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Nikolaus-Geschenk: Zwei neue XXL auf Linie 11 unterwegs

Ralf Julke
Zwei neue XXL an der Messekehre.
Zwei neue XXL an der Messekehre.
Foto: Ralf Julke
Seit gestern rollen sie: Zwei schöne neue 45 Meter lange XXL-Straßenbahnen der Reihe "Flexity Classic" aus dem Bombardier-Werk in Bautzen. Mit Säcken voller Süßigkeiten war der Nikolaus zugestiegen. Die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) feierten auf ihre Weise die Indienststellung der beiden neuen Straßenbahnen.

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Das erste Fahrzeug war vor einem Monat in den Testbetrieb gegangen. Obwohl die LVB schon seit 2006 diese 45 Meter langen Bahnen aus Bautzen im Fuhrpark haben, war der Test notwendig geworden, weil an den neuen Fahrzeugen mehrere Modifikationen vorgenommen worden waren. Viele davon stammen aus der Betriebserfahrung der LVB selbst mit diesen modernen Niederflurfahrzeugen. Einige waren mit der Erneuerung der Software verbunden, die - logischerweise - schneller veraltet als die 3,3 Millionen Euro teuren Fahrzeuge.

"Seit 2006 haben wir 24 Classic-XXL-Straßenbahnen und 50 Leoliner angeschafft", erklärt Ronald Juhrs, Technischer Geschäftsführer der LVB. Bis Juni 2012 sollen die restlichen Fahrzeuge der jetzt georderten Tranche von neun XXL in Dienst gehen. Die beiden neuen fahren seit dem 6. Dezember, 10 Uhr auf der Linie 11, verbessern dort also deutlich den Komfort für die Fahrgäste. 30 alte Tatra-Wagen können durch die Anschaffung der neuen XXL-Tranche ersetzt werden. Damit haben die LVB seit 2006 immerhin 175 Tatra-Bahnen außer Dienst stellen können. Doch das einst ehrgeizig auf 2012 platzierte Ziel, die schweren Tatra-Fahrzeuge komplett zu ersetzen, war schon seit Längerem nicht zu schaffen.

Ein neuer XXL, der am 6. Dezember seinen Linienbetrieb aufnahm.
Ein neuer XXL, der am 6. Dezember seinen Linienbetrieb aufnahm.
Foto: Ralf Julke

Denn natürlich hängt die Erneuerung des Wagenparks am Geld. 150 Millionen Euro haben die neuen Fahrzeuge seit 2006 gekostet, das meiste davon über Fördermittel finanziert. Ohne Fördermittel läuft gar nichts. Doch bis jetzt fehlt eine Anschlussförderung für die restlichen Fahrzeuge, die die LVB noch brauchen, um auch die letzten Tatra-Wagen außer Dienst nehmen zu können. Das lange Zeit geltende Ziel, den Wagenpark bis 2015 zu erneuern, ist auch kaum noch zu schaffen. 2018 gilt mittlerweile als Vision.

"Wir werden 2012 intensiv daran arbeiten, ein Finanzierungspaket für die noch fehlenden Fahrzeuge zu schnüren", sagt Juhrs. Wie viele es werden, hängt auch ein wenig von der Strategie des Unternehmens ab, das ja 25 Prozent am Gesamtpersonenverkehr in Leipzig als Ziel beschlossen hat. Dazu gehören natürlich Angebote, die auch Autofahrern das Umsteigen attraktiv machen. Und das sind eben nicht nur moderne Fahrzeuge, sondern auch entsprechende Haltestellen, attraktive Verknüpfungen und auch dichte Taktzeiten.

Die beiden neuen XXL, Nikolaus unmd Beschenkte.
Die beiden neuen XXL, Nikolaus unmd Beschenkte.
Foto: Ralf Julke
So sind 45 Meter lange Fahrzeuge genauso in der Diskussion wie 30-Meter-Einheiten. Danach entscheidet sich, ob man 30, 40 oder mehr neue Fahrzeuge braucht. Und auch, wie die anderen Niederflurfahrzeuge von den NGT 8 bis zu den Leolinern eingesetzt werden. Die Linie 14, die ab 11. Dezember um den Ring fährt, wechselt ja dann auch komplett auf Leoliner.

