Stadtwerke Leipzig: Gaspreise bleiben stabil, Stromkosten werden von erhöhten Netzentgelten bedroht
Redaktion
21.11.2011
Foto: Ralf Julke
Entgegen dem bundesweiten Trend wollen die Stadtwerke Leipzig die Gaspreise für ihre Kunden in der Grundversorgung auch über den Jahreswechsel stabil halten. Das vermeldet das Unternehmen am 21. November. Damit wären die Preise immerhin seit dem 1. Oktober 2009 stabil.
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„Als verantwortungsbewusster Versorgungspartner sind uns Zuverlässigkeit und eine faire Preisgestaltung wichtig. Durch eine vorausschauende und langfristige Einkaufsstrategie können wir aktuell stetig ansteigende Kosten sowie staatliche Einflüsse auf die Energiepreise zugunsten unserer Kunden auffangen“, erläutert Thomas Prauße, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke Leipzig.
Auch für den Strompreis gibt es bislang Entwarnung: Für grundversorgte Stromkunden konnten die Stadtwerke Leipzig die steigende gesetzliche Abgabe für erneuerbare Energien (EEG-Umlage) durch eine günstige Beschaffung kompensieren, so das kommunale Unternehmen. Das heißt, die Stadtwerke Leipzig wären von sich aus in der Lage, die Strompreise auch nach dem 1. Januar 2012 stabil zu halten.
Das städtische Versorgungsunternehmen könne allerdings zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehen, wie sich Netznutzungsentgelte oder staatlich veranlasste Abgaben und Umlagen entwickeln werden. Die Stadtwerke Leipzig gehen davon aus, dass demnächst eine neue staatlich veranlasste Umlage erhoben wird, mit der die Streichung der Netznutzungsentgelte für stromintensive Industriebetriebe ausgeglichen werden soll. Die Bundesregierung hat die Abgabe für energieintensive Betriebe drastisch gesenkt.
Die Bundesregierung hat die Abgabe für energieintensive Betriebe drastisch gesenkt.
Foto: Ralf Julke
Mit dem Gesetz zur Neuregelung energiewirtschaftlicher Vorschriften vom 26. Juli 2011 wurden die Abgaben für Unternehmen, die mehr als 100.000 Kilowattstunden verbrauchen, auf 0,05 Cent je kWh gesenkt, für solche mit einem Verbrauch von mehr als 10 Gigawattstunden sogar auf 0,025 Cent. Die Abgabe dient eigentlich dafür, Unterhalt und Ausbau der Netze zu finanzieren, und war ursprünglich dafür gedacht, jene, die die Netze besonders in Anspruch nehmen, auch stärker an der Unterhaltung zu beteiligen. Doch mit dem Gesetz hat die Bundesregierung das Prinzip völlig auf den Kopf gestellt. Jetzt aber zahlen gerade Privathaushalte und Kleinunternehmen für diese Verschiebung drauf: Auf sie kommen Kosten von knapp 0,75 Cent pro Kilowattstunde für die Netzentgelte zu.
Sollte es zu deren Einführung kommen, wollen die Stadtwerke Leipzig die Kostensituation erneut prüfen.
Deswegen weisen sie ihre Kunden noch einmal auf ihre Bestpreis-Produkte hin. Diese Produkte garantieren Kunden stabile Preise für Strom bis zu zwölf und für Gas bis zu 24 Monate. Für alle Stromkunden mit einem Bestpreis-Vertrag, deren Preisgarantie Ende 2011 ausläuft, wird ihre Preisgarantie verlängert und gilt über den Jahreswechsel hinaus. Ab dem 1. Dezember 2011 bieten die Stadtwerke Leipzig ihren Erdgas-Kunden ein neues Bestpreis-Angebot, das eine Preisstabilität bis zum 30. November 2012 – wahlweise sogar bis 30. November 2013 – garantiert.
Olaf Hermes, Leiter Energievertrieb bei den Stadtwerken Leipzig, erklärt: „Beim Wechsel zu unseren Bestpreis-Produkten können sich unsere grundversorgten Kunden, die sich jetzt für unser neues Bestpreis-Angebot entscheiden, nicht nur einen Preisvorteil gegenüber der Grundversorgung, sondern auch langfristig stabile Preise sichern.“
Veränderungen gibt es freilich bei den Fernwärmepreisen. Nach derzeitigen Einschätzungen gehen die Stadtwerke Leipzig davon aus, dass sich der Fernwärmepreis ab 1. Januar 2012 erhöhen wird. Dies hängt mit der vertraglich vereinbarten Bindung an den Heizölpreis zusammen, der stark gestiegen ist. Eine Information dazu soll es im Dezember für alle Fernwärmekunden direkt geben.
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