Reform der Arbeitslosenförderung: Bundestagsabgeordnete befürchtet drastische Auswirkungen auf Leipzig
Ralf Julke
05.01.2012
Dr. Barbara Höll.
Foto: New Media Commication / Alain Rappsilber
"Das von CDU/CSU und FDP verabschiedete 'Instrumentenreformgesetz' wird die Lage der Langzeitarbeitslosen verschlimmern statt verbessern", befürchtet die Leipziger Bundestagsabgeordnete Dr. Barbara Höll. "Auch wird Leipzigs Vereinsleben darunter wieder einmal zu leiden haben, wie es der offene Brief der Leipziger Bürger- und Heimatvereine zeigt."
Anzeige
Am 25. November 2011 hatten die Bundesländer dieser neuerlichen Reform der Arbeitsmarktpolitik zugestimmt. In Kraft treten soll es in wesentlichen Teilen zu Beginn des 2. Quartals am 1. April 2012. Doch wie so viele Reformen in der Gesetzgebung krankt auch das "Instrumentenreformgesetz der Bundesregierung" unter seiner rein bürokratischen Denkweise, die mit den Realitäten der Betroffenen so gut wie nichts zu tun hat.
"Diese Reform ist nicht zielgenau auf die tatsächlichen Probleme ausgerichtet", stellt die Abgeordnete der Linken fest. "Sie ist lediglich die Umsetzung bereits im Vorfeld gefasster Kürzungsbeschlüsse und raubt Langzeitarbeitslosen die letzte Hoffnung auf Eingliederung in den Arbeitsmarkt. Neben den Arbeitslosen werden aber auch andere die Kürzungsorgie zu spüren bekommen. Auch in Leipzig werden die Einschnitte deutlich zu spüren sein, denn viele Leipziger Vereine werden Schwierigkeiten haben, ihr Leistungsangebot für die Bürger aufrechtzuerhalten. In vielen Vereinen wird ein großer Teil der Arbeit durch Arbeitsmaßnahmen abgedeckt. Dies ist durch die Streichung von Arbeitsmaßnahmen durch das Instrumentengesetz nicht mehr in ausreichendem Maße möglich."
Die Leipziger Bundestagsabgeordnete Dr. Barbara Höll.
Foto: New Media Commication / Alain Rappsilber
Entsprechende Proteste auch Leipziger Trägervereine verhallten so ungehört wie die Kritik des Paritätischen Wohlfahrtverbandes. Was wirklich fehlte in der Diskussion, war eine qualifizierte Wortmeldung aus der Wirtschaft, die mittlerweile durchaus mit einem Arbeitskräftemangel in einigen Branchen zu kämpfen hat und über bessere Eingliederungsinstrumente für Langzeitarbeitslose durchaus nachdenkt.
Aber wie finanzieren, wenn die Förderprogramme drastisch zusammengestrichen werden? - Da helfen dann auch nicht mehr Kompetenzen für die Fallmanager, wie die CDU/CSU-Fraktion die Neuregelung schönredete.
Barbara Höll: "Außerdem werden die finanziellen Mittel für die Arbeitsmarktförderung auch in 2012 drastisch gekürzt. Waren es 2010 noch gut 100 Millionen Euro, die dem Jobcenter Leipzig für die Arbeitsmarktpolitik zur Verfügung standen, wurden diese Mittel 2011 auf rund 67 Millionen gekürzt. Für 2012 sollen dem Jobcenter dann vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales nur noch rund 55 Millionen für die Arbeitsmarktpolitik zur Verfügung gestellt werden."
Die Grünen-Abgeordnete Brigitte Pothmer hatte den Verschiebebahnhof so kommentiert: "Alle Bundesetats gehen im Jahr 2012 hoch – mit einer Ausnahme: im Haushalt für Arbeit und Soziales wird kräftig gekürzt. Das geht vor allem zu Lasten der Arbeitslosen, die für bessere Chancen auf einen neuen Job eine Qualifizierung brauchen. Die wird 2012 häufig nicht mehr drin sein. Seit Arbeitsministerin von der Leyen im Amt ist, wurden nahezu 30 Prozent der Fördermittel für Arbeitslosengeld II-Bezieher gestrichen. Im gleichen Zeitraum ging die Zahl der Arbeitslosen in diesem Bereich aber nur um 10 Prozent zurück. Die Kürzungen stehen also in keinem Verhältnis zur Entwicklung am Arbeitsmarkt, die soziale Schieflage der schwarz-gelben Politik wird dadurch mehr als deutlich."
