Autofreie Innenstadt, Fahrradstraße, Öffentlichkeit: Leipzigs Grüne fordern eine neue Verkehrspolitik
Ralf Julke
09.06.2010
Radfahrer in Leipzig.
Foto: Ralf Julke
Seit einem Jahr gilt das Radfahrverbot in der Leipziger Innenstadt. Seit einem Jahr hat die "autoarme Innenstadt" ein Alibi-Pflästerchen, auch wenn's ein gelbes Fahrradschild ist. So funktioniert das nicht, findet der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen - und fordert eine richtige autofreie Innenstadt.
Anzeige
In dem von einer großen Mehrheit Mitgliederversammlung verabschiedeten Antrag heißt es dazu: “Das im vergangenen Jahr fortgeschriebene Konzept zur autofreien Innenstadt halten wir dringend für überholungsbedürftig und in seiner derzeitigen Form für kontraproduktiv. Wir fordern die Stadt auf, die getroffenen Regelungen zurückzunehmen und die komplette Innenstadt zur Fußgängerzone mit einer zeitlich uneingeschränkten Freigabe für den Radverkehr zu erklären.“
Rad und Straßenbahn haben in Leipzigs Verkehrspolitik keine Priorität.
Foto: Ralf Julke
Die bisherigen Regelungen hätten den Praxistest nicht bestanden, kritisiert Jürgen Kasek, Vorstandssprecher des Kreisverbandes: "Die Nutzungskonflikte der unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer bestehen weiterhin. Für Besucher der Stadt sind die getroffenen Maßnahmen nicht einleuchtend. Dazu kommt, dass die bestehenden Regelungen nur ungenügend kontrolliert werden und letztlich auch die Polizei unzufrieden ist. Nach der Evaluation der Maßnahmen muss daher sachlich konstatiert werden, dass das erhoffte Ziel nicht erreicht wurde. Um die Innenstadt noch attraktiver zu machen, sollte der Fußgängerverkehr überall absoluten Vorrang haben, nur Anwohner und Zulieferer sollten noch eine Zufahrt haben.“
Das sei auch eine Forderung, die bereits der ADAC letztes Jahr formulierte. - Aber nicht nur das Verkehrschaos in der Leipziger City ist den Grünen ein Dorn im Auge. Immerhin ist es ja nur Teil eines größeres Verkehrskonzeptes, das nicht wirklich konsequent eine Prioritätensetzung für den Umweltverbund postuliert - obwohl genau das der Stadtrat beschlossen hat. So setzen sich die Grünen in dem Antrag auch für mehr Fahrradstraßen ein. "Die Idee der Stadtverwaltung im Leipziger Süden eine Fahrradstraße einzurichten, findet unsere volle Zustimmung, allerdings sollte in einem ergebnisoffenen Prozess diskutiert werden, welche Straße letztlich genommen wird", so Kasek weiter. Denn Hauptverkehrsachse für den vor allem studentisch geprägten Radverkehr ist nach wie vor die Karl-Liebknecht-Straße. Als Alternative wird derzeit die Bernhard-Göring-Straße diskutiert, aber auch hier bleibt das Problem des "ruhenden" Verkehrs und der Überschneidung mit dem vom Bayrischen Platz kommenden Kfz-Verkehr, der auch nicht über die Arthur-Hoffmann-Straße abgeleitet werden kann.
Und wenn's mit dem Rad in die Innenstadt geht, bekommen gerade junge Leute ein Problem.
Foto: Ralf Julke
Größeren Infrastrukturmaßnahmen stehen die Bündnisgrünen hingegen kritisch gegenüber. Aufgrund der aktuellen Finanzlage der Kommune und der Streichung weiterer Mittel durch das Land müsse der Erhalt der bisherigen Straßen Vorrang haben vor Straßenneubau, so Kasek. Letztlich müsse es das Ziel der Stadt sein, den Anteil des motorisierten Individualverkehrs am Verkehrsaufkommen deutlich zu senken. Vor allem im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit habe die Stadt dort noch reichlich Nachholbedarf. So fordern die Grünen unter anderen die Schaffung einer Stelle für nachhaltige Mobilität, mit dem Ziel, dass die beschlossenen Konzepte auch entschlossen umgesetzt werden.
„Gerade an der Umsetzung der aufgestellten Beschlüsse mangelt es in Leipzig“, stellt Kasek fest. "Viele der guten Ideen und Gedanken, die etwa im Luftreinhalteplan und dem 'Stadtentwicklungsplan öffentlicher Raum und Verkehr' festgehalten wurden, werden seit Jahren nicht beachtet."
"Wir wünschen uns hier endlich ein entschlossenes Handeln der Stadtverwaltung und werden auch weiterhin immer wieder auf die berechtigten Forderungen hinweisen", betont Kasek.
