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Elektromobilität: OBM Burkhard Jung darf den ersten elektrischen BMW aus Leipzig testen

Ralf Julke
Manfred Erlacher und Burkhard Jung.
Manfred Erlacher und Burkhard Jung.
Foto: Ralf Julke
Einen BMW als Dienstwagen hat OBM Burkhard Jung schon. Aber nach Weihnachten darf er mal einen BMW fahren, den es noch gar nicht im Laden gibt, einen BMW ActiveE. Das ist die Testvariante fürs kommende elektrische BMW-Auto, das in Leipzig gebaut wird. Nach der ersten Runde ums Rathaus meinte Jung: "Der fährt sich richtig gut."

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Die Runde fuhr er gemeinsam mit Manfred Erlacher, Werksleiter des BMW-Werks Leipzig. Der hatte ihm das kostbare Fahrzeug am Mittwoch, 21. Dezember, zu treuen Händen übergeben. Für drei Monate zum Testen. Denn der BMW AktiveE ist das Testfahrzeug, mit dem BMW jetzt in die Erprobung der Alltagstauglichkeit geht, bevor der BMW i3 in Leipzig auch für den Privatkundenmarkt vom Band rollt. Eines der beiden Testmodelle. Denn mit rund 600 elektrisch betriebenen Mini E erprobt BMW das Elektro-Zeitalter schon eine Weile länger. Die kleinen Straßenflitzer haben bislang schon 15 Millionen Testkilometer in Großstädten weltweit gesammelt. Die Ergebnisse fließen in den Bau des BMW i3 dann genauso ein wie das, was die Testfahrer jetzt von den täglichen Fahrten mit dem ActiveE berichten.

Basismodell ist der 1er Coupé, viersitzig, aber schon mit ultraleichtem Karbon-Gehäuse. Denn wer die Reichweite mit Batterie, die im einstigen Motorraum untergebracht ist, erhöhen will, muss das Gewicht deutlich reduzieren. Der ActiveE kommt - so Manfred Erlacher - im Alltagsbetrieb auf eine Reichweite von 150 Kilometern, schafft, wenn Platz ist, auch 145 km/h Geschwindigkeit, ist aus dem Stand auch flott auf 60 km/h. Ganz so schnell ging Burkhard Jung zwar nicht in die Kurve - schnittig sah's trotzdem aus. Und man merkte ihm an, dass das neue E-Fahrzeug seinen Fahrgewohnheiten eher entgegen kam als die eher hochbeinigen kleinen Mitsubishis, die seit Juni bei der Stadtverwaltung im Flottenbetrieb sind.

Der BMW ActiveE vorm Portal des Neuen Rathauses.
Der BMW ActiveE vorm Portal des Neuen Rathauses.
Foto: Ralf Julke

Vom ActiveE produziert BMW vorerst 1.100 Stück. Die ersten 30 Modelle der Testflotte wurden am 15. Dezember in Berlin an Privat- und Flottenbetreiber für den Testbetrieb übergeben. Weitere 600 Fahrzeuge machen sich auf die Reise nach Amerika, um dort den Alltagstest unter verschiedensten Bedingungen zu machen, weitere Hunderte dieser Pilot-Fahrzeuge schippern über den Ärmelkanal: Sie werden als Shuttle-Fahrzeuge zu den Olympischen Spielen 2012 in London eingesetzt, den "saubersten Spielen aller Zeiten", wie sich der Höhepunkt des Sportjahres 2012 selbst verkauft.

Schlüsselübergabe für den BMW ActiveE: Manfred Erlacher und Burkhard Jung.
Schlüsselübergabe für den BMW ActiveE: Manfred Erlacher und Burkhard Jung.
Foto: Ralf Julke
Der Spaß am Rande: So sind die Leipziger eben doch irgendwie dabei bei den Sommerspielen, um die sie sich 2003 so erwartungsvoll beworben hatten. Nicht mit Cello. Aber mit einem Fahrzeug, dem Burkhard Jung einen durchaus viel größeren Markt verspricht, "als Sie bei BMW sich jetzt noch vorstellen". Der Unterschied ist eben: Hier kommt das Fahrzeug den Gewohnheiten einer Käuferschicht entgegen, die Autofahren eben primär mit Prestige verbindet - und erst dann auf die Rechnung schaut.

Ein Testfahrzeug bekam auch Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich zur Verfügung gestellt. "Wir wollen die Sächsische Staatskanzlei und das Leipziger Rathaus von Anfang an in den Feldtest mit dem BMW ActiveE integrieren", sagt Manfred Erlacher. "Dabei erwarten wir wertvolle Rückmeldungen aus dem alltäglichen Gebrauch der Fahrzeuge."

Deswegen wird Burkhard Jung den weißen Flitzer wohl auch nur zwischen den Feiertagen für seine Dienstwege nutzen. "Mein Dienstfahrzeug muss nach Weihnachten zur Inspektion. Da passt das ideal", sagt er. Er weiß auch schon, wo er tanken kann: "Bei mir in der Garage natürlich - und dann natürlich im Innenhof des Neuen Rathauses. Da haben wir mehrere Ladesäulen." Er sprach bei der Gelegenheit auch noch eines der Probleme an, die das E-Tanken derzeit noch hat: Der Gesetzgeber hat noch nicht geregelt, wie das im öffentlichen Raum geschehen kann, ohne Stellplätze zu fressen und andere Verkehrsteilnehmer zu behindern. Denn ein Weilchen dauert es ja schon, bis die Batterie wieder genug Saft hat.

Deswegen entstehen die Ladesäulen, die die Stadtwerke Leipzig im Rahmen des Projekts "Flottenbetrieb mit Elektrofahrzeugen und Flottenmanagement unter dem Aspekt der Elektromobilität in der Modellregion Sachsen" seit einem Jahr in Leipzig aufstellen, alle auf Privatgelände - zuweilen in städtischen Einrichtungen wie etwa dem neuen Parkhaus am Zoo. Wenn er sein gewohntes Dienstfahrzeug wieder hat, will Jung den Testwagen dem Fuhrpark der Verwaltung zur Verfügung stellen, damit auch andere Rathausmitarbeiter ausprobieren können, wie sich das E-Fahrzeug auf Dienstrouten fährt.

Ob der ActiveE dann auf der AMI vom 2. bis 10. Juni in Leipzig ausgestellt wird, wo das Thema "New Mobility" einen Schwerpunkt bildet, will Manfred Erlacher noch nicht verraten. Das Ausstellerkonzept für BMW sei gerade in Arbeit.

www.bmw-werk-leipzig.de

www.ami-leipzig.de


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