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Ein Tag zum Nachdenken: Morgen ist wieder Kauf-Nix-Tag 2009

Redaktion
Kauf-nix-Tag.
Kauf-nix-Tag.
Der 28. November 2009 ist ein guter Tag, einfach zu Haus zu bleiben. Oder Wandern zu gehen. Oder die Oma zu besuchen. Er ist ein sehr guter Tag, ganz bewusst mitzumachen bei einer Aktion, die sich der Künstler Ted Dave aus Kanada 1992 ausdachte: dem Kauf-Nix-Tag.

Er organisierte damals den ersten Kauf-Nix-Tag in Vancouver, angeödet vom alljährlichen Konsum-Wahn, der nicht nur in Kanada zur Weihnachtszeit ausbricht. Die amerikanisch-kanadische Organisation Adbusters griff seine Idee auf und machte daraus einen weltweiten Aktionstag zum Thema Konsumverweigerung - den "Buy Nothing Day".

Mittlerweile ist das ein internationaler Aktionstag, an dem Menschen aus über 60 Ländern ihren Konsum für 24 Stunden symbolisch verweigern. "Ziel dieses Protests ist es, ein Bewusstsein für die Folgen des ungehemmten Konsumierens zu schaffen", formuliert das greenpeace-Magazin.

Man kann es auch zielführender formulieren: Es ist ein guter Tag, darüber nachzudenken, welche Art von Konsum überhaupt sinnvoll ist, was tatsächlich wichtig ist und erstrebenswert.

Vielleicht muss man von dem Geld auch nicht kaufen, keinem wilden Shopping-Trieb nachgehen. Vielleicht ist das Geld in ein Familienessen besser investiert, in einen Bildungskurs, in einen gemeinsamen Ausflug?

Besser auf jeden Fall als in den Kauf von Produkten, die man eigentlich nicht braucht.

28. November: Kauf-nix-Tag.
28. November: Kauf-nix-Tag.
Foto: Ralf Julke
Brauchen gewisse Händler tatsächlich den erwarteten Besuch?

"Erste Anzeichen für die bevorstehende Advents- und Weihnachtszeit spiegelten sich in den Entwicklungen der Indizes für 'Schmuck und Uhren' (-3,5 Prozent), 'Foto- und Filmausrüstung' (-1,3 Prozent) aber auch auf dem Nahrungsmittelmarkt (0,5 Prozent) wider", teilte das sächsische Landesamt für Statistik gestern mit. Kaufanreize nennt man dann diese "Schnäppchen". Man weiß ja, auf welche Wahl die Leute verfallen, wenn sie - von allen Seiten alarmiert - loslaufen, um "Geschenke" zu kaufen.

Oder die berühmten Backzutaten wie „Mehl“, das um 16,9 Prozent billiger wurde, „Zucker“ (-11,4 Prozent) oder „Mandeln“ (-3,8 Prozent). Was den fleißigen Bäckern gar nichts nützt, denn dafür verteuerten sich „Butter“ (13,4 Prozent), „Margarine“ (4,4 Prozent), „Sahne“ (8,6 Prozent) und „Quark“ (8,3 Prozent).

Bei all den "Kaufballetten" der Menschen geht es um Ressourcen. Den meisten ist das gar nicht bewusst.

"Seit 1986 übersteigt die menschliche Nachfrage die biologische Leistungsfähigkeit der Erde. Würde man sich nur am Kaufverhalten des deutschen Durchschnittskonsumenten orientieren, bräuchten wir zukünftig fast zweieinhalb Erden zum Überleben", teilt das greenpeace-Magazin mit.

Vielleicht ändert dieser eine Konsum-Verweigerungs-Tag nicht viel an der Bilanz. Aber er regt zum Nachdenken an – auch für die restlichen 364 Tage. Denn Verweigerung allein bringt nichts, wenn man danach nicht beginnt, bewusster einzukaufen – regionale und saisonale Produkte, von den nicht so gesunden etwas weniger. Und man achtet auf bessere Qualität, denn es sind zuallererst natürlich die billigen, kurzlebigen Produkte, die die Mülltonnen füllen.


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