Die Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (LVV) verstärken ihre Kommunikationsabteilung. Peter Krutsch verstärkt ab sofort die Kommunikationsabteilung des kommunalen Konzerns, der die städtischen Aktivitäten der Daseinsvorsorge und der zugehörigen kommunalen Unternehmen bündelt. mehr…
„Nach der Veröffentlichung der Umfrage zum Image Sachsens in der Bundesrepublik wurde vor allem eines deutlich: Die Bürger sehen die Probleme, die die Staatsregierung gerne weg redet", stellt Martin Dulig, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, zu den am Mittwoch, 23. Mai, vorgestellten Ergebnissen der deutschlandweiten Umfrage zum Image Sachsens in Deutschland fest. mehr…
Ein Schuss in den Ofen war's. So jedenfalls sehen es die sächsischen Jusos. Am Montag, 21. Mai, veröffentlichte das Sächsische Landesamt für Statistik die Zahlen für die vergebenen Deutschlandstipendien im Jahr 2011. Ganze 297 waren es. Danach ist die Landesregierung selbst an ihren – schon geringen Maßstäben – gescheitert, stellt Tino Bucksch, Vorsitzender der Jusos Sachsen, fest. mehr…
Die sächsische Staatsregierung ist ja höchst besorgt um das Bild von Sachsen - nach innen und nach außen. Also hat sie mal wieder eine Image-Befragung durchführen lassen, 4.000 Leute befragen lassen durch die GMS Dr. Jung GmbH, 1.000 in Sachsen selbst, 1.000 im Rest von Ostdeutschland, 2.000 im Westen. Eigentlich eine Befragung, die die schöne Erkenntnis bestärkt: Nehmt euch nicht so wichtig. mehr…
Der Wald steckt voller Zeichen: Hinweisschilder für Gasleitungen, Wanderwege, Graffiti oder Markierungen an Bäumen. Alles hat – meistens – seinen Sinn. Die erleb-bar hat viele dieser Symbole entschlüsselt und die Ergebnisse in einer neuen Geocaching-Tour zusammengestellt. mehr…
Der erste Quartalsbericht für 2012 ist da. Die vierteljährliche Krankenstandsmeldung des Amtes für Statistik und Wahlen für die Stadt Leipzig. Lebt der Patient noch? Ist er gar auf dem Weg der Besserung? - Die Zahlenbasis wird immer unsicherer. Doch die neuen Zahlengrundlagen aus dem Zensus 2011 gibt es erst 2013. Oder gar erst 2014, befürchtet Peter Dütthorn. mehr…
Die Kinderpolizei der Agentur Schutzengel eröffnet pünktlich zum Kindertag 2012 – am 1. Juni – ihre erste Polizeiwache auf sächsischem Boden. In den Räumen der integrativen KITA Grünschnabel des Kinderschutzbundes Leipzig (Oststraße 185) wird die erste sächsische Kinderpolizeiwache ihren Platz finden. mehr…
Hört oder liest man ein Märchen nur mit dem logischen Verstand - dann will und wird so manches nicht zusammenpassen. Doch auch Herz und Phantasien lesen mit und dies ist das Entscheidende. Gerade bei Kindern nehmen Phantasien in den Gedanken den größten Raum ein. So dient das Märchen als Spiegel ihrer Erfahrung, Ängste, Wünsche und Träume. mehr…
"Neue Schulen braucht die Stadt". Zu diesem Thema lädt die Leipziger SPD Jugend am Donnerstag, 24. Mai, ab 19:00 Uhr in die SPD Geschäftsstelle (Rosa-Luxemburg-Straße 19/21) ein. Gemeinsam mit dem Leipziger Landtagsabgeordneten Holger Mann wird über den Neu- und Ausbau sowie die Sanierung von Schulen in Leipzig diskutiert. mehr…
Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) hat am 22. Mai während einer Bilanzpressekonferenz auf das letzte Jahr zurück geblickt und gleichzeitig eine Vorausschau gewagt. Die besagt, dass man eine weitere Milliarde Euro benötigen wird, um die LMBV-eigenen Bergbaufolgelandschaften zu rekultivieren. mehr…
Unter dem Motto „Von Panitzsch bis Paris“ sind ab 27. Mai in der Kirche Panitzsch Bilder in Öl von Margitta Pötzsch zu sehen. Zur Vernissage und zum Galerierundgang mit der Leipziger Künstlerin wird am Pfingstsonntag um 17 Uhr herzlich eingeladen. mehr…
Am Donnerstag, dem 7. Juni, lädt der Swingin'LE Tanzklub wieder zum kostenlosen Schnupperkurs ein. Swing und Lindy Hop im Rhythmus der 30er und 40er Jahre, als Amerika noch ein unbeschwertes Lebensgefühl hatte. Der einstündige Kurs beginnt 19:00 Uhr. mehr…
Am 25. Mai geht's los, dann überschwemmen wieder Menschen in schwarzen und bunten Kostümen die Stadt, duften nach Patschuli, geben sich betont lässig, obwohl sie völlig aufgewühlt sind. Zu Pfingsten ist Leipzig wieder Schauplatz des Wave Gotik Treffens. Der Plöttner Verlag ist dabei. Unter anderem mit dem dicken Buch zu "Death in June" von Aldo Chimenti. Der Besucher wird an seinem Stand auf dem agra-Gelände aber auch ein Plakat erstehen können, das durchaus ungewöhnlich ist. mehr…
Von wegen, Strom aus Kohle würde nicht subventioniert und sei deshalb eine preisgünstigere Alternative zu erneuerbaren Energien. Die Kosten werden nur nicht auf den Strompreis aufgeschlagen, die fließen als Subvention - zum Beispiel bei Kosten für die Sanierung der ostdeutschen Braunkohlereviere. Und die werden - wie die LMBV am Mittwoch mitteilen musste - noch höher, als bisher geplant. mehr…
"Fertigstellungstermin des A 72-Abschnitts von Rochlitz bis Borna verschiebt sich auf Sommer 2013", teilte Staatssekretär Roland Werner gemeinsam mit dem DEGES-Geschäftsführer Dirk Brandenburger am Dienstag, 22. Mai, mit. Eine scheinbar beiläufige Meldung im Rahmen eines Großbauprojekts, dessen Planungen und Kosten mittlerweile genauso aus dem Ruder gelaufen sind wie die des Leipziger City-Tunnels. Natürlich hat das Gründe. mehr…