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Das Flugwesen in Sachsen entwickelt sich rekordverdächtig - immer weiter auseinander

Gernot Borriss und Ralf Julke
Terminal B des Flughafens Leipzig / Halle.
Terminal B des Flughafens Leipzig / Halle.
Foto: Flughafen Leipzig / Halle
Sachsens staatliche Verkehrsflughäfen überboten sich unlängst mit neuen Erfolgsmeldungen. Der Flughafen Dresden freute sich 2011 kurz vor Jahresschluss über einen neuen Passagierrekord. Der Leipziger Airport vermeldete zeitgleich eine neue Höchstmarke beim Frachtflug bei zweistelligen Zuwachsraten.

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Im gerade zu Ende gegangenen Jahr 2011 summte und brummte es mächtig gewaltig an Sachsens Himmel und an Sachsens Verkehrsflughäfen Dresden International und Leipzig/Halle. Die beiden in der Mitteldeutschen Flughafen AG zusammengeschlossenen Airports vermeldeten zur besten Striezel- und Stollenzeit neue Rekorde.

In Klotzsche im Norden der Landeshauptstadt wurden 2011 erstmals mehr als 1,9 Millionen Fluggäste abgefertigt. Das sei ein neuer Jahresrekord, vermeldete der Flughafen. Denn die bisherige Höchstmarke aus dem Jahr 2008 lag bei 1,86 Millionen Fluggästen.

Dabei waren aus Sicht des Flughafenbetreibers die Rahmenbedingungen nicht eben günstig. „Aufgrund der Belastungen durch die Luftverkehrssteuer war ein neuer Passagierrekord nicht selbstverständlich“, ordnete Dr. Michael Hupe, Geschäftsführer der Flughafen Dresden GmbH, die neue Bestmarke ein, über die man sich deshalb „umso mehr" freue.

Als Wachstumstreiber wirkten in Dresden Urlaubsflüge und zahlreiche Touristen aus Russland. Auch hätte sich nach Angaben des Flughafens die Anbindung an die großen Passagierdrehkreuze weiter verbessert. „Nicht zuletzt spiegelt sich die wachsende Beliebtheit des Reiseziels Dresden in unseren Passagierzahlen wider“, so Hupe weiter. Im Charterverkehr sieht man an der Elbe noch weiteres Potenzial. In diesem Jahr wird mit Gazipasa ein weiterer türkischer Ferienflughafen angesteuert. Ab Februar geht es von Klotzsche wieder direkt nach Palma de Mallorca.

Nun ist nichts in Sachsen so beständig und erhellend wie der Vergleich der beiden Halbmillionenstädte Dresden und Leipzig. Kritiker der freistaatlichen Flughafenpolitik beklagen seit langem die schleppende bis rückläufige Entwicklung der Passagierzahlen in Schkeuditz. Dabei verweisen sie regelmäßig auf die tendenziell gegenläufige Entwicklung in Klotzsche.

Innenansicht des Terminal B des Flughafens Leipzig / Halle.
Innenansicht des Terminal B des Flughafens Leipzig / Halle.
Foto: Flughafen Leipzig / Halle

Dabei bräuchte der Leipziger Flughafen den Vergleich mit Dresden nicht zu scheuen. Denn nach eigenen Angaben wurden 2010 mehr als 2,35 Millionen Fluggäste am Kreuzungspunkt von A9 und A14 abgefertigt. Doch eben auch 663.024 Tonnen Luftfracht. Das ist das Feld, auf dem der Leipziger Flughafen weiter Rekordmeldungen produzieren will. Und nach allen politischen Wortmeldungen auch produzieren soll.

Aus dieser Perspektive machte der Schkeuditzer Cargo-Airport 2011 einen deutlichen Sprung nach vorn. „Luftfracht wächst weiter zweistellig“, lautete kurz vor Jahresschluss die Rekordmeldung aus dem Leipziger Nordraum.

Bereits Ende November 2011 habe man den Frachtumschlag des Vorjahres mit insgesamt 691.077,7 Tonnen um 14,9 Prozent überboten, teilte der hiesige Flughafen weiter mit. Für das Gesamtjahr 2011 erwarte man ein Ergebnis „deutlich über 700.000 Tonnen“.

„Die anhaltende positive Entwicklung des Cargoaufkommens unterstreicht die Position des Leipzig/Halle Airport als zweitgrößtes Luftfrachtdrehkreuz Deutschlands“, erklärte dazu Dierk Näther, Geschäftsführer des Leipzig/Halle Airport.

Im Frachtverkehr werden von Leipzig/Halle aus nach Angaben der hiesigen Flughafenspitze 58 Flughäfen in 34 Ländern auf vier Kontinenten angeflogen. Außerhalb Europas gehe es dabei um Destinationen wie New York, Cincinnati, Hongkong, Delhi, Singapur, Seoul und Lagos. „Hinzu kommen die Aktivitäten der ab Leipzig/Halle eingesetzten AN-124 -Frachtmaschinen von Volga-Dnepr und Antonov Design Bureau sowie Frachtcharterflüge“, teilte der Flughafen ergänzend mit.

Das Tor Leipzigs zur globalen Wirtschafts- und Warenwelt liegt somit im Norden der Stadt. Die Chancen zu weiterer Wertschöpfung bei Umschlag und Fertigung sind also gegeben. Inwieweit dies im Einvernehmen mit den Anwohnern geschieht, steht 2012 weiter auf der Tagesordnung. Im Leipziger Stadtrat beispielsweise, und sicher auch in der Fluglärmkommission.

Und was die 2,35 Millionen Fluggäste aus dem Jahr 2010 betrifft - sie waren schon ein höchst miserabler Wert. 2007 hatte die Zahl der Fluggäste noch 2,7 Millionen betragen. Die Passagierzahlen am Flughafen Leipzig/Halle sind seitdem im permanenten Sinkflug. Und 2011 wird der Jahresendwert noch geringer ausfallen. Schon im September hatte der Flughafen rund 100.000 Fluggäste weniger als zum selben Zeitpunkt im Vorjahr. Und rund 350.000 davon sind auch noch reine Transitpassagiere - also hauptsächlich Soldaten auf dem Zwischenstopp in die Kriegsgebiete Irak und Afghanistan. Was 2012 logischerweise ebenfalls zu einem Rückgang führen wird, denn aus dem Irak sind die US-Truppen ja mittlerweile abgezogen. Vom reinen Aufkommen an zivilen Flugpassagieren her ist Leipzig in Sachsen nur noch die Nummer 2.


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