Ökolöwe unterstützt Klage der Stadt Leipzig gegen das FOC Wiedemar: Rattenrennen um Factory Outlet Center stoppen
Redaktion
13.12.2011
Geplantes Factory Outlet Center Wiedemar.
Foto: Stable International Development
Eigentlich ist der Neubau von Shopping-Centern auf der "grünen Wiese" in Sachsen untersagt. Aus gutem Grund. Landesweit haben die Ober- und Mittelzentren seit Jahren zu kämpfen - nicht nur gegen den Verlust von Kaufkraft und Steuereinnahmen. Das FOC Wiedemar würde auch 1,6 Millionen zusätzliche PKW-Fahrten verursachen.
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„Das geplante Factory Outlet Center in Wiedemar steht sämtlichen Zielen der Landesentwicklung entgegen, gefährdet den innerstädtischen Einzelhandel aller Kommunen zwischen Dessau, Halle und Leipzig und sorgt vor allen Dingen für eine massive Zunahme des Autoverkehrs in der Region“, sagt Tino Supplies, verkehrspolitischer Sprecher des Ökolöwen.
Der Projektentwickler Stable International Developement rechnet mit 1,5 Millionen Besuchern, die zusammen mit den Angestellten des FOC auch irgendwie nach Wiedemar und wieder zurück kommen müssen. Da das Center nicht an einem Knotenpunkt des öffentlichen Nahverkehrs liegen würde, erfolgt die Anreise der Besucher im Wesentlichen mit dem Auto. Unter Berücksichtigung des durchschnittlichen Besetzungsgrades von PKW im Freizeitverkehr werden durch das Shopping-Center jährlich 1,6 Millionen zusätzliche PKW-Fahrten verursacht.
In die Leipziger Innenstadt kommen hingegen über 70 Prozent der Kunden mit dem Umweltverbund (18 % zu Fuß, 18 % mit dem Rad, 36 % mit ÖPNV) und nur 23 Prozent mit dem Auto.
Geplantes Factory Outlet Center Wiedemar.
Foto: Stable International Development
Durch den Landesentwicklungsplan von Sachsen ist auch vor diesem Hintergrund der Aus- und Neubau von Shopping-Centern auf der grünen Wiese ausdrücklich untersagt. Dort heißt es: „Zukünftig soll die Ansiedlung oder Erweiterung von großflächigen Einzelhandelseinrichtungen mit überwiegend innenstadtrelevanten Sortimenten nur noch in städtebaulich integrierter Lage der Ober- und Mittelzentren erfolgen, wo sie zur Stärkung städtischer Funktionen beitragen kann. Städtebaulich integriert bedeutet dabei eine auch für nichtmobile Bevölkerungsgruppen günstige Lage zum Stadtkern oder zu Stadtteilzentren mit Anbindung an den ÖPNV.“
Factory Outlet Center sind sogar nur in Oberzentren zulässig. Auch der Landesentwicklungsplan von Sachsen-Anhalt legt dies so fest.
„Wir fordern daher alle Beteiligten auf, das Rattenrennen um ein Factory Outlet Center in Mitteldeutschland zu beenden. Solch ein Center trägt weder in Brehna, noch in Schkeuditz oder Wiedemar zu einer nachhaltigen Entwicklung der Region bei“, so Supplies. „Es müssen im Gegenteil alle Bemühungen darauf hinwirken, die bestehenden Stadt- und Stadtteilzentren zu stärken, um der weiteren Zersiedlung der Region Einhalt zu gebieten.“
Insbesondere die Haltung der Landkreise Nordsachsen und Anhalt-Bitterfeld ist für den Ökolöwen nicht nachvollziehbar. Es bestehen in Mitteldeutschland genügend Erfahrungen mit den Auswirkungen von Shopping-Centern auf der grünen Wiese. So haben sich Weißenfels und Merseburg bis heute nicht von den Kaufkraftabflüssen in das benachbarte Nova Eventis erholt. Ein FOC in Wiedemar oder Brehna wird die Ansiedlung von größeren Einzelhandelseinrichtungen in Delitzsch und in Bitterfeld-Wolfen deutlich erschweren. Die Investitionen von Unternehmern und des Steuerzahlers in die Innenstädte dieser Mittelzentren werden jetzt konterkariert.
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