Petition gegen Landverzehr: Sächsischer Bauernverband fordert Flächenschutzgesetz
Gernot Borriss
01.01.2012
Weideland im Leipziger Umland.
Foto: Gernot Borriss
Der Deutsche Bauernverband drängt auf ein Flächenschutzgesetz. Dazu hat er die Petition „Flächenverbrauch senken und landwirtschaftliche Nutzflächen schützen“ initiiert. Ein verlässliches und wirksames Schutzgesetz sei überfällig, sagt Jörg Hilger, Geschäftsführer des sächsischen Bauernverbandes zu L-IZ.
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Unerbittlich tickt seit April 2011 die Flächenverzehr-Uhr auf den Internetseiten des Deutschen Bauernverbandes DBV und seiner regionalen Gliederungen. „Fast 100 Hektar Acker- und Grünland gehen täglich durch Überbauung verloren“, führt der Verband an, „das sind mehr als 130 Fußballfelder. „Es kann nicht sein, dass in Sachsen etwa fünf bis sieben Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche täglich der Produktion entzogen werden“, beschreibt Jörg Hilger, Geschäftsführer des sächsischen Bauernverbandes, gegenüber L-IZ die Situation im Freistaat.
Diese Problemanzeige lässt sich nicht als berufsständischer Lobbyismus abtun. Irgendwann wird es kaum noch Felder oder Wiesen geben, die sich überbauen lassen. Irgendwann werden auch die gesetzliche vorgeschriebenen Ausgleichsflächen für die vielen schönen Investitionen auf der grünen Wiese knapp. Und irgendwann wird es räumlich eng für die Landwirtschaft, deren Beitrag zur Versorgung mit Lebensmitteln und Rohstoffen sowie zur Landschaftspflege sonst nicht hoch genug gelobt wird. Auch mit dem oft bemühten Prinzip der Nachhaltigkeit hat der fortschreitende Landverzehr nichts zu tun.
Wann dieser Tag der vollständig verzehrten landwirtschaftlichen Nutzfläche sein wird, ließe sich mit Rechenmodellen sicher ermitteln. Solange will der Deutsche Bauernverband aber nicht warten. Deshalb hat er die Petition „Flächenverbrauch senken und landwirtschaftliche Nutzflächen schützen“ gestartet.
Landwirtschaftliche Nutzfläche im Leipziger Westen.
Foto: Gernot Borriss
„Ein verlässliches und wirksames Flächenschutzgesetz ist überfällig“, begründet Jörg Hilger die Forderung der Bauern, „Politik und Gesellschaft müssen beim Flächenverbrauch endlich umsteuern.“ Für den sächsischen Landesbauernverband reklamiert er die Vorreiterrolle, denn mit dem Start der Flächenverzehr-Uhr im Frühjahr 2011 habe man im Freistaat den Startschuss für diese deutschlandweite Aktion gelegt.
„Angesichts einer weiter steigenden Weltbevölkerung und einem insbesondere in Deutschland in den nächsten Jahren stark steigenden Bedarf an nachwachsenden Rohstoffen aus der Landwirtschaft ist der Schutz unserer wertvollsten Produktion zur Grundlage eine echte Schlüsselfrage für die Zukunft der Landwirte und letztlich der Bevölkerung“, so Hilger weiter. Insbesondere in Ostdeutschland müsse die Entsiegelung von Flächen absoluten Vorrang vor der Aus-der-Produktionsnahme von Ackerflächen haben, fordern die sächsischen Landwirte. Der Deutsche Bauernverband sieht nun „die Zeit gekommen, dass der Deutsche Bundestag sich dieses Themas annimmt und einen gesetzlichen Schutz landwirtschaftlicher Flächen beschließt“.
Mit dem Flächenschutzgesetz sollen nach den Vorstellungen des DBV ein Schutzprogramm für land- und forstwirtschaftliche Nutzflächen sowie der „Schluss mit diesem maßlosen Landfraß“ verbunden sein. Zudem fordert der DBV die Schonung landwirtschaftlicher Flächen beim Ausbau von Energieleitungstrassen und eine „faire Vergütung für die Nutzung unseres Eigentums“.
Gegenstand der Petition des Deutschen Bauernverbandes:
„Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass auf gesetzlichem Wege landwirtschaftliche Nutzflächen als unvermehrbare Produktionsgrundlage zur Ernährungssicherung und für nachwachsende Rohstoffe geschützt werden. Ferner möge der Deutsche Bundestag die Bundesregierung beauftragen, wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um den Flächenverbrauch durch Überbauung sowie durch Ausgleichsmaßnahmen zu reduzieren.“
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