Die Bahn baut rund um Leipzig (5): Für 113,4 Millionen Euro wird Chemnitz zum modernen Eisenbahnkreuz
Matthias Weidemann
22.10.2011
Chemnitz-Süd, Dresdner Platz.
Foto: DB (KnCH)
Seit dem Herbst 2008 tut sich was rund um den Eisenbahnknoten Chemnitz. Den nämlich will die Deutsche Bahn zu einem modernen und leistungsfähigen Eisenbahnkreuz ausbauen. Für die Deutsche Bahn ist der Hauptbahnhof Chemnitz ein bedeutender Bahnknoten, sowohl für den Schienenpersonennahverkehr als auch für den Güterverkehr.
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Die Umbauarbeiten sind allerdings auch dringend notwendig, denn der Einsatz auf den Anlagen ist zum Teil erheblich eingeschränkt. Baumängel und beschädigte Brücken erlauben nur noch Geschwindigkeiten von 30 Stundenkilometern. Für mehrere mechanische und elektromechanische Stellwerke besteht Umbauverbot, so dass dies im Störungsfall zu einer Totalsperrung des Bahnhofs und von Zulaufstrecken führt.
Blick auf den Chemnitzerf Bahnhof mit den Arbeiten im Gleisvorgelände.
Foto: DB (KnCH)
Die Anlagen entsprechen also keinesfalls mehr den Anforderungen, die an ein moderndes Streckennetz gestellt werden. Deshalb wurde der Ausbau des Bahnknotens Chemnitz als Teil der sogenannten Sachsen-Magistrale in den Bundesverkehrswegeplan als vordringlich aufgenommen. Das war allerdings schon 1992.
Die geplanten Ausbaumaßnahmen sehen unter anderem einen völlig neuen, optimierten Spurplan vor. Der soll für höhere Einfahrgeschwindigkeiten sorgen sowie die Zweigleisigkeit in Richtung Riesa ermöglichen. Ein modernes elektronisches Stellwerk (ESTW) mit Anbindung über die Unterzentrale Freiberg an die Betriebszentrale in Leipzig sichert die rationelle Steuerung und Überwachung des Eisenbahnbetriebes.
Weicheneinbau in Chemnitz.
Foto: DB (KnCH)
Geplant sind Bodenverbesserungen, Gleisentwässerung einschließlich Regenrückhaltebecken und umfangreicher Kabeltrassen sowie die vollständige Erneuerung der Bahnkörper mit Planumsschutzschichten. Eine Planumsschutzschicht - PSS - ist Bestandteil des Gleisoberbaus. Sie ist eine Tragschicht zwischen dem Erdplanum (oder einer evtl. vorhandenen Frostschutzschicht) und dem Schotterbett, die zum einen lastverteilend wirkt, zum anderen der seitlichen Ableitung des Oberflächenwassers dient sowie das Durchmischen von Schotter und dem Erdplanum bzw. dem Frostschutzmaterial verhindert.
Ebenfalls modernisiert werden die Oberleitungsanlagen in der sogenannten Einzelmastbauweise, die Beleuchtungs-, Weichenheizungs- und Telekommunikationsanlagen. Die Eisenbahnüberführung August-Bebel-Straße wird durch einen stützenfreien Brückenneubau ersetzt, dazu wird die Eisenbahnüberführung Emilienstraße teilweise erneuert.
Durch die Ausrüstung des Bahnknotens Chemnitz mit einem ESTW ist die Anpassung der Nachbarbetriebsstellen einschließlich Streckenblöcken notwendig. Dazu wird eine Zugnummernmeldeanlage und eine Zuglenkung errichtet. Sämtliche Gleise mit Zugfahrstraße werden mit punktförmiger Zugbeeinflussung ausgerüstet.
Im Bereich der Bahnhofshalle werden Bahnsteige sowie die Beleuchtungs- und Beschallungsanlagen erneuert. Die Inbetriebnahme des ESTW einschließlich des neuen Spurplanes ist in mehreren Stufen für dieses Jahr bis 2013 vorgesehen. Der Bau soll voraussichtlich 2014 abgeschlossen werden. Insgesamt werden 91 Kilometer Gleise mit Bahnkörper und Entwässerung erneuert. 41 neue Weichen werden installiert und sieben Eisenbahnüberführungen neu gebaut beziehungsweise erneuert. 21 Kilometer Oberleitungen werden neu gebaut und 300 Meter Lärmschutzwände errichtet. Die Gesamtinvestition beträgt 113,4 Millionen Euro.
Arbeiten an der Eisenbahnüberführung Bebelstraße in Chemnitz.
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