Für die Bautzner Straßenbahnbauer war die Übergabe der Fahrzeuge ein Meilenstein. Aus Bautzen waren extra General-Manager Volker Eickhoff, Verkaufsdirektorin Hannelore May und der für Leipzig verantwortliche Projektmanager Daniel Wloczka angereist. Nicht nur, um mit den Bahnen eine Runde durch die Stadt zu fahren, sondern auch zu einem guten Zweck: der Scheckübergabe an Gabi Edler vom Straßenkinder e.V. Immerhin 1.000 Euro, die den Kindern und Jugendlichen, die dort betreut werden, das Weihnachtsfest etwas verschönern.

Gabi Edler vom Straßenkinder e.V. bekommt von Volker Eickhoff (General Manager Bombardier) den Spendenscheck über 1.000 Euro überreicht. Links: Hannelore May (Bombardier). Mitte: LVB-Geschäftsführer Ronald Juhrs.
Gabi Edler vom Straßenkinder e.V. bekommt von Volker Eickhoff (General Manager Bombardier) den Spendenscheck über 1.000 Euro überreicht. Links: Hannelore May (Bombardier). Mitte: LVB-Geschäftsführer Ronald Juhrs.
Foto: Ralf Julke
Natürlich war es für Bombardier auch Werbung in eigener Sache. Die sächsische Landeshauptstadt Dresden hat das Unternehmen schon bis 2011 komplett mit ihren robusten Niederflur-Straßenbahnen ausgestattet. Viele andere Städte tun sich schwer damit, den umweltschonenden Straßenbahnausbau voranzutreiben. Noch setzen Landesherren und Stadtväter allzu gern auf breite Straßen für motorisierten Individualverkehr und sehen nicht wirklich die Chance, mit einem gut ausgebauten Straßenbahnnetz auch die nachhaltige Mobilität in den Städten zu sichern.

Selbst im sachsen-anhaltinischen Halberstadt will man das Straßenbahnnetz still legen, nachdem es erst mit Millionen an Fördergeldern modernisiert wurde und Leoliner aus Leipzig für den Betrieb angeschafft wurden.

Natürlich rechnen sich viele dieser ÖPNV-Förderungen nicht, wenn gleichzeitig konkurrierende Verkehrssysteme mit teuren Straßeninvestitionen gefördert werden.

Die Fahrzeuge der dritten Flexity Classic XXL-Serie für die Stadt Leipzig setzen mit dem IBIS plus-System auf den neuesten Entwicklungsstand für die integrierte elektronische Bordnetzinformation. Das ist der Teil, der in den letzten Wochen einer intensiven Testphase unterworfen wurde. Mehrfarbige Fahrzielanzeigen unterstützen nun die leichtere Linienzuordnung für die Fahrgäste. Dieses Farb-System war bei den Leolinern zuerst ausprobiert worden. Zusätzliche Tagfahrleuchten in den Scheinwerfern tragen dazu bei, die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen.

Und diese Tagfahrleuchten werden nun Stück für Stück auch in die älteren XXL-Bahnen einmontiert, verspricht Ronald Juhrs. So dass man die hohen, dunklen Bahnen auch bei Tag besser sieht, wenn sie über Leipzigs grauen Asphalt angebraust kommen.

Oder durch die neue "Karli". Der Umbau der Straßenbahntrassen auf moderne Standards gehört ja auch zur "Strategie Fokus 25". Mit entsprechenden Kompromissen und Diskussionen. Wie eben beim 2013/2014 geplanten Umbau des Peterssteinweges und der Karl-Liebknecht-Straße bis zum Südplatz. Dazu findet am Freitag, 9. Dezember, um 19 Uhr im ver.di-Saal des Volkshauses die nächste Bürgerinformationsveranstaltung statt.

www.lvb.de/karli


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