Leipziger Müllgebühren: Wogetra klagt gegen die Stadt Leipzig
Redaktion
09.03.2010
Mülltonnen.
Die Wohnungsgenossenschaft Transport Leipzig (Wogetra) klagt gegen die Abfallwirtschaftssatzung der Stadt Leipzig (Stand 20. November 2008). Nach Ansicht der Wohnungsgenossenschaft sorgt die seit 1. Januar 2009 gültige Satzung für erhebliche Mehrbelastungen bei Hauseigentümern und Mietern.
Anzeige
„Mit diesem Schritt wollen wir die vom Stadtrat beschlossene Satzungsänderung gerichtlich prüfen lassen, da sie aus unserer Sicht teilweise unwirksam ist“, so Béla Hambuch, Vorstand bei der Wogetra.
Die aktuelle Satzung besagt: Hauseigentümer müssen die zu leerenden Abfallbehälter am Leerungstag an der nächstgelegenen Stelle im öffentlichen Raum bereitstellen, an welche die Sammelfahrzeuge herankommen. Dies muss außerhalb von Abfallbehälterschränken beziehungsweise so genannten Einhausungen geschehen, ohne dass Verkehrsteilnehmer behindert oder gefährdet werden.
Besonders befremdlich an der Vorschrift sei, so Hambuch, dass die vorangegangene Satzung so ziemlich das Gegenteil regelte. Nach dieser wurden die Müllcontainer bis zu einem Abstand von 15 Metern zur nächsten mit Sammelfahrzeugen befahrbaren Straße durch die Stadtreinigung selbst abgeholt. Diese Leistungen waren bislang in der Gebührenordnung bereits kalkuliert.
„Gerade bei Großvermietern wie den Wohnungsgenossenschaften hat die Errichtung von Sammelstellen für sechsstellige Kosten gesorgt“, erläutert Wogetra-Vorstand Béla Hambuch und ergänzt: „Jetzt wo sich die Prozedur eingespielt hat, ändert die Stadt Leipzig die Satzung erneut. Das ist in zweifacher Hinsicht fatal: Hauseigentümer können sich mittel- und langfristig nicht auf die Vorgaben der Stadt verlassen und die in Abstimmung mit der Stadt getätigten Investitionen gehen durch weitere Mehraufwendungen in Größenordnungen in ihrer Werthaltigkeit verloren."
Müssen seit 2009 an der Straße bereit stehen: Müllbehälter in Leipzig.
Foto: Ralf Julke
Die Leidtragenden dieser Preispolitik seien nicht nur die Vermieter, sondern vor allem Mitglieder und Mieter. Hambuch: „Die Stadt Leipzig will ihre finanziellen Unterdeckungen auf dem Rücken der Bürger austragen. Die neue Regelung erhöht letztlich die Mietnebenkosten, den Mietern bleibt wieder etwas weniger im Portmonee.“
Hinzu käme, dass die neue Satzung den öffentlichen Raum stärker gefährdet. Nach der alten Regelung waren die Behälter in der Sammelstelle verschlossen, bis sie durch die Abfallwirtschaft entleert wurden. Jetzt, wo die Behälter auf dem Bürgersteig zur Abholung abgestellt werden müssen, nehmen sie erheblichen Platz auf den Gehsteigen ein und zwingen die Fußgänger teilweise zum Ausweichen auf die Straße.
Dazu seien sie auf diese Weise nicht mehr gegen Vandalismus geschützt. Hambuch weiter: „Wenn außerdem, wie in diesem Winter, die Stadtreinigung durch starke Schneefälle die Abholung nicht mehr gewährleisten kann, leiden die Bürger unter völlig zugemüllten Gehwegen, da die Müllcontainer nach satzungsgemäßer Bereitstellung bis zur nächsten Entleerung dort verbleiben. Das kann nicht im Interesse der Stadt und deren Bürger sein.“
Ein wesentlicher Anlass für die Änderung der Abfallgebührensatzung war der geplante Personalstellenabbau bei der Leipziger Stadtreinigung, mit dem Kosten reduziert werden sollen. Auf den neuen Niederflur-Entleerungsfahrzeugen sollen nur noch zwei statt der bisher drei Müllmänner unterwegs sein.
Leipzigs Abfallwirtschaftssatzung wurde auf Kosten der Hauseigentümer und der Mieter verändert, schätzt Hambuch ein. Dagegen geht die Genossenschaft nun rechtlich in Form einer Musterklage beim Sächsischen Oberverwaltungsgericht vor.
