Im Sommer 2008 hat der StudentInnenRat der Universität Leipzig die "Mensa-Policy" verabschiedet. Darin wird das Studentenwerk dazu aufgefordert, beim Einkauf für Mensen und Cafeterien verstärkt Umwelt- und Sozialkriterien zu berücksichtigen.
So sollen vermehrt ökologische, regionale und saisonale Produkte verwendet werden. Die "Mensa-Policy" freilich ist ein stark umkämpftes Thema. "Von vielen wurde sie als bevormundend und zu radikal empfunden", so Susanne Brehm vom Referat für Ökologie und Verkehr des StuRa.
Grundsätze der "Mensa-Policy" sind:
1. Vermehrter Einkauf von Produkten aus ökologischer Landwirtschaft
2. Ausbau des vegetarischen Angebotes
3. Einhaltung von Sozialstandards (wie den Richtlinien der International Labour Organization)
4. Verzicht auf Gentechnik
5. Fisch aus arten- und umweltschonender Fischerei/Zucht und Reduktion des Fischverbrauchs
6. Stärkung regionaler und saisonaler Produkte
In der Vortragsreihe "Aufstand im Kühlschrank" zum Thema "Ökologische und soziale Folgen industrieller Landwirtschaft" sollen inhaltliche Aspekte und politische Motivationen für die "Mensa-Policy" näher beleuchtet werden: Wie hängen Migration, deutsche Supermarktketten, Rassismus und Klimawandel zusammen? Was haben Massentierhaltung, Grosskonzerne, Biodiversität und Ernährungssicherheit miteinander zu tun?
Die erste Veranstaltung zum Thema gibt es am Mittwoch, 29. April: Gentechnik in der Landwirtschaft – Segen oder Fluch?
Peter Hettlich (MdB, die Grünen) spricht über Potentiale und Risiken der vieldiskutierten "grünen Revolution" inklusive Ernährungssicherung und Biodiversität sowie Wechselwirkungen von Gentechnik und Patentrecht.
Am Mittwoch, 6. Mai, geht es um das "Plastikmeer" Südspanien: Migration, Rassismus und Landwirtschaft. – Lisa Bolyos (Europäisches BürgerInnenforum Wien), berichtet über die Lage migrantischer LandarbeiterInnen in Südspanien, den Zusammenhang von Rassismus und billiger Lebensmittelproduktion und die Bestrebungen, Rechte für MigrantInnen einzufordern.
Am Mittwoch, 13. Mai, stehen "Rülpsende Kühe und das Klima" auf dem Programm. – Industrielle Landwirtschaft ist eine der Hauptursachen für die Emission klimaschädlicher Treibhausgase. Christiana Schuler (AgrarIngenieurin, Attac) erklärt, wie übermäßige Düngung und Massentierhaltung zu diesem Effekt beitragen und Lebensmittelproduktion klimaschonend funktionieren kann.
Alle Veranstaltungen finden um 19 Uhr im Raum 2.41 der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Wächterstraße 11, statt.
www.stura.uni-leipzig.de