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Der Krieg der Giganten geht weiter: In Leuna steht die Erweiterung von "nova eventis" auf der Tagesordnung

Ralf Julke
Einkaufspark "nova eventis".
Einkaufspark "nova eventis".
Foto: ECE
Sie kennen keine Verschnaufpausen mehr. Immer mehr Geld investieren die großen Centerbetreiber in immer größere Centerbauten. Gerade erst hat im September mfi die Leipziger "Höfe am Brühl" eröffnet und damit 44.000 weitere Quadratmeter Verkaufsfläche in die Leipziger City gedrückt. Im Dezember wurde das ebenfalls von mfi betriebene 110.000 Quadratmeter große Paunsdorf Center wieder komplett in Betrieb genommen. Nun macht wieder ECE Druck.


Das ECE Projektmanagement betreibt den Einkaufspark "nova eventis" bei Günthersdorf, der 2004 nach einem Komplettumbau neu eröffnet worden war mit über 200 Geschäften, 7.000 kostenlosen Parkplätzen, über 90 Hektar groß und der eigentliche Kontrahent im nun mittlerweile 20 Jahre lang dauernden Kampf der mitteldeutschen Städte für ihren eigenen Wert als Einkaufszentrum. Ein Kampf, bei dem selbst Leipzig jahrelang das Nachsehen hatte. Aus Leipzig floss die Kaufkraft fast ungebremst ab Richtung "Saalepark", wie der gigantische Einkaufspark bei Günthersdorf bis 2004 hieß.

Die Veränderung leitete just ein ECE-Projekt ein: der Umbau des Leipziger Hauptbahnhofs zu den Hauptbahnhof Promenaden, rund 30.000 Quadratmeter Verkaufsfläche auf drei Etagen. Mit der Eröffnung 1997 begann das allmähliche Wiedererwachen der Leipziger Innenstadt als Einkaufsziel für die Region. Zuvor hatte ECE 1995 in Grünau das Allee Center mit etwa 24.000 Quadratmeter Einkaufsfläche eröffnet. Die Wirksamkeit dieser Magnete brachte die Stadt Leipzig auf die Idee, 1998 den Stadtentwicklungsplan (STEP) Zentren aufzulegen, im Stadtgebiet selbst lauter (Stadtteil-)Zentren zu definieren und damit die Center-Ansiedlung zu steuern.

Einkaufspark "nova eventis".
Einkaufspark "nova eventis".
Foto: ECE

Doch während die Stadt mit diesem STEP dafür sorgte, dass das Stadtgebiet erst recht mit großen Einkaufsmärkten übersät wurde, zeigt schon die millionenschwere Aufrüstung des "Saaleparks" 2004, dass den großen Investoren eigentlich ziemlich egal ist, was die Städte wollen. Sie treiben auf der Mega-Stufe dasselbe Spiel, wie es die Discounter auf der Stadtteilebene spielen - sie jagen sich die Marktanteile ab, indem sie immer größere Center bauen. Mit den "Höfen an Brühl" ist so ein Projekt erstmals bis ins Herz der Stadt vorgestoßen.

Aber wo jetzt mfi kurz hintereinander zwei große Eröffnungen feierte und die Stadt mit ziemlich viel Engagement dabei ist, das Alte Messegelände mit Anbietern zu bevölkern, die in der City eher keinen Platz finden, arbeitet ECE schon seit 2011 daran, das "nova eventis" weiter aufzumunitionieren. Zu den 91 Hektar sollen 3,5 weitere hinzukommen. Das Vorhaben wurde 2011 dem Stadtrat von Leuna vorgestellt und sorgt seitdem für kräftige Verstimmung. Denn nicht nur aus Leipzig und Halle kritisiert man die neuerlichen Erweiterungspläne für das Einkaufs-Center an der Landesgrenze. Kritik gibt es auch von der IHK Halle-Dessau.

"Die geplanten Geschäfte zählen als großflächiger Einzelhandel und dieser ist laut Landesentwicklungsplan nur in Sondergebieten zulässig", zitiert die "MZ" Antje Bauer, die zuständige Geschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer (IHK) Halle-Dessau.

Doch aller Protest scheint nichts zu nützen. Möglicherweise noch im Frühjahr liegen dem Stadtrat von Leuna die neuen Bebauungspläne vor, die auf einer Fläche von 3,5 Hektar neue Ansiedlungen ermöglichen sollen. "Nach den Plänen will der Eigentümer der drei Teilflächen, der Berliner Möbelhändler und Höffner-Besitzer Krieger, außer einem Lebensmittelladen auch einen Baumarkt, Autoteilehandel und neben den bereits ansässigen Höffner und Ikea ein drittes Möbel-Geschäft in den Einkaufspark holen", berichtet die "Mitteldeutsche Zeitung".

Der Beitrag zum Thema in der MZ:
www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1353577212767&openMenu=1013016724285&calledPageId=1013016724285&listid=1018881578312



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