Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche


Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche



Tunnelblick - Schlaglichter auf ein Milliarden-Projekt (2): Dreihundert Jahre modern

Helge-Heinz Heinker
Die City-Tunnel-Station Wilhelm-Leuschner-Platz.
Die City-Tunnel-Station Wilhelm-Leuschner-Platz.
Foto: Helge-Heinz Heinker
Noch sind sie verhüllt, die Papierkörbe auf der unterirdischen Station Wilhelm-Leuschner-Platz im City-Tunnel. Und noch ist eine Kunststofffolie über die Schaukästen gezogen, in denen später die Fahrplanaushänge Platz finden sollen. Aber grundsätzlich ist der Haltepunkt unter den Gleisen der LVB, deren Tatra-Straßenbahnen zwanzig Meter unter dem Straßenprofil deutlich zu hören sind, fertig.


Nur die Stationsschilder fehlen noch, und die Fahrgastanzeigen ziert lediglich ein rhythmisch aufleuchtender grüner Punkt. Blinkern vor der Scharfschaltung.

Nunmehr lässt es sich der sächsische Wirtschafts- und Verkehrsminister Sven Morlok (FDP) nicht nehmen, vier Tage vor Weihnachten zusammen mit Artur Stempel, dem Chef aller sächsischen Eisenbahner, auf den fertigen Bahnsteig im Leipziger Untergrund zu laden. Leutselig juxen Bauherr und Betreiber herum bei ihrer Erinnerung an die Bestandsaufnahme des City-Tunnels vor drei Jahren, als es "kräftig gerumpelt" hat. Ging wohl um zarte 120 Millionen Euro, damals. Angeblich alles Schnee von gestern.

"Es gibt keinen Grund mehr, daran zu zweifeln, dass der Eröffnungstermin [des City-Tunnels] eingehalten werden kann," verspricht der Minister im schönsten Konjunktiv.

Lauter Glaswürfel: Die City-Tunnel-Station Wilhelm-Leuschner-Platz.
Lauter Glaswürfel: Die City-Tunnel-Station Wilhelm-Leuschner-Platz.
Foto: Helge-Heinz Heinker

Und wie zur Aufhellung des Gesagten ergreift er das gereichte Funksprechgerät, auf dass auf seine Weisung hin die Station erleuchtet werde. Als das hallenartige, stützenlose Bauwerk erstrahlt, freut sich besonders einer: Max Dudler, der Schweizer Baumeister, der vor 15 Jahren den Architektenwettbewerb für das Bauwerk unter dem Leuschnerplatz gewonnen hat. Seine Grundidee ist, die bedrückende Anmutung vieler anderer S-Bahn-Haltepunkte unter der Erde durch gleichmäßige Lichtführung zu beheben. Dudler schlug dafür ein schlankes Gitterwerk aus Sichtbeton vor, in das Glasziegel eingefügt sind.


Der Schweizer Architekt Max Dudler.
Der Schweizer Architekt Max Dudler.
Foto: Helge-Heinz Heinker
Macht 130.000 Einzelbausteine in 900 Rahmenkonstruktionen, die allein schon 300 Tonnen wiegen. Die Kosten für den raumbildenden Ausbau der Station betrugen 17,5 Millionen Euro oder knapp zwei Prozent des "gedeckelten" City-Tunnel-Budgets. Über 98 Prozent der Investitionen fließen woanders hin als in die Glasziegelstrukturen.

Der Architekt ist sichtbar beeindruckt von seinem fertigen Bauwerk. Alles sei genau so geworden, wie er es 1997 entworfen habe, bescheidet er jede Nachfrage.

Der lange Zeitraum seit dem Wettbewerb und der mehrfach verschobene Eröffnungstermin des City-Tunnels mögen wohl der Grund dafür sein, dass sich viele Leipziger partout nicht mehr an das ferne Kräftemessen der Architekten erinnern können, dessen Ergebnisse im Heft 22 der "Beiträge zur Stadtentwicklung" zu besichtigen sind. Dudlers Vorschlag und zugleich sein Dilemma: Die oberirdischen Zugangsbauten stimmen mit ihren Glasziegeln die Fahrgäste bereits darauf ein, welches Lichtkonzept sie auf dem Bahnsteig erwartet. Das ist logisch, das ist funktional, aber irgendwie bescheiden.

