Verbraucherzentrale Sachsen: Fast jede zweite Milch ist falsch gekennzeichnet
Redaktion
19.07.2009
Milch.
Im Zeitraum vom 13. Juni bis 25. Juni haben Mitarbeiter der Verbraucherzentralen bundesweit die Kennzeichnung von 660 Milchverpackungen überprüft. In Sachsen wurden insgesamt 31 Milchtüten und -flaschen auf die Einhaltung der freiwilligen Selbstverpflichtung zur klareren Milchkennzeichnung untersucht.
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Der Hintergrund für diese Erhebung war eine im Februar dieses Jahres zwischen Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), dem Milchindustrieverband (MIV) und dem Hauptverband des deutschen Einzelhandels (HDE) getroffene Selbstverpflichtung. Darin wurde vereinbart, dass die bis zu vier Wochen haltbare ESL-Milch (ESL = Extended Shelf Life/verlängerte Lagerfähigkeit) als Frischmilch bezeichnet werden darf, allerdings mit dem Zusatz “länger haltbar“. Die herkömmliche Frischmilch soll den Zusatz “traditionell hergestellt“ erhalten.
Im Ergebnis der Überprüfung wird für Sachsen fast jede zweite Milch nicht im Sinne der Selbstverpflichtung gekennzeichnet. Lediglich 45 % der untersuchten Produkte waren mit dem Zusatz “länger haltbar“, 10 % mit “traditionell hergestellt“ versehen. Phantasievolle Hinweise wie “länger frisch“, “extra langer Frischegenuss“ oder “maxifrisch“ oder eine Erläuterung im Kleingedruckten ließen nur vermuten, dass es sich um ESL-Milch handelt.
„Bei 6 % der Milchtüten ist beim besten Willen nicht zu erkennen, ob es sich um herkömmliche Frischmilch oder um ESL-Milch handelt“, kritisiert Anne-Katrin Wiesemann von der Verbraucherzentrale Sachsen. Ihr Resümee fällt eindeutig aus: Die Milchwirtschaft hat ihr Versprechen nicht gehalten. Die freiwillige Selbstverpflichtung zur Milchkennzeichnung von herkömmlicher Frischmilch und länger haltbarer ESL-Milch ist gescheitert. „Wenn es mit Selbstverpflichtungen nicht funktioniert, muss Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner die Milchindustrie mit einer klaren gesetzlichen Vorgabe zwingen, Frischmilch und ESL-Mich auf einen Blick für den Verbraucher unterscheidbar zu machen“, so Wiesemann.
Die Verbraucherzentrale Sachsen gibt am Ernährungstelefon Auskunft zur Milchkennzeichnung und anderen Fragen rund um das Thema Ernährung und Lebensmittel. Unter der Nummer (0180) 5-791352 (0,14 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunk ggf. abweichend) werden jeweils montags, mittwochs und donnerstags von 10 bis 16 Uhr Fragen zu Ernährungsthemen beantwortet. Termine für die persönliche Beratung können unter der Rufnummer (0180) 5-797777 (0,14 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunk ggf. abweichend) vereinbart werden.
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