Am Abend des 8. Februar 2012 präsentiert das Konfuzius-Institut Leipzig in der Moritzbastei originäre Rockmusik aus China. Die 3er Formation Chan, bestehend aus Gitarre, Bass und Schlagzeug, verbindet Punk, Funk und Rock mit traditionellen chinesischen Elementen. mehr…
2010 trat das Leipziger Forscher-Team um Svante Pääbo erstmals an die Öffentlichkeit mit der Meldung, sie hätten aus einem winzigen Teil eines fossilen Fingerknochens aus der Denisova-Höhle in Südsibirien eine (vorläufige) Fassung des Genoms erstellt. Immerhin ein heißes Eisen: Es war das Genom eines dritten Vertreters der Menschheit. mehr…
Während „normale“ Menschen bei knackigen Minusgraden bibbernd in beheizten Räumen auf bessere Zeiten warten, zieht es einige Mitglieder des Tauchsportvereins „Leipziger Delphine“ gerade jetzt an ihr Hausgewässer, den Kulkwitzer See. Und das aus gutem Grund, denn die strengen Fröste der vergangenen Tage haben den „Kulki“ zufrieren lassen. mehr…
Ein Kompromiss ist ein Interessenausgleich auf der Basis der kleinsten gegenseitigen Verärgerung. Vorangegangen ja gegenseitige Beleidigungen und Provokationen – je nach Naturell laut oder hinter den Kulissen. Im Backstagebereich wird ein Krieg vorbereitet. Solang es ein gerechter ist, solls uns wohl recht sein. mehr…
Lange ließ Jean-Jacques Annaud nichts von sich hören. Zuletzt inszenierte der 67-Jährige, dem das Kino Meisterstücke wie "Der Name der Rose" oder "Sieben Jahre in Tibet" verdankt, im Jahr 2004 das mäßige Tiger-Drama "Zwei Brüder". Sein Spätwerk "Black Gold" ist eine pathetische Zeitreise zurück an die Anfänge des Öl-Booms in der arabischen Welt. mehr…
2011 organisierten Neonazis in Sachsen in etwa genauso viele Konzerte wie im Vorjahr. Dies ergab eine Kleine Anfrage der Linken-Abgeordneten Kerstin Köditz. Nach Angaben von Innenminister Markus Ulbig (CDU) registrierte der Verfassungsschutz die Planung von 44 Konzerten. mehr…
Kreativität muss ja irgendwann erst einmal beginnen. Design, Fotografie und nicht zuletzt ihre wundervollen Songs, zusammen mit dem griechischen Elektrokünstler Kostas, sorgen für Aufsehen – und Bewegung. Am 9. Februar stellt Minette nun zum ersten Male aus. Vernissage. Richtig mit Getränken und Freunden und Staunenden. Wenn Minette die neue Vivienne Westwood ist, können alle Leser sagen, sie sind bei den ersten Schritten dabei gewesen. Interview. mehr…
Das unschöne Loch am Burgplatz „begeistert“ die Leipziger seit über 16 Jahren. Der englische Eigentümer hat auch nach mehrmaliger Anfrage seitens der Stadt nicht reagiert. Es herrscht weiter Unklarheit, was AMEC/KIG mit diesem überaus zentral gelegenen Grundstück anfangen will. Doch der Stadtverwaltung reicht es jetzt. mehr…
Dass in den entscheidenden Ämtern und Behörden in Sachsen noch immer nicht begriffen wurde, was die demografischen Veränderungen im Land eigentlich bedeuten, zeigte gerade der Vize-Vorsitzende des Beamtenbundes, Helmut Overbeck, mit seiner Forderung nach einem sogenannten "Demografie-Tarifvertrag". Gleichzeitig diskutiert die Politik über einen "Demografie-Faktor" im Finanzausgleich. Auch zum Entsetzen der beiden SPD-Abgeordneten Wolfgang Tiefensee und Dirk Panter. mehr…
Sachbeschädigung, Körperverletzung, räuberische Erpressung, Diebstahl, Drogenbesitz. Lucas K. (22) war schon zehnfach vorbestraft, als er am Montag, 6. Februar, im Amtsgericht auf der Anklagebank Platz nahm. Vor fünfeinhalb Jahren kam der Arbeitslose das erste Mal mit der Justiz in Kontakt. mehr…
Auch wenn alles mit rechten und gerechten Dingen zugeht, wird wohl jeder Kustos einer Sammlung bei solch einer Aktion heimlich die eine oder andere Träne wegdrücken. Weil öffentlich, wäre das politisch unkorrekt. 44 Kleinode spätantik-byzantinischer Alltagskultur wurden kürzlich in Leipzig als Eigentum des Berliner Museums für Byzantinische Kunst identifiziert und kehren nun ins Bode-Museum in die Bundeshauptstadt zurück. mehr…
Konrad Riedel, Stadtrat der CDU, macht sich Sorgen um den Winterdienst, die Kleingärtner und die Rentner. Alles gut und schön. Kürzlich veröffentlichte die Leipziger Volkszeitung einen Beitrag darüber, dass der CDU-Abgeordnete im Leipziger Stadtrat eine Fahrradsteuer für Leipzig wünscht. Dann könne man von den Einnahmen die Radwege vom Schnee befreien. Mit der Kfz-Steuer geschehe das doch auch für die Fahrbahnen. mehr…
Rotlicht an. Es wird heiß am Donnerstag, 9. Februar, ab 20 Uhr im Helheim (Weißenfelser Straße 32). Das Leipziger PerformanceTheaterKollektiv FormLos stattet Volly Tanner einen Besuch auf seiner Terrasse ab. mehr…
Die Straße des 18. Oktober ist lang. Länger, als mancher denkt. Sie beginnt am Bayrischen Platz, führt schnurstracks zum Deutschen Platz und danach quer durchs alte Messegelände zum Völkerschlachtdenkmal. Eigentlich ist sie auch die Magistrale der Alten Messe, auch wenn sie derzeit nicht so aussieht. Aber sie soll wieder so aussehen. Stückweise ab 2013. mehr…
In „Voland & Quists Literatursalon“ im Horns Erben (Arndtstraße 33) tritt am Freitag, 10. Februar, ab 20 Uhr die Dresdner Lesebühne Sax Royal auf. Sax Royal sind der Kolumnist, Blogger und Moderator Michael Bittner, der Poetry-Slam-Bühnenheld Julius Fischer („Ich will wie meine Katze riechen“), der Lyriker und Prosaist Roman Israel, der Erzähler, Cartoonist und E-Orgel-Alleinunterhalter Max Rademann sowie Stefan Seyfarth. mehr…