Tunnelstation Wilhelm-Leuschner-Platz: Der Aufgang zur Erdoberfläche.
Tunnelstation Wilhelm-Leuschner-Platz: Der Aufgang zur Erdoberfläche.
Foto: Helge-Heinz Heinker
So, wie die Eingangshalle am südlichen Ende der Petersstraße gebaut wurde und vorläufig trist im ungestalteten Niemandsland hinter dem Bauzaun ihr unbeleuchtetes Dasein fristet, macht sie wirklich nicht viel her.

In einer öffentlichen Diskussion in der Friedrich-Ebert-Stiftung am 2. April 2012 schlug Wolfgang Tiefensee, Ex-OBM, Ex-Bundesverkehrsminister und heute für die SPD im Bundestag, gar vor, das Eingangs-Bauwerk zum Tunnel in der historischen Parkanlage keinesfalls so stehen zu lassen und dafür etwas Attraktiveres zu bauen. Da waren der Architektenwettbewerb und die Prämierung der Preisträger wohl schon aus der Erinnerung getilgt. Und die Kostenfrage sowieso.

Ein Dreivierteljahr später beschwichtigt Architekt Dudler: Sind erst einmal die Grünanlagen gestaltet und die Wege angelegt, wird seine Glasziegel-Architektur den Nutzern bestimmt gefallen. Immerhin - so der Baumeister - würden die Leipziger ja erkennen, dass er gestalterische Anleihen bei der Mädlerpassage genommen habe, die erstmals mit Glasziegeln gebaut worden sei.

Modern und zeitlos sei das alles, was seine Station "Leuschnerpatz" auszeichne, und 200 bis 300 Jahre solle es so bleiben. Das ist nun wirklich ein kühner Ausblick angesichts der ältesten erhaltenen Eisenbahnbauten in der Welt, die im Moment gerade einmal reichlich 170 Jahre zählen.

www.citytunnelleipzig.de



Funktionen

del.icio.us Mister Wong Technorati Blogmarks Yahoo! My Web Google Bookmarks



Weitere aktuelle Nachrichten der L-IZ.

Leipziger Forschung zu Depression bei Vorschulkindern: Die sorgenfreie Kindheit ist eine Illusion

Auch Kinder im Vorschulalter zeigen schon Depressionssymptome.
Forscher der Universität Leipzig haben lokal einen gesamten Kindergartenjahrgang auf Angst- und Depressionssymptome untersucht. Dabei wurden bei 12 Prozent der rund 1.740 einbezogenen Kinder erhöhte Ängstlichkeit und depressive Verstimmtheit festgestellt. Ohne fachliche Hilfe seien sie nachweislich einem erhöhten Risiko ausgesetzt, im Erwachsenenalter eine Depression zu entwickeln, erklären die Forscher in aktuellen Veröffentlichungen. mehr…

1.000 Jahre Ersterwähnung: Markkleeberger will dreibändige Leipzig-Geschichte mit Crowdfunding unterstützen

Band 1 der populärwissenschaftlichen Stadtgeschichte Leipzigs.
Es wird zwei Buchserien zum 1.000. Jahrestag der Ersterwähnung Leipzigs geben - eine dicke, sehr wissenschaftliche, die die Stadt Leipzig auflegen lässt, und eine populärwissenschaftliche für alle, die den schnelleren, leichten Zugang zur Stadtgeschichte bevorzugen. Daran arbeitet Peter Schwarz, einer jener wissbegierigen Mitmenschen, für die Regionalgeschichte ein bisschen mehr ist als ein Steckenpferd. mehr…

Ausstellungseröffnung in Markranstädt: Diktatur und Demokratie im Zeitalter der Extreme

St. Laurentius-Kirche in Markranstädt.
Die europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts veranschaulicht bis zum 16. Juni 2014 eine Ausstellung in der St. Laurentiuskirche Markranstädt. Unter dem Titel „Diktatur und Demokratie im Zeitalter der Extreme“ wird mit 190 Fotos aus zahlreichen europäischen Archiven und 25 zeithistorischen Audiodokumenten die dramatische Geschichte Europas zwischen Freiheit und Tyrannei, zwischen Demokratie und Diktatur erzählt. mehr…

Podiumsdiskussion am 29. April: Motorboot versus Eisvogel - Umwelt und Natur in Leipzig zur Wahl

