Energiekosten und kalter Winter: Mieterbund Sachsen erwartet für 2012 steigende Wohnkosten
Redaktion
01.02.2012
Eisige Temperaturen erhöhen den Heizverbrauch.
Foto: Ralf Julke
Der Mieterbund Sachsen rechnet für das Jahr 2012 mit steigenden Betriebskosten im Freistaat. "Der Trend aus den vergangenen Jahren wird sich fortsetzen. Viele Mieter werden noch tiefer in die Tasche greifen müssen", sagt Anke Matejka, Vorsitzende des Mieterbundes Sachsen.
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Ausschlaggebend seien vor allem die vielerorts angespannte Haushaltslage der Kommunen sowie der lange und harte Winter zu Beginn des Jahres 2011. In den sächsischen Großstädten werde zudem ein Anstieg der Kaltmieten prognostiziert. Der anhaltende Bevölkerungszuzug verschärfe die Nachfrage nach Wohnraum und treibe die Preise zusätzlich in die Höhe.
Zahlten die Sachsen im vergangenen Jahr noch durchschnittlich 2,30 Euro pro Quadratmeter im Monat für Betriebskosten, müssen sie sich für 2012 auf eine größere Belastung der eigenen Haushaltskasse einstellen.
Auch der Januar 2011 wird manche Abrechnung teuer machen.
Foto: Ralf Julke
„Vor allem die langanhaltenden Frostperioden zu Beginn des Jahres 2011 haben zu einem höheren Heizenergieverbrauch geführt. Das wird sich deutlich in der Abrechnung zeigen“, sagt die Mietexpertin. Befördert werde dies zusätzlich durch die Preisentwicklung. Die Preise für Heizöl, Erdgas und Fernwärme sind in den vergangenen Monaten kontinuierlich angestiegen. Ein gegenläufiger Trend sei derzeit nicht zu erkennen. Matejka: „Deshalb bleibe die energetische Modernisierung von Wohngebäuden unverzichtbar. Nur so können Eigentümer sich und ihre Mieter auf lange Sicht unabhängig von der Energiepreisentwicklung machen.“
Weniger Einflussmöglichkeiten haben sowohl Vermieter als auch Mieter bei den durch die Kommunen berechneten Kosten. So haben die städtischen Versorger teilweise bereits im vergangenen Jahr die Gebühren für die Grundsteuer und die Müllabfuhr erhöht. „Mit Blick auf die desolate Haushaltslage der sächsischen Städte und Gemeinden ist davon auszugehen, dass auch zukünftig an der Gebührenschraube gedreht wird. Die Verwaltungen sind in dieser Hinsicht sehr einfallsreich und viele Vermieter werden, diese Kosten an die Mieter weiterzugeben“, sagt die Vorsitzende des Mieterbundes Sachsen.
In der Vergangenheit punktete der Freistaat mit günstigen Kaltmieten, was aber in jüngster Zeit durch die im bundesdeutschen Vergleich sehr hohen Betriebskosten teilweise schon wieder konterkariert wurde. Bis zu 5 Prozent mehr muss im Durchschnitt in Sachsen bezahlt werden.
Die Vorsitzende des Mieterbundes Sachsen empfiehlt den Mietern: „Es sollte genau auf die Nebenkostenabrechnung geachtet werden. Sich abzeichnende Mehrkosten gilt es im Zweifelsfall prüfen zu lassen.“
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