LVB-Investitionen 2009: Nur drei Projekte sind sicher, an Fördergeldern fehlt's
Ralf Julke
13.04.2009
So opulent wird's 2009 nicht: LVB-Baustelle im Vorfeld der Fußball-WM ...
Foto: Ralf Julke
Ab Dienstag, 14. April, wird die nächste Baustelle im Leipziger Verkehrsgewühl eröffnet: Dann beginnt der Umbau der Haltestelle Volksgartenstraße. Es ist der erste Baustein des Investitionsprogramms, das die Leipziger Verkehrsbetriebe kurz vor Ostern verkündeten. Gesamtvolumen? Noch völlig offen.
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Denn nicht für alle Baumaßnahmen liegen bislang Förderbescheide der Landesdirektion Leipzig vor. Ohne Fördergeld kann nicht gebaut werden. Insgesamt planen die LVB 12,3 Millionen Euro zu investieren. Davon beträgt der Eigenanteil der LVB voraussichtlich rund 2,8 Millionen Euro. Vielleicht wird's auch deutlich weniger, denn gerade für drei der größten Projekte liegt bis heute kein Fördermittelbescheid vor. Unter anderem für das über 10 Millionen Euro teure Umbauprogramm der Prager Straße in Probstheida.
„Wir freuen uns, dass wir im Jahr 2009 einige ganz wichtige Maßnahmen realisieren können, die wir in den vergangenen Jahren aus verschiedenen Gründen mehrfach verschieben mussten“, freute sich Dirk Sikora, Geschäftsbereichsleiter Investitionen und Liegenschaften, bei der Verkündung des Investitionsprogramms. Vielleicht darf er im Dezember dann feststellen, dass ein paar Projekte noch einmal verschoben werden müssen, weil der Freistaat die nötigen Gelder anders vergeben musste. Für die Zusatzkosten des Citytunnels zum Beispiel.
Fest stehen bislang nur drei Investitionsprojekte. Beginnend mit dem Haltestellenumbau in der Volksgartenstraße, der die Schönefelder bis zum 4. Juli in Atem halten wird. In der Torgauer Straße werden zwischen Haltestelle Volksgartenstraße und Permoser Straße die Gleisanlagen erneuert. Die Haltestelle Volksgartenstraße wird behindertengerecht mit ebenerdigem Einstieg am Haltestellenkap ausgebildet und mit Blindenleitsystem, Fahrgastinformation, mit Fahrgastunterständen und neuer Beleuchtung ausgestattet. Des Weiteren wird die stadtauswärtige Haltestelle auf Höhe der stadteinwärtigen Haltestelle um circa 150 Meter vorverlegt. Die Gesamtkosten liegen bei rund 1,3 Millionen Euro. Laut Fördermittelbescheid werden 75 % der Kosten gefördert.
Die Straßenbahnlinien 3 und 13 verkehren in dieser Zeit eingleisig im Baubereich. Dadurch kann es zu Abweichungen vom regulären Fahrplan kommen. Die Haltestelle Volksgartenstraße wird zeitweise, entsprechend des Baufortschritts, im Baubereich örtlich verschoben.
So groß gebaut wird in Leipzig nur mit Fördergeldern.
Foto: Ralf Julke
Zur Realisierung des Bauvorhabens sind drei Straßenbahnsperrungen notwendig – am Sonntag, 19. April, am Sonntag, 17. Mai, und von Samstag, 20. Juni, bis Montag, 29. Juni. In der Gesamtbauzeit ab 14. April wird es zu Einschränkungen für den Individualverkehr kommen.
Dauer-Warte-Kandidat war bislang immer der Bahnhof Knauthein. Er steht jetzt zum dritten Mal im Plan – die Fördergelder scheinen gesichert. In einer Gemeinschaftsbaumaßnahme mit der Stadt wird der Bahnhofsvorplatz Knauthain umgestaltet. Die Endstellenschleife wird neu gebaut, mit behindertengerechtem Haltestellenausbau. Geplant ist eine Bauzeit voraussichtlich von Mitte Mai bis Mitte September 2009. Die Gesamtkosten liegen bei rund 3,3 Millionen Euro. Laut Fördermittelbescheid sind 90 % der Kosten förderfähig.