Zur bevorstehenden Kommunalwahl am 25. Mai veranstaltet der BUND Leipzig eine Podiumsdiskussion mit Kandidaten demokratischer Parteien. Die Kandidaten sollen Gelegenheit erhalten, ihre Positionen zu Themen des Natur- und Umweltschutzes zu erläutern. Im Leipziger Kommunalwahlkampf spielen wichtige Fragen zu Umwelt- und Naturschutz – mit Ausnahme des Auwalds – bisher nur eine geringe Rolle. mehr…

Bauprojekt Lützner Straße: Wochenendsperrung für Linien 8 und 15

Baustelle
Das Bauprojekt Lützner Straße liegt voll im Plan, teilen die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) mit. Das neue stadtauswärts führende Gleis ist fertig und wird am Wochenende vom 26. bis 27. April mit dem Schienennetz verbunden. An diesen beiden Tagen ist für die Straßenbahnlinien 8 und 15 eine Wochenendsperrung notwendig. mehr…

Gleisbau Ranstädter Steinweg beendet: Verkehrsänderungen ab 26. April am Waldplatz

Früher beendet als geplant: Instandsetzung der Jahnallee.
Bei der derzeitigen Instandsetzung von Ranstädter Steinweg und Jahnallee beenden die LVB den ersten Bauabschnitt zwischen Tröndlinring und Waldplatz zwei Tage früher als geplant am Freitag, 25. April. Für den Kfz-Verkehr ist dieser Bereich ab 26. April wieder frei. Im zweiten Bauabschnitt, in der Jahnallee an der Kreuzung am Waldplatz, können die Gleisbauarbeiten nun zwei Tage früher, am Samstag, 26. April, beginnen. Dadurch sind neue Einschränkungen für den Kfz- und Straßenbahnverkehr ab 26. April notwendig. mehr…

Kurz mal klingeln bei Gott: Der vierte Streich der Ahne-Besuche in der Choriner 61

Ahne: Zwiegespäche mit Gott. Das vierte Buch.
Gott wohnt noch immer in der Choriner Straße 61, mitten auf dem Prenzlauer Berg. Zwischen Band 3 und 4 ist er nicht wieder umgezogen, auch wenn ihn ältere Ahne-Kenner noch aus der Choriner 63 kennen. Man ist ja in Berlin-Mitte nie sicher, was morgen aus dem Haus wird. Ob's eine Luxussanierung für Zugewanderte gibt oder aus den Wohnungen hübsche Urlaubsappartements werden und die alten Bewohner wieder weichen müssen. mehr…

"Transcendence": Hochgeladenes Superhirn mit Emotionen – Hoffnung oder Albtraum?

Will Caster wurde bei einem Attentat von einer Terrorgruppe vergiftet und siecht seinem Tod entgegen.
Wie weit darf Wissenschaft gehen? Das SciFi-Drama "Trascendence" ist um eine Antwort bemüht, wartet vor allem aber mit Logikbrüchen und teils gelangweilten Weltstars auf. Will Caster (Johnny Depp) ist führender Forscher auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz. Zusammen mit Frau Evelyn (Rebecca Hall) steht der Wissenschaftler kurz davor, ein Elektronengehirn zu erschaffen, das über menschliche Emotionen verfügt. mehr…

Infobörse, Kulturtreffpunkt und Buchladen: Der „SeitenBlick“ wird 10 Jahre!

Als Jacqueline Simon und Ansgar Weber ihren Buchladen 2004 eröffnete, schüttelten nicht wenige Menschen in Lindenau mit dem Kopf und sahen die beiden schon wieder Kisten packen für den Auszug. Doch die beiden Literaturbegeisterten bissen sich durch und feiern am kommenden Wochenende ihren 10. Geburtstag mit dem ‚SeitenBlick‘. Mittlerweile haben sie das Eckhaus erworben und können die Belebung Lindenaus immer aus erster Reihe beobachten. mehr…

Kommunalwahlen in Sachsen: Auf wackligen Füßen?

