Fußgängerzonen in der Leipziger Innenstadt: Radfahrer müssen künftig absteigen
Redaktion
22.10.2008
Foto: Ralf Julke
Die Wellen haben sich geglättet, die Diskussionen sind ruhiger geworden. So langsam ist klar, dass die meisten Leipzig mit dem von der Verwaltung entwickelten Konzept der autoarmen Innenstadt leben können.
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Aber sie werden künftig damit rechnen müssen, dass die Polizei sie mancherorts vom Rad fischt.
Denn zwei Änderungen wird es nach der Bürgeranhörung zum Konzept autoarme Innenstadt geben. Die erste betrifft die vier großen Fußgängermagistralen Petersstraße, Grimmaische Straße, Hainstraße und Nikolaistraße: Hier soll - nach Willen der Verwaltungsspitze - künftig ein zeitlich beschränktes Fahrverbot für Fahrräder gelten. Dafür haben sich in den Anhörungen besonders Leipzigs Behindertenverbände, Seniorenintiativen und Interessenvertreter für Kinder und Familien stark gemacht.
Denn gerade in den Hauptgeschäftszeiten, wenn sich stundenweise bis zu 4.000 und mehr Passanten durch die Straßen bewegen, sind Kollisionen mit Radfahrern kaum zu vermeiden. Ein Übriges zur heftigen Diskussion haben auch jene Radfahrer beigetragen, die selbst bei größtem Betrieb den Drängler und Rambo spielen mussten. Meist ohne Konsequenzen. Ein Tritt in die Pedale, und die Unfallflucht war geglückt.
Foto: Ralf Julke
Wenn einer rast, wird's gefährlich für Fußgänger.
Das soll sich ändern. „Es wird kein generelles Fahrverbot geben", sagt Oberbürgermeister Burkhard Jung. „Wir werden die Regelung an die Regelungen für den Kfz-Verkehr koppeln." Heißt im Klartext: Zwischen 11 und 20 Uhr, wenn auch der Lieferverkehr in den Fußgängerzonen zu ruhen hat, müssen Radfahrer in den vier Straßen vom Rad steigen und schieben. Oder sie weichen auf andere Straßen aus. „Es gibt genügend Alternativen", sagt Jung. Der Verwaltungsvorschlag muss noch im Fachausschuss beraten und von der Ratsversammlung beschlossen werden. Wenn die Stadträte ihr o.k. geben, könnte die Regelung auf den entsprechenden Straßen schon umgesetzt werden. Sofern die diversen Polleranlagen funktionieren. Denn den Radfahrern das Absteigen aufzuerlegen und trotzdem die Autos durchfahren zu lassen, macht wenig Sinn.
„Wir werden das auch kontrolieren, wenn es soweit ist", sagt Jung. Dann soll es auch Polizeikontrollen geben.
Eine zweite Änderung im Konzept betrifft die Taxi-Stellplätze in der Thomasgasse, wo sich wartende Taxis mit dem Innenstadtbus Nr. 89 und den Freisitzen vor den Cafés in den engen Straßenraum teilen. „Diese Stellplätze", so Burkhard Jung, „werden wir auf den Thomaskirchhof verlegen.
Umgesetzt werden soll das Konzept autoarme Innenstadt schrittweise bis 2011. „Je nach Haushaltslage", wie der Oberbürgermeister betont.
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