Drittes sicheres Projekt ist die Weißestraße: Im Rahmen des Straßenbahnausbaus Stötteritz wird die Haltestelle Weißestraße der Linie 4 behindertengerecht umgebaut (Blindenleitsystem, Fahrgastinformation und Spaltbreite zwischen Bahnsteigkante und Fahrzeug). Voraussichtlich von Mitte August bis Mitte Oktober werden die Bauarbeiten durchgeführt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 1,4 Millionen Euro.
Das war's dann: 6 Millionen Euro und drei Baustellen, für die die Zusagen stehen.
Der Löwenanteil bleibt in der Zitterpartie. Allen voran die Prager Straße. - Die Strecke der Linie 15 in Probstheida soll hier zur Stadtbahn mit separatem Bahnkörper ausgebaut werden. Die Haltestellen Russenstraße und Probstheida sollen zu behindertengerechten Haltestellen ausgebaut und die Buswendeanlage umgebaut werden. Bauen wollen die LVB gern zwischen September 2009 und Dezember 2010. Die Gesamtkosten betragen 10,9 Millionen Euro. „Die Stadt und die LVB haben die Absicht, diese Maßnahme noch dieses Jahr zu beginnen. Es sind jedoch noch einige baurechtliche Aufgaben zu erledigen“, so Dirk Sikora.
Einziger Hinkefuß: Der Fördermittelbescheid liegt noch nicht vor.
In der Bornaische Straße soll die Strecke der Linie 11 wird zwischen Giebner Straße und Newtonstraße zur Stadtbahnlinie ausgebaut werden. Dabei sollen die Gleisanlagen erneuert und die Haltestellen Friederikenstraße und Leinestraße behindertengerecht ausgebaut werden. Auch das ist eines der "Verschiebeprojekte" im Vorhabenplan der LVB. Bauen würde man hier gern von Mitte August 2009 bis Mitte November 2009. Die Gesamtkosten werden auf rund 3,3 Millionen Euro beziffert.
Der bekannte Hinkefuß: Der Fördermittelbescheid liegt noch nicht vor.
Auch die Haltestelle Neues Rathaus soll behindertengerecht umgebaut werden. Im Rahmen von Gleisbaumaßnahmen wollen die LVB die Gleise in der Gleiskurve und im Bereich der Haltestelle erneuern. Zusammen mit der Stadt soll auch eine Lichtsignalanlage im Bereich Martin-Luther-Ring/Lotterstraße gebaut werden. Bauen möchte man gern von Anfang Oktober bis Mitte Dezember. Die Gesamtkosten betragen 2 Millionen Euro.
Aber wie das so ist: Der Fördermittelbescheid liegt noch nicht vor.
Bei allen Umbaumaßnahmen gehe es um die Steigerung der Attraktivität für die Fahrgäste, erklären die Verkehrsbetriebe. Ziel sei auch die Verbesserung des Netzes, um die Reisezeit zu verkürzen. Irgendwie eines der klimapolitischen Ziele der Stadt. Aber ohne Fördergelder nicht umzusetzen. So kommt derzeit einiges ins Stocken. Auch im Wagenpark.
Ziemlich sicher ist bislang nur, dass die LVB in diesem Jahr fünf Midibusse beschafft wollen, die die alten Fahrzeuge für den Einsatz in Grünau und Böhlitz-Ehrenberg ersetzen sollen.
Das könnte es schon gewesen sein, auch wenn außerdem geplant ist, neun weitere XXL-Fahrzeuge und neun Leoliner-Doppeltraktionen (18 Fahrzeuge) zu beschaffen. Dazu sind die Verkehrsbetriebe sogar verdonnert, denn die alten und lauten Tatra-Fahrzeuge sollen ja irgendwann einmal abgelöst werden. Dieses Beschaffungsprogramm mit einem Kostenumfang von 21,8 Millionen Euro soll eigentlich noch in diesem Jahr beginnen und voraussichtlich 2011 beendet werden.
Aber wie das so ist: Da braucht man Fördergelder zu ...
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