbessert, teilt das sächsische Umweltministerium mit. Während im letzten Jahr nur 35 Prozent der Bäume keine Blatt- und Nadelverluste aufwiesen, stieg ihr Anteil in diesem Jahr auf 42 Prozent an.

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„Trotzdem zeigt die Krone jedes sechsten Baumes eine dauerhaft zu hohe Stressbelastung an“, sagte Forstminister Frank Kupfer bei der Vorstellung des Waldzustandsberichtes.

Der sich in den vergangenen Jahren abzeichnende negative Einfluss extremer trocken-warmer Witterungsperioden gewinnt weiter an Bedeutung. So traten die Verbesserungen des Kronenzustandes der Waldbäume in diesem Jahr fast ausschließlich in den niederschlagsreicheren Gebirgslagen auf. Der Waldzustand in den wärmeren und niederschlagsärmeren Hügel- und Tieflandsregionen Sachsens blieb dagegen annähernd konstant. Ursprünglich lag das Augenmerk auf chronischen Blatt- und Nadelschäden, die durch extreme Stoffeinträge und versauerte Waldböden verursacht wurden. Nun nehmen Bedeutung und Risiko des massenhaften Auftretens von Borkenkäfern zu.

„Trockene Witterungsperioden, enorme Sturmschäden und eine hohe Anfälligkeit von Fichtenbeständen gegenüber Borkenkäfern bestimmen in den letzten Jahren und Monaten den Waldzustand“, betonte Minister Kupfer.

Deshalb sei die Anpassung der Wälder an klimatische Veränderungen unabdingbar. Erhalt und Schaffung einer breiten Vielfalt von Ökosystemen und Arten seien der geeignete Weg dafür. Ausgehend von den noch immer überwiegenden Fichten- und Kiefernreinbeständen leisteten Waldschadenssanierung und Waldumbau einen sehr wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der sächsischen Wälder. Allein 2008 wurde auf 11.000 Hektar Wald mit einem finanziellen Aufwand von 2,9 Millionen Euro die Bodenschutzkalkung durchgeführt.

Ausgehend vom enormen Ausmaß immissionsbedingter Waldschäden in den 80er Jahren wurde ein europaweites forstliches Umweltmonitoring initiiert, dessen Bestandteil die jährliche Beurteilung des Kronenzustandes der Waldbäume ist. In Sachsen analysierten Forstexperten in diesem Sommer den Kronenzustand bereits zum 18. Mal. Dabei wurden 6.240 Bäume an 260 Stichprobenpunkten beurteilt. Als deutlich geschädigt gelten Waldbäume, die mehr als 25 % ihrer Nadeln oder Blätter verloren haben. Die Ergebnisse werden mit Daten aus der Bodenzustandserhebung, aus verschiedenen Stoffeintragsmessstellen und aus den Waldklimastationen verglichen und ausgewertet.

Überflutungsfläche im Leipziger Auenwald.
Überflutungsfläche im Leipziger Auenwald.
Foto: Ralf Julke

Fichte:

Die Fichte ist mit 42 Prozent die häufigste Baumart in Sachsen. Sie kommt schwerpunktmäßig in den Mittelgebirgslagen vor. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil von Bäumen mit deutlichen Schäden von 18 auf 15 Prozent gesunken. Die positive Entwicklung wird vor allem in einer Verbesserung des Kronenzustandes älterer Fichten in den oberen Gebirgslagen deutlich.

Kiefer:

Die vor allem im sächsischen Tiefland vorkommende Gemeine Kiefer ist mit einem Flächenanteil von 30 Prozent die zweithäufigste Baumart in den sächsischen Wäldern. Der Anteil deutlich geschädigter Bäume verringerte sich gegenüber dem Vorjahr von 15 auf 11 Prozent. Damit setzt sich die in den letzten Jahren analysierte Verschlechterung des Kronenzustandes zum ersten Mal nicht fort.

Buche:

Der Zustand der mit drei Prozent Flächenanteil in den sächsischen Wäldern wachsenden Rotbuche befindet sich seit drei Jahren auf dem Weg der Besserung. Trotzdem weist noch nahezu jeder dritte Baum deutliche Schäden auf (31 Prozent). Im Vorjahr waren es noch 37 Prozent.

Eiche:

Neben der Rotbuche bewegt sich der Zustand der Eiche (Waldflächenanteil von fünf Prozent in Sachsen) auch in diesem Jahr auf einem hohen Schadniveau. Nachdem im Jahr 2007 eine deutliche Zunahme von Schäden festzustellen war, verbesserte sich die Situation 2008 jedoch wieder. Der Anteil deutlich geschädigter Eichen sank von 42 auf 34 Prozent. Die Eiche demonstriert damit ihre gut ausgeprägte und rasche Regenerationsfähigkeit.


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