Die Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (LVV) verstärken ihre Kommunikationsabteilung. Peter Krutsch verstärkt ab sofort die Kommunikationsabteilung des kommunalen Konzerns, der die städtischen Aktivitäten der Daseinsvorsorge und der zugehörigen kommunalen Unternehmen bündelt. mehr…
„Nach der Veröffentlichung der Umfrage zum Image Sachsens in der Bundesrepublik wurde vor allem eines deutlich: Die Bürger sehen die Probleme, die die Staatsregierung gerne weg redet", stellt Martin Dulig, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, zu den am Mittwoch, 23. Mai, vorgestellten Ergebnissen der deutschlandweiten Umfrage zum Image Sachsens in Deutschland fest. mehr…
Ein Schuss in den Ofen war's. So jedenfalls sehen es die sächsischen Jusos. Am Montag, 21. Mai, veröffentlichte das Sächsische Landesamt für Statistik die Zahlen für die vergebenen Deutschlandstipendien im Jahr 2011. Ganze 297 waren es. Danach ist die Landesregierung selbst an ihren – schon geringen Maßstäben – gescheitert, stellt Tino Bucksch, Vorsitzender der Jusos Sachsen, fest. mehr…
Die sächsische Staatsregierung ist ja höchst besorgt um das Bild von Sachsen - nach innen und nach außen. Also hat sie mal wieder eine Image-Befragung durchführen lassen, 4.000 Leute befragen lassen durch die GMS Dr. Jung GmbH, 1.000 in Sachsen selbst, 1.000 im Rest von Ostdeutschland, 2.000 im Westen. Eigentlich eine Befragung, die die schöne Erkenntnis bestärkt: Nehmt euch nicht so wichtig. mehr…
Der Wald steckt voller Zeichen: Hinweisschilder für Gasleitungen, Wanderwege, Graffiti oder Markierungen an Bäumen. Alles hat – meistens – seinen Sinn. Die erleb-bar hat viele dieser Symbole entschlüsselt und die Ergebnisse in einer neuen Geocaching-Tour zusammengestellt. mehr…
Der erste Quartalsbericht für 2012 ist da. Die vierteljährliche Krankenstandsmeldung des Amtes für Statistik und Wahlen für die Stadt Leipzig. Lebt der Patient noch? Ist er gar auf dem Weg der Besserung? - Die Zahlenbasis wird immer unsicherer. Doch die neuen Zahlengrundlagen aus dem Zensus 2011 gibt es erst 2013. Oder gar erst 2014, befürchtet Peter Dütthorn. mehr…
Die Kinderpolizei der Agentur Schutzengel eröffnet pünktlich zum Kindertag 2012 – am 1. Juni – ihre erste Polizeiwache auf sächsischem Boden. In den Räumen der integrativen KITA Grünschnabel des Kinderschutzbundes Leipzig (Oststraße 185) wird die erste sächsische Kinderpolizeiwache ihren Platz finden. mehr…
Hört oder liest man ein Märchen nur mit dem logischen Verstand - dann will und wird so manches nicht zusammenpassen. Doch auch Herz und Phantasien lesen mit und dies ist das Entscheidende. Gerade bei Kindern nehmen Phantasien in den Gedanken den größten Raum ein. So dient das Märchen als Spiegel ihrer Erfahrung, Ängste, Wünsche und Träume. mehr…
"Neue Schulen braucht die Stadt". Zu diesem Thema lädt die Leipziger SPD Jugend am Donnerstag, 24. Mai, ab 19:00 Uhr in die SPD Geschäftsstelle (Rosa-Luxemburg-Straße 19/21) ein. Gemeinsam mit dem Leipziger Landtagsabgeordneten Holger Mann wird über den Neu- und Ausbau sowie die Sanierung von Schulen in Leipzig diskutiert. mehr…
Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) hat am 22. Mai während einer Bilanzpressekonferenz auf das letzte Jahr zurück geblickt und gleichzeitig eine Vorausschau gewagt. Die besagt, dass man eine weitere Milliarde Euro benötigen wird, um die LMBV-eigenen Bergbaufolgelandschaften zu rekultivieren. mehr…
Unter dem Motto „Von Panitzsch bis Paris“ sind ab 27. Mai in der Kirche Panitzsch Bilder in Öl von Margitta Pötzsch zu sehen. Zur Vernissage und zum Galerierundgang mit der Leipziger Künstlerin wird am Pfingstsonntag um 17 Uhr herzlich eingeladen. mehr…
Am Donnerstag, dem 7. Juni, lädt der Swingin'LE Tanzklub wieder zum kostenlosen Schnupperkurs ein. Swing und Lindy Hop im Rhythmus der 30er und 40er Jahre, als Amerika noch ein unbeschwertes Lebensgefühl hatte. Der einstündige Kurs beginnt 19:00 Uhr. mehr…
Am 25. Mai geht's los, dann überschwemmen wieder Menschen in schwarzen und bunten Kostümen die Stadt, duften nach Patschuli, geben sich betont lässig, obwohl sie völlig aufgewühlt sind. Zu Pfingsten ist Leipzig wieder Schauplatz des Wave Gotik Treffens. Der Plöttner Verlag ist dabei. Unter anderem mit dem dicken Buch zu "Death in June" von Aldo Chimenti. Der Besucher wird an seinem Stand auf dem agra-Gelände aber auch ein Plakat erstehen können, das durchaus ungewöhnlich ist. mehr…
Von wegen, Strom aus Kohle würde nicht subventioniert und sei deshalb eine preisgünstigere Alternative zu erneuerbaren Energien. Die Kosten werden nur nicht auf den Strompreis aufgeschlagen, die fließen als Subvention - zum Beispiel bei Kosten für die Sanierung der ostdeutschen Braunkohlereviere. Und die werden - wie die LMBV am Mittwoch mitteilen musste - noch höher, als bisher geplant. mehr…
"Fertigstellungstermin des A 72-Abschnitts von Rochlitz bis Borna verschiebt sich auf Sommer 2013", teilte Staatssekretär Roland Werner gemeinsam mit dem DEGES-Geschäftsführer Dirk Brandenburger am Dienstag, 22. Mai, mit. Eine scheinbar beiläufige Meldung im Rahmen eines Großbauprojekts, dessen Planungen und Kosten mittlerweile genauso aus dem Ruder gelaufen sind wie die des Leipziger City-Tunnels. Natürlich hat das Gründe. mehr…