Energiekosten: Leipziger Handwerk fordert nachhaltige Energiepolitik und bezahlbaren Strom
Redaktion
17.12.2011
Handwerkskammerpräsident Ralf Scheler.
Foto: Handwerkskammer zu Leipzig
"Es ist nicht hinnehmbar, dass sich Bund und Länder in zwei Vermittlungsrunden nicht auf eine steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung einigen konnten und damit die Energiewende verschleppt wird", kritisierte der Präsident der Handwerkskammer zu Leipzig, Ralf Scheler, auf der Sitzung der Vollversammlung der Handwerkskammer zu Leipzig am Freitag,. 16. Dezember.
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"Im Interesse der Zukunft unseres Landes und der Planungssicherheit der Wirtschaft und Verbraucher muss nun die letzte Chance genutzt werden. Mit der Forderung nach konstruktivem Handeln haben wir uns auch an den Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen gewandt“, erklärte er. Immerhin geht es auch in Sachsen um die notwendige Senkung des Energieverbrauchs. Doch damit das gelingt, müssen zahlreiche Gebäude energetisch saniert werden. Das können viele Hausbesitzer ohne Förderung nicht stemmen. Das weiß man zwar auch der hohen Politik. Aber man tut auch in Deutschland gern so, als sei das permanente Steigen der Energiepreise kein wirklich ernstzunehmendes Thema.
„Die Steigerung der Energieeffizienz ist die wesentliche Stellschraube zur Minimierung des Energieverbrauchs und zur Reduzierung des Ausstoßes von CO2-Emissionen", erklärt Scheler. "Die größten Einsparpotentiale liegen nachweislich im Gebäudebereich. Deshalb setzt sich das Leipziger Handwerk für eine langfristige Aufstockung der bewährten KfW-Darlehen und -Zuschüsse und einen steuerlichen Anreiz für Investitionen im Bereich der energetischen Gebäudesanierung ein.“
Der Vorstand der Handwerkskammer hat bereits im September ein Positionspapier des Leipziger Handwerks zur nachhaltigen Gestaltung der Energiepolitik verabschiedet. Energie müsse auch in Zukunft bezahlbar bleiben und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gewährleisten, heißt die Kernforderung.
„In den vergangenen zehn Jahren sind die Preise für Strom in der Region Leipzig um fast 50 Prozent gestiegen. Das ist ein deutlicher Standortnachteil“, unterstreicht Ralf Scheler. Entschieden spricht sich das Leipziger Handwerk deshalb gegen eine weitere Steigerung der Energiepreise für kleine und mittlere Unternehmen sowie Privatverbraucher aus, die mit einer Netzentgeltbefreiung industrieller Stromgroßverbraucher einhergeht. Gerade für die energieintensiven Unternehmen des Handwerks müssten spezielle Lösungen gefunden werden.
Die Ausstiegsklausel für energieintensive Großunternehmen hat der Bund fast unbemerkt von der Öffentlichkeit im Sommer 2011 beschlossen. Für einen Durchschnittshaushalt rechnet man deshalb mit Mehrkosten von mindestens 35 Euro im Jahr, denn die Netzkosten werden ja dann auf die Kleinverbraucher, zu denen auch die meisten Leipziger Betriebe gehören, umgelegt. Manche Experten rechnen sogar mit Mehrkosten von über 100 Euro pro Haushalt.
Klare Forderung der Handwerkskammer zu Leipzig: "Das Handwerk fordert von der Bundesregierung in Zusammenarbeit mit den Ländern zeitnah ein umfassendes Gesamtkonzept zur Gestaltung der Energiewende zu entwickeln, dass auf den Prinzipien Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit, Planbarkeit und Umweltverträglichkeit beruht."
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