Bodenrichtwerte für das Stadtgebiet Leipzig jetzt im Internet: Keine Auskünfte mehr per Telefon
Terminredaktion
18.12.2011
Leipziger Bodenrichtwerkarte.
Screenshot: Stadt Leipzig
Was kostet die Stadt Leipzig? Zumindest was das Land betrifft, auf dem sie steht, könnte das einer wieder mal ausrechnen, der viel Zeit hat und die Bodenrichtwertkarte nutzt, die der Gutachterausschuss der Stadt jetzt online gestellt hat. Das Online-Stellen ist neu. Bislang gab es die neuen Richtwerte immer auf einer hübschen CD.
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Die Bodenrichtwerte (BRW) für 2010, das heißt die durchschnittlichen Lagewerte für den Boden, die der Gutachterausschuss in der Stadt Leipzig jedes Jahr flächendeckend für das gesamte Stadtgebiet auf Basis der Kaufpreissammlung ermittelt, sind jetzt auf der Internetseite des Gutachterausschusses in der Stadt Leipzig abrufbar. www.gutachterausschuss.leipzig.de lautet sie. Abgebildeter Stichtag ist der 31. Dezember 2010. In analoger Form liegen sie bereits seit dem 22. März vor. Wer noch Genaueres wissen will: Die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses erteilt entsprechende Auskünfte aus der Bodenrichtwertkarte.
Die Bodenrichtwerte sind entsprechend der 2009 erfolgten Novellierung des Baugesetzbuches zonal dargestellt. Das bedeutet, dass jedes Grundstück einer konkreten Zone und damit einem Bodenrichtwert zugeordnet werden kann. Damit wird auch sichtbar, wo aktuell die begehrtesten Ecken der Stadt sind, wo also im Jahreslauf auch die höchsten Preise für Baugrund und Immobilien gezahlt werden.
Das ist logischerweise seit Jahr und Tag zuallererst die Leipziger Innenstadt, wo insbesondere die Spitzeneinkaufslagen an Petersstraße und Grimmaische Straße (Vorsicht Fußgänger! Rad bitte schieben!) mit 4.000 Euro pro Quadratmeter. Die Karte zeigt auch die Lagen, die mittlerweile kräftig vom Fußgängergetümmel in der City partizipieren: In der Hainstraße und am Neumarkt sind 3.300 Euro fällig - falls mal irgendwo noch was zu kaufen wäre. In der nördlichen Hainstraße und um das Barfußgäßchen sind aber auch schon 2.900 fällig. Immer im Durchschnitt betrachtet. Denn je mehr sich die City berappelt, umso attraktiver werden auch bislang eher abgelegene Ecken.
Leipziger Bodenrichtwerkarte für 2010.
Screenshot: Stadt Leipzig
Zum Beispiel am Wilhelm-Leuschner-Platz, der mit 360 Euro zwar auf dem derzeitigen BRW-Niveau liegt (teurer ist mit 400 Euro nur die Nordvorstadt), aber bekanntlich will die Stadt ja hier noch zwei Baugrundstücke kaufen, um den Platz zu vergrößern. Wenn man die vierstelligen Kaufpreise für den direkten Innenstadtring ausklammert, bedeutet das auch, dass man hier wertvolles Bauland in Platzfläche verwandeln will. Östlich vom damaligen Königsplatz, der erst nach dem 2. Weltkrieg den Namen Wilhelm-Leuschner-Platz erhielt, war bis zu den Bombennächten von 1944/1945 alle bebaut. Hier standen das Panorama und die Markthalle und - direkt am Platz: das Textilkaufhaus der Gebrüder Joske, das Gasthaus "Bamberger Hof", das Weinhaus "Elite", der ehemalige Gasthof "Fortuna", das Gasthaus "Goldener Engel" und das Textilhaus Steigerwald & Kaiser. Aufgezählt von Süd nach Nord.
Die Häuserfront würde heute zwar vom südlichen Stationsausgang der City-Tunnel-Station Wilhelm-Leuschner-Platz-der-Friedlichen-Revolution unterbrochen. Aber warum man hier die Bildung einer neuen Randbebauung verhindern will, wissen wohl nur die Götter.
Die Ansicht der Bodenrichtwertekarte ist unter www.gutachterausschuss.leipzig.de zu finden. Auf der Startseite („Allgemeines“) bzw. unter der Rubrik „Bodenrichtwerte“ stehen die aktuellen Bodenrichtwerte unter dem Link Bodenrichtwerte 2010 online gebührenfrei zur Verfügung (Alternativ: Suchmaschine über Suchoption „Bodenrichtwerte Leipzig“).
Durch Aktivierung des Informationsbuttons (Werkzeugleiste, links oben) und Anklicken einer Bodenrichtwertzone sind weitere Informationen zum jeweils zugeordneten BRW auffindbar. Zusätzliche Werkzeuge (Ausschnitt verschieben/vergrößern/verkleinern, heran zoomen, Messfunktion) stehen ebenfalls zur Verfügung.
Zu beachten ist nun: Aufgrund dieses Angebotes werden durch die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses zukünftig keine telefonischen Bodenrichtwertauskünfte mehr erteilt.
Schriftliche Bodenrichtwertauskünfte – auf schriftlichen Antrag gegen eine Gebühr in Höhe von 13 Euro pro BRW – und mündliche Auskünfte in den Räumen der Geschäftsstelle sind auch weiterhin möglich.
Die Bodenrichtwerte werden alle zwei Jahre aktualisiert. Die nächste Veröffentlichung erfolgt somit voraussichtlich im Frühjahr 2013 mit den BRW zum Stichtag 31. Dezember 2011.
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