Sachsens Innenminister Markus Ulbig
Was in Machern begann, könnte sich zu einem ziemlichen Debakel ausweiten. Nachdem die Wahl in Machern mit der Begründung, der Wahlausschuss habe nicht ordnungsgemäß getagt, abgesagt wurde, hatte das zuständige Landratsamt „stichprobenartig“ weitere Gemeinden geprüft. Dabei war auch die Gemeinde Borsdorf zu einer Wahlverschiebung verdonnert worden. In diesem selektiven Vorgehen des Landratsamtes und in den nicht erfolgten Vorgaben des sächsischen Innenministeriums sehen die Grünen nunmehr einen Grund für eine deutliche Nachfrage bei Innenminister Markus Ulbig (CDU). mehr…

Zweitliga-Lizenz für RB Leipzig: Mehr Verein, weniger Red Bull

Die Rasenballer müssen ihr Vereinsemblem ändern.
Die Katze ist aus dem Sack. Laut Fachmagazin "Kicker" hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) die Zweitliga-Lizenz für RB Leipzig an drei Bedingungen geknüpft. Alles in allem wünscht sich der Verband etwas mehr Luft zwischen dem Club und Hauptsponsor Red Bull. Demzufolge enthält der DFL-Bescheid, der den Leipzigern am Mittwoch ins Haus flatterte, drei klare Bedingungen, unter denen die Zweitliga-Lizenz erteilt würde. mehr…

Audio - Stadtrat 16.04.2014: Erhöhungen 2014 und 2015 - Überprüfung der ÖPNV-Tarife

Aus dem Leipziger Stadtrat.
Erneut Thema im Stadtrat: die weitere Erhöhung der MDV-Tarife im August 2015. Die Linken beantragten, dass der Verkehrsverbund vor Beschluss der turnusmäßigen Fahrpreiserhöhung im Folgejahr dem Verwaltungsausschuss einen Bericht zu den Auswirkungen der 2014er Erhöhungen und zu jedem Produkt nachvollziehbare Tarifbestimmungen vorlegt. mehr…

Tanners Interview mit Maria Koch vom Westflügel: Höhepunkte, Höhepunkte, Höhepunkte!

Höhepunkte, Höhepunkte, Höhepunkte: Maria Koch vom Westflügel
In der Hähnelstraße treibt der Westflügel sein seit Jahren hochgeschätztes Wesen. Es wird gewagt und umgesetzt und oftmals auch den eingefahrenen Sichtweisen ein Schnippchen geschlagen. Vorneweg hat Maria Koch ihr Team hinter sich höchst professionell geschart – und öffnete für Volly Tanner ihr Nähkästchen, um über die Spielzeit 2014 zu erzählen. mehr…

Aufstiegskampf: RB Leipzig im Ost-Duell beim FC Hansa gefordert

Im Rennen um den direkten Zweitliga-Aufstieg ist RB Leipzig am Samstag, 14 Uhr, bei Hansa Rostock gefordert. Der Kultclub von der Ostsee ist nach einer verkorksten Rückrunde auf Wiedergutmachung bei den eigenen Fans erpicht. mehr…

Gastspiel am 29. April im UT Connewitz: "V wie Verfassungsschutz" des nö-Theaters aus Köln

V wie Verfassungsschutz.
Vom Kölner Theaterensemble „nö-theater“ erarbeitet, feierte "V wie Verfassungsschutz" im September 2012 Premiere im Orangerie-Theater in Köln. Eigentlich sollte das Stück gleich an zwei Abenden in Leipzig zu sehen sein. Aber in der Moritzbastei fand man, einmal reicht auch. Also wird "V wie Verfassungsschutz" nur am Dienstag, 29. April, um 20:30 Uhr im UT Connewitz zu sehen sein. mehr…

Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche


Die L-IZ-Suche.
Tagesansicht: heute | gestern | vorgestern
Tagesansicht: heute | gestern | vorgestern
Anzeigen.
Veranstaltungshinweise der IHK Leipzig

Veranstaltungshinweise:

Weitere Veranstaltungen unter:
www.leipzig.ihk.de
Zur Website der IHK Leipzig
Zur Website der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH

VERKEHRSMELDUNGEN:

NACHRICHTEN:

SCHNELLER SERVICE:

Quick Reifendiscount
Monatsmagazin 3VIERTEL
Zuletzt auf L-IZ.de veröffentlicht.
Alle Artikel von heute in der Tagesansicht.
Anzeigen.
Größter Indoor-Spielplatz in Mitteldeutschland
Gewinnspiele & Aktionen.
Bücher:
Leipziger Leselust ... seit 2004 bespricht die L-IZ regelmäßig die neuesten Bücher aus Leipzig.
Unser Senf
Aktuelle Dossiers.
Anzeigen.
Link-Tipps.
Forum Café LE
Bildblog