Schnee und Eis: Leipziger Verkehrsbetriebe bereiten sich schon seit Juli auf den Winter vor
Gernot Borriss
10.11.2011
LVB-Geschäftsführer Ulf Middelberg.
Foto: Gernot Borriss
Mit verbesserten Informationsangeboten, einer siebenstufigen Winterdienstordnung für alle Wetterlagen und zusätzlicher Technik sehen sich die Leipziger Verkehrsbetriebe besser für den Winter gerüstet als vor Jahresfrist. „In die Wintervorbereitung haben wir enorm viel Kraft investiert“, sagte LVB-Chef Ulf Middelberg am Mittwoch auf einer Pressekonferenz.
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„Das Wetter können wir nicht ändern, unsere Vorbereitungen auf den Winter verbessern aber schon“, wiederholte der LVB-Chef während der Pressekonferenz immer wieder. Die Botschaft soll ankommen: Das städtische Nahverkehrsunternehmen will auf extreme Winterlagen besser reagieren können als vor einem Jahr. Ziel sei es, „Hand in Hand mit unseren Kunden durch den Winter zu kommen“, so Middelberg weiter.
Wie schon 2010 verdiente auch der letzte Winter in Leipzig seinen Namen. In nicht mehr bekannter Weise hielt er schneereich und mit Blitzeis in der Leipziger Tieflandsbucht Hof.
Nun brüten die Wetterauguren schon seit langem darüber, wie kalt und niederschlagsreich die kalte Jahreszeit denn in diesem Jahr werden könnte. Auf derartige Spekulationen wollen sich die LVB nicht verlassen. Und vor allem in extremen Situationen ein besseres Bild abgeben als zuletzt.
LVB nehmen Wintervorbereitungen 2011 sehr ernst.
Foto: Ralf Julke
Bereits im Juli begann das Nahverkehrsunternehmen mit den Wintervorbereitungen. Eine neue Winterdienstordnung mit sieben Einsatzstufen wurde erarbeitet, die Mitarbeiter entsprechend geschult. Ein System wie der Öffentliche Nahverkehr sei dermaßen komplex, da könne man nicht einfach den Hebel umlegen, erläuterte LVB-Sprecher Reinhard Bohse die Herangehensweise des Unternehmens. „Wenn der Winter kommt, müssen sich 1.200 Leute entsprechend verhalten“, so verdeutlichte Bohse, dass alle LVB-Mitarbeiter in den Winterdienst einbezogen seien.
Die Resonanz unter den Verwaltungsmitarbeitern, bei Winterlagen in den Außendienst zu gehen oder beim Service zu helfen, sei „hervorragend“, unterstrich Middelberg. Da geht es beispielsweise um die Verstärkung am Service-Telefon mit der Rufnummer 19449, die Unterstützung des Fahrpersonals und das Anpacken beim Freihalten der Anlagen von Schnee.
Verschneite Gleise auf dem Lindenauer Markt im letzten Winter.
Foto: Gernot Borriss
Stichwort Service-Telefon. Die Verkehrsbetriebe setzen auf eine verbesserte Information der Fahrgäste mit aktuellen Informationen direkt aus der Leitstelle. Ein Zusammenbruch der Unternehmenshomepage lvb.de wie im letzten Winter soll durch technische Verbesserungen ausgeschlossen werden. Neben den Störungsmeldungen werden online auch Vorschläge zur Problemlösung präsentiert. Zudem sind diese Informationen für immer mehr Menschen mobil per Handy zu empfangen. Middelberg setzt darauf, dass in einer Gruppe wartender Fahrgäste im Zweifel immer einer mobil ins Bild gesetzt werde und sein Wissen an alle Anwesenden weitergebe.
Als weiteren Informationskanal nannte Middelberg die internetbasierten Leipziger Medien, die die LVB-Störungsmeldungen in Echtzeit präsentieren. Medien wie diese Zeitung eben.
Selbstredend soll auch das Informationssystem an den Haltestellen in Winterlagen den realen Bahn- und Busverkehr wiedergeben - und nicht den Fahrplan, der dann ohnehin nicht mehr gilt. An wichtigen Haltestellen ohne Informationssystem sollen Mitarbeiter des Mobilitätsservices vor Ort sein.
Auch mit der Bildungsagentur und den Leipziger Schulen sei man im Gespräch, damit diese Informationsangebote stärker genutzt würden, so der LVB-Chef auf L-IZ-Nachfrage. „Wir bieten Informationen an, es bleibt beim Aushandeln“, beschrieb Middelberg die Entscheidungssituation in Sachen Schulbesuch. Doch im Zweifel träfen diese Entscheidung in extremen Winterlagen die Eltern.
Überhaupt habe für die LVB die Sicherheit Vorrang, betonte Middelberg mehrfach. Wenn die Betriebssicherheit nicht hinreichend gewährleistet werden könne, seien Verkehrseinschränkungen unvermeidlich.
Seit Sommer zählt zum Fuhrpark der LVB ein schienenbasierter Schneepflug. Dieser werde auf separaten Gleiskörpern zum Einsatz kommen.
Nun hinterließ der letzte Winter auch Spuren im Gleisnetz. Insgesamt 1,1 Millionen Euro hat das Unternehmen nach eigenen Angaben zur Beseitigung der Winterschäden investiert. Mehr wäre natürlich immer gut, ließ Middelberg auf Nachfrage durchblicken. „In die Wintervorbereitung haben wir enorm viel Kraft investiert“, setzte er den Schwerpunkt auf die Bemühungen im Unternehmen. „Wir versprechen nicht, dass alles klappt“, so Middelberg abschließend. Doch das Unternehmen habe aus seiner Sicht eine gute Vorsorge